Notiz: Gibt es Leben in der Waschmaschine? (1)

Leben ist manchmal schon anstrengend. Da fühl ich mich wie im Schleudergang, Kochwäsche, und irgendwer hat ein paar Schrauben in seiner Hosentasche vergessen, so dass mir ständig Metall an den Kopf knallt.

Und dann hab ich einen Termin, bin spät dran, sitze im Auto, und bleibe nach 500 Metern mitten auf der belebtesten Kreuzung der Stadt stehen. Im Feierabendverkehr. Hinter, vor, rechts, links von mir, überall Autos, wild hupende und gestikulierende Menschen und staunende Fußgänger. Ich schalte den Warnblinker an und gucke in aller Seelenruhe unter Motorhaube, wegschieben kann ich das Auto alleine eh nicht. Hole mein Handy, verschiebe erst einmal den Termin und dirigiere nebenher den Verkehr. Continue reading “Notiz: Gibt es Leben in der Waschmaschine? (1)”

magen. megaherz. milchhaut.

mein magen macht magenkrampfmusik
missstand: malmendes murmeln mischt mittealalte
männerstimmen mit metallischen mahlgeräuschen
merkwürdig mager mein magen
magenleeregeräusche malträtieren mich meist
machen mir matschkopfgefühl meine misere:
mein mögen, mein maximalhunger, mehr mehr mehr.

merkwürdig: manchmal mag mein mitleid
missverständnisvollerweise millionen meerschweinchen Continue reading “magen. megaherz. milchhaut.”

allein ein regen/vor/weihnachts/sams/tag. /// macht. aber kein gefühl.

ich schleiche durch die stadt, die ihren körper in geschwätziges getrappel und eine regenwolke hüllt und ihr fahles gesicht mit greller weihnachtsbeleuchtung überschminkt hat. laufe mit meