And then I accidentally

And then I accidentally stumbled upon a memory card with a few more photos I took in Norway.

The photos are from one of our last days there. It was one of these days when you look out of the window in the morning and a ship is passing by.

Norway

One of the days when you’re leaving the cozy cabin for a short walk and suddenly the sky is all cloudy and wonderful.

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We stood by the small lake and thought about which house could be ours here.

Norway

It was the day when we walked on top of the big hill without knowing where we were going, but exactly knowing what we were looking for.

Norway

The day I saw somebody disappear somewhere in the trees,

Norway

and found some snow on the path.

Norway

It was the day when we jumped over a big, big puddle and my socks got all wet, but then we saw another lake in the valley.

Norway

We walked on, the ground got all muddy and slippery, the sun had set a long time ago, and then we reached the top of the big hill.

Norway

The whole ground was full of moss and very small plants, and that’s the place where our path ended.

Norway

It was Christmas Eve 2014.

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Norway 2014

In the last days of December 2014, we spent a few days in Norway. My last time there had been for a roundtrip 13 years ago, and I still had those memories of impressive, breathtaking landscapes in mind.

We had rented a tiny log cabin located near a small village on an island close to Bergen. It’s a lovely cabin directly above a fjord, so from every window you can see the water, feel the wind when standing on the small terrace and hear the calming sound of the waves while falling asleep at night.

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There is a sauna which belongs to the cabin as well. The sauna is in a pyramid, and the best thing about it is that, after the sauna, you can get your body some cold water by jumping into the fjord. Now that is pretty cool.

Norway

We mostly spent the days snuggling into the corners of the couches in the cabin, reading, watching tv series, drinking tea and eating Norwegian cookies (we especially loved those pizza rolls in the picture, but our favourites were the wonderful Kokostopper).

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Only a few minutes of a walk away, there’s a small bakery who are making incredibly delicious organic breads, rolls, pastries and cakes. Continue reading

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Ein Lebensgefühl wie Einparken

Jetzt in diesem Moment ist die Wahrheit, dass du Recht hast mit allem. Aber das hast du dir, glaube ich, schon gedacht.

Dieses Jahr fing an mit einem schwarzen Flügel in einer Hotellobby, auf dem ich nicht spielen durfte. Es ging weiter mit einem schwarzen Flügel in einem Wohnzimmer, auf dem ich ein Lied spielte, zu dem ich gerne singen wollte, aber nicht konnte. Dazwischen habe ich die Holunderblüte verpasst.

Im Weinglas in der Küche schwimmen die Fliegen. Elf Stück sind es, ich zähle sie, als ich den Wein in die Spüle schütte.

Mein Herz schlägt schneller.

Es ist noch immer heiß in der Stadt. Vorsichtig gehe ich durch die Straßen, die Füße auf dem heißen Asphalt im störrischen Gang derer, die in Wahrheit lieber zuhause in einer Ecke liegen und Vorwürfe gegen die Zimmerdecke rufen würden. Nur mehr tastende, langsame Bewegungen, nicht mehr als unbedingt notwendig, und auch diese wenigen mit ausdrücklichem Widerstreben. Als das unbedingt Notwendige getan ist, taste mich an Hauswänden entlang zurück in die Wohnung und sperre den Sommer aus.

Ich ziehe die verschwitzten Sachen aus, dusche kalt und reibe einmal mit dem Handtuch über meine Haare. Der größte, völlig klare und doch vorher kaum fassbare Unterschied nach dem Haareabschneiden war, dass da plötzlich nichts mehr war, das mir ins Gesicht fiel, beim Sex auf anderen Körpern landete, lang und rotblond auf dem Boden liegenblieb und auf den Staubsauger wartete. Nichts derart Offensichtliches mehr zurückzustreichen, wegzuhalten und beim Wohnungsputz wegzuwerfen. Und all das ist so ziemlich das Beste daran, neben der Gewissheit, immer den Wind im Nacken spüren.

Ich höre Musik von neunzehnhundertachtundneunzig und lese das Internet von zweitausendvierzehn. Ich kehre an einen Ort zurück, den ich seit sehr langer Zeit nicht mehr sah; lese alte Zeilen darin, offenbar verfasst von mir. Es kommt mir vor, als läse ich die Texte einer Fremden. Ich vergleiche es mit dem Heute und frage mich erst, was denn jetzt eigentlich wahr ist und dann, ob ich mir nicht allein schon mit dieser Frage etwas vorlüge.

Denn ich weiß, dass alles wahr war und alles wahr ist. Und wahr wird es immer sein, aber selbst im allerbesten Fall immer nur für ganz genau einen Moment. Für einen Moment, der sich nur in den seltensten Fällen wiederholt. Mehr Wahrheit ist nicht drin. Ich finde das sehr gut so.

Wenigstens ein paar Haare ausgerissen letztes Wochenende.

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Achtundneunzig Prozent aller Ladebalken

Ich knete und sehe einem Pizzateig beim Gehen zu. Nachts sitze ich in der Küche, rauche die letzte Zigarette und freue mich über diese Stille mitten in der Stadt.

Und dann: Eiswürfel machen. Schweißperlen beobachten. Mit Pizza-Eis-Bauch im Bett liegen und Filme schauen. Im Park liegen und Spinnen von einer Hand auf die andere krabbeln lassen. Orangenlimonade trinken. Über eine Syntax streiten. Einen irritierten Blick einfangen und ins innere Fotoalbum einkleben. Ein Gefühl verlieren. Ein Stück Fleisch durch die Stadt tragen. Mehr Eiswürfel machen. Die Auswanderung nach Skandinavien planen.

Den allerersten Sommer meines Lebens habe ich kurz vor meiner Geburt bei gemäßigtem Klima erlebt. Für alle Sommer seitdem war und bin ich einfach nicht gebaut.

Ich sitze verzückt vor einer Waschmaschine und wasche vier Stunden lang Wäsche. Weil’s jetzt geht.

Ja sagen. Einen Terminkalender aktualisieren. Im Bett liegen und Eis essen. Eine E-Mail lesen und es nicht fassen können. Eine andere E-Mail lesen und es anders nicht fassen können. (Ich lese zu viele E-Mails.)

Es hat sich vieles verändert. Je mehr ich erfuhr, umso radikaler wurde ich in meinem Denken. Je mehr ich las, umso klarer wurde ich in meiner Haltung. Je mehr ich lernte, umso sorgsamer wurde ich mit Menschen. Je mehr Zeit verging, umso gnädiger und härter wurde ich mit mir selbst.

Im Moment beobachte ich all das. Sehe, was weit weg geschieht und doch alles darüber aussagt, wie die Dinge gerade stehen. Höre mir an, was die anderen zu sagen haben. Schreibe Pläne, führe Gespräche, tue, was ich von mir erwarte. Die Zeit wird kommen, wo ich von alledem einige große Schritte zurücktrete, auf einen Stuhl klettere (oder auf eine Leiter oder einen Baum), und mir all das mit größerem Abstand ansehe. So wie ich gestern um siebzehn Uhr fünfunddreißig eine E-Mail las, die aus Versehen bei einer Stichwortsuche auftauchte und deren Existenz ich vor vier Jahren vergessen hatte. Die mich wieder zum Lachen brachte, wie die Person, von der sie stammte. Nicht alles verändert sich, nur weil ein Abstand sich vergrößert.

Eigentlich hätte ich schon vor Monaten schreiend weglaufen müssen. Ich habe es nicht getan, und nur in Nächten wie dieser gestehe ich mir zu, langsamen Fortschritt zu beobachten.

Achtundneunzig Prozent aller Ladebalken sind Schwindel.

 

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Konstruktiv

Ein Pony streicheln. Schafe zählen. Im Schlaf Mückenstiche aufkratzen. In der Sonne liegen wollen und nach fünf Minuten in den Schatten flüchten. Zu viel Kaffee trinken. Hinter einem Sucher verstecken. Auf den Bildern nichts wiederfinden. Zu alledem zwingen, was gemeinhin unter “gesunde Gewohnheiten” fällt. Das Leben ist halt kein Ponyhof, aber wenigstens die Möglichkeit eines inneren Vergnügungsparks. Weinen, kurz darauf Dinge sagen und es hinterher sehr bereuen. In ein Gesicht schauen und nichts wiedererkennen. Nur noch im Konstruktiv sprechen. Wochenlang auf eine Verabredung freuen und sie im letzten Moment vergessen. Auf die to-do-Liste setzen:

  1. Einkaufen: Tomaten, Saft, Basilikum, Olivenöl
  2. Flügel kaufen
  3. Waschmaschine kaufen (Anschluss?)
  4. Geld verdienen
  5. Flügel kaufen
  6. passende Wohnung finden
  7. umziehen
  8. klarkommen

Und immer wieder die Frage, ob es nicht doch eher die Mücken sind, die den Sommer machen.

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Brighton

So let’s talk, that’s all we’ll do, just talk.

Zuschauen und winken, wenn alle in den Urlaub fahren. Ein Piercing herausnehmen und dann versehentlich mit dem Biomüll entsorgen. Zwei Handvoll Haare abschneiden lassen von einem Kopf, auf dem doch eh fast keine Haare mehr sind. Gehärteten Klebstoff von einer Tischplatte kratzen. Einen Salbeistrauch wegschmeißen; das Käfervolk, das er eingeschleppt hat, gleich mit. Neue Piercingstecker kaufen. Das Gefühl, mehr Metall am Körper zu brauchen. (Oder doch Tinte, oder doch Sonne.) “Herzlich willkommen!” schreiben. Nägel in neuem Rot lackieren. Krass vermissen.

Nichts mehr verstehen. Acht Seiten für die Rentenversicherung ausfüllen. Belegen sollen, dass ich das kann, was ich so mache. Mir dessen Seite für Seite, Feld für Feld, selbst immer weniger sicher sein. Verträge ausdrucken und tackern. Einen Plan B suchen. Klauseln prüfen. Überlegen, hauptberuflich tagein, tagaus Seiten zu tackern. Merken, dass es dafür schon Maschinen gibt. Der Tag, an dem Automatisierung meine Karriereplanung zerstörte.

Feststellen, dass das Pathos meiner Vorträge zu einhundert Prozent davon abhängt, welche Musik ich beim Schreiben höre. Über Häuser reden. Einen See in Betracht ziehen. Das Schreiben für die Rentenversicherung in den Briefkasten werfen. An einen Bausparvertrag denken.

In allen Ecken der Wohnung schwarze Haare finden. Mit Zucker und Olivenöl die letzten Reste sonnenverbrannter Haut ablösen. Staunen, wie das so geht, mit der Haut. Aufs Fahrrad setzen und in den Wald fahren. Merken, dass alles schon wieder eine Woche her ist. Bilder machen. Eine Erinnerung wie ein hingeworfenes Strandaquarell; ein Gefühl wie Brackwasser.

Im Taxi weinen.

Einen Spiegel umhängen. Vielleicht war Manches noch nie so intensiv wie jetzt; so unglaublich gut, so halsüberkopf; und so unaufhaltsam wahnsinnig. Mit dem Wissen, dass es gegen die Wand fahren wird; die Frage ist nur noch, wo genau die Wand sich befindet.

Versuchen, den Schwindel zu ignorieren. (Wie alles andere auch.) Einatmen, ausatmen. Einatmen, ausatmen. Am Flughafen die teuerste Apfelsaftschorle aller Zeiten kaufen. In ein Flugzeug nach Westen steigen

Im Kalender eine tägliche Erinnerung an die eigene Verletzbarkeit eintragen.

Dies ist das erste Jahr, in dem die zwanzig Jahre alte Narbe unter meinem Bauchnabel nicht mehr zu sehen sein wird.

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In meinen Armen

Ein Plüschtier kaufen. Auf einen Zettel ein <3 schreiben und ihm an die grün-plüschige Brust heften. Kuchenzutaten auf ein Blatt malen. Innerlich zusammenfallen. Am Telefon T., der eine Viertelstunde lang berichtet, wie er einen Maulwurf beobachtet. Maulwurfvideo ansehen. Nicht schlafen können. Einen neuen Text schreiben. Zur U-Bahn rennen. Eine Fahrkarte für 10 Euro kaufen. 151km gen Nordosten fahren. Eine Präsentation zusammenwürfeln. Von 17-Jährigen angeflirtet werden. Beinahe an der falschen Station aussteigen. An einem Bahnsteig stehen. Ein Herz im Taxi-Fußraum finden. Wieder genau an der selben Stelle wie vor vier Jahren sein. Alles wiedererkennen. Lernen, was “danke” auf Polnisch heißt. Zu einer Villa fahren. Ein Bild nach Köln schicken. Hoffen, dass es bald Wasser gibt. Drei Schluck Bier trinken. Zu viel reden. Dem Klang einer fremden Sprache lauschen. In einen Kinosessel einkuscheln. Gähnen. Endlich Wasser trinken. Vier Gläser. Auf einer Mauer sitzen und in den Abendhimmel über Polen schauen. Noch mehr reden. Rauchen. Die Augen mit Mühe offen halten. Ins Hotel fahren. Den Müslischüsseln auf dem Frühstücksbuffet zuwinken.

In ein Bett fallen. “Jetzt reiß dich mal zusammen” denken. Trotzdem vermissen. Keine Nachricht schreiben. Lachen, als in dem Moment eine Nachricht kommt. Aufstehen und ein Foto machen. Vornehmen, zu schlafen. Den Wecker stellen. Eine Fahrkarte für 42 Zloty kaufen. Eine Stunde am Bahnhof sitzen, gegen ein Kioskhäuschen gelehnt. 151km gen Südwesten fahren. Aus dem Zugfenster schauen. Wegdösen. U Gesundbrunnen. Zwei Bissen Obstsalat essen. Zur Wohnungstür hineinfallen. Rucksack in eine Ecke werfen. Essen wollen. Stattdessen mit einer Chipstüte im Arm einschlafen.

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Alles anders

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Wieder um 20 Uhr nach ganz oben aufs Dach gehen. Darauf warten, dass die Sonne untergeht. Ein letztes Mal auf die Wolken warten. Ein letztes Mal versuchen, nicht an “ein letztes Mal” zu denken. Nicht einschlafen können. Verschlafen. Orangensaft trinken. Eine Tasche packen. Ein Handtuch zurückbringen. Danke sagen. Ganz oben, ganz hinten im Bus sitzen. Aus dem Fenster sehen, die Hand ausstrecken und fast die Palmenkronen streicheln können. Nicht fort wollen und doch abheben. Kaffee und Orangensaft trinken. Ein Bordmagazin lesen. Kaffee und Orangensaft trinken. Nein sagen, nur von innen. Nicht ankommen wollen und doch landen. Auf ein Taxi warten, das niemals kommt.

Die Tür aufschließen und wenigstens ist das Geschirr gespült. Den Boiler einschalten. Dem leeren Kühlschrank hallo sagen. Einen verdorbenen Mozzarella wegwerfen. Nicht schlafen können. Ein Körper, der sich fühlt wie am falschen Ort. Ein Kopf, der am falschen Ort ist. Alles anders, alles falsch. Am Morgen dann in den Waschsalon gehen. 2 Bikinis, Unterwäsche, 2 Shorts, eine Jeans, 2 T-Shirts, 2 Tops, 3 Paar Socken.

Den ganzen Morgen warten und schließlich doch zu spät sein. Eine Tür aufschließen. Erstmal Kaffee kochen und die gute Tasse ohne Sprung heraussuchen. Musik hören. Dasitzen, hinsehen und mich wundern. Wie leicht es ist. Wie einfach. Wie es ist, ganz ohne Nachdenken, ohne Mühe. Wie alles anders ist und wie schwerelos. Aus den letzten Vorräten Gnocchi mit getrockneten Tomaten und Oliven kochen. Einen Film sehen. Einen Blick nicht abwenden können. Einatmen. Ausatmen. Schlafen können. Aufwachen und nicht aufstehen. Über einen Flecken Morgensonne nachdenken. Den Computer in die Werkstatt bringen. Dasitzen, daliegen, mich wundern, dass die Leichtigkeit nicht verfliegt. “Huh?” hören. Mehr Kaffee kochen. Pizza essen. Mit Pizzabauch einschlafen. Zu früh aufstehen. Zu viele Dinge aufschreiben müssen. Schon wieder in allem zu viel “zu”. Und alles zu schnell. Vor allem: zu früh zur U-Bahn gehen.

Den letzten Sonnenuntergang sehen. In die Küche zurückkommen. Und wieder alles anders. Und wieder alles falsch.

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Zweihundert Millionen Jahre

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Das Auto um die Kurven gewickelt. Gefühlt wie auf einer zu groß geratenen Carrera-Bahn. Der Katze hallo gesagt. Mit den Bauarbeitern geredet. 1.600 Meter über dem Meer. Mandelkuchen geschenkt bekommen. Gefragt worden, ob ich hier lebe. Der Radioempfang hält immer nur genau bis zur nächsten Serpentine (also ca. 20 Meter (heute meist weniger)). Den Raben ziehen lassen. Niemanden mitgenommen. Die Fenster aufgemacht und den Wald eingeatmet. Eine Aprikose geschenkt bekommen. Einen Kern in den Wald geworfen. Den Berg hinuntergestiegen. An einem Dornbusch das Gesicht zerkratzt. Am See entlang gewandert. Wieder nach oben gewandert. (Wandern in der Mittagssonne: nicht nochmal.) Wieder den bunten Sandstein gesehen. Auf der Motorhaube gesessen und geraucht. Ans Ende der Landkarte gefahren. Am Strand entlang gelaufen. Die obligatorische Möwe fotografiert. Die lokale Alternative zur Klowandbeschriftung.

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Wieder Avicii gehört. Zitronenbäume gesehen. Bananenstauden gestreichelt. In die Wolke gefahren. Ein Partyschiff gehört. Eine Gegend wiedererkannt. Hibiskus gerochen. Im Kreisverkehr zweimal mehr herumgefahren. 16 Bahnen geschwommen. Gelegen, die Füße direkt über dem Tal. Ein Foto gemacht und doch nicht verschickt. Über Lichtverschmutzung nachgedacht (ich sollte wieder dahin, wo es nachts ganz dunkel ist).

Die Dinge fühlen sich an wie an dieser Stelle am Meer zu sitzen: zweihundert Millionen Jahre bis Sandstrand.

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(Wenigstens ist die Aussicht gut.

(Unklar, ob das hilft.))

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Heute

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Aufgebrochen. Ans Lenken gewöhnt. Vor den Kurven gehupt. Auf der Serpentine rückwärts gefahren. Auf der Leitplanke gesessen. Am Ende der Straße gestanden. Über ein Navigationssystem gewundert. Halt gemacht. Karten gelesen. Ananassaft getrunken. Die Serpentinen wieder runtergefahren. Dem Fahrer vom Milchlaster zurückgewunken. Die Berge hochgefahren. Das Autoradio eingeschaltet. Es ist kein Zufall, dass immer Avicii läuft, wenn ich Radio höre – es liegt daran, dass immer Avicii läuft. Keine Palmen gezähllt. Auf Anweisung gegen einen Automaten getreten. Unter einem blauen Sonnenschirm gesessen. Den See gesucht. Die Berge weiter hochgefahren. Gegrüßt. Sonnenbrand auf dem linken Arm bekommen. Das Fenster hochgekurbelt. Die Berge runtergefahren. In den Wald hineingeschaut. Das Meer unter den Wolken gesehen. Erdbeeren mit Schlagobers gegessen. In der warmen Mittagsluft den Duft von Kräutern, Nadelbäumen, Sonne gerochen. Dem Navigationsgerät zugerufen, dass es froh sein kann, dass es fest eingebaut ist. Kuchen gegessen. Auf der Motorhaube gelegen. Nachgedacht. Mich wieder aufgeregt, geärgert, wütend geworden. Mich wieder gefragt, ob und wann es je aufhört, dass ich mich aufrege, ärgere, wütend werde. Lange nachgedacht über einen Tweet vom 13.06., 13:24 Uhr. Kaktusfeigen probiert. Dornen aus den Fingerspitzen gezogen. Aufs Wasser zugefahren. An den Straßenrand gefahren und angehalten. Den Motor ausgemacht. Die Sonnenbrille abgesetzt.

A long and winding road.

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A long, long way to go.
(Und die Frage, wer mitgeht.)

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Die Könige der Nacht tragen Augenringe

Das Bett: zu groß, zu klein, zu hart, zu weich. Die Vorhänge: zu auf, zu zu. Die Decke: zu leicht, schwer, warm, dünn. Linke Seite, rechte Seite, auf dem Bauch. Hin- und herdrehen und zurück. Kissen aufschütteln. Kissen plattliegen. Aufgeben, aufstehen, die Decke hinter einem her-, aufs Sofa umziehen. Hin- und herdrehen und zurück. Aufgeben, aufstehen, die Decke hinter einem herziehen, ein Glas vom Tisch reißen. Es krachen und liegen lassen. Zurück ins Bett. Fallen lassen. Umdrehen. Zwanzig Minuten später aufstehen, ein Glas Wasser trinken. In die Küche setzen. Umherlaufen. Ins Bett fallen. Nein sagen aus bloßer Verzweiflung. Nichts sagen aus Mangel an Alternativen. Ein Körper, der spricht, in einer Sprache, an der nichts zu deuten ist. Ein Gesicht, das nicht einmal mehr die Augenbrauen hochzieht. Es wird Zeit, spätestens an der Stelle, wo die Musik wieder einsetzt. Warten darauf, dass es einfach nur noch vorbeigeht.

Alles auf Anfang, alles auf Repeat.

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Und dann diese scheiß Sehnsucht, wie von Zigarettenqualm vergilbte Raufasertapete. Blättert in leeren Räumen von den Wänden, fällt langsam zu Boden und zerbricht. In Stücke, klein, aber immer noch groß genug, dass man sie wieder zusammensetzen könnte. Konjunktiv. Aber am Ende lesen sowieso immer die Falschen.

Und wir; wir sollten wieder mehr auf Wände schreiben.

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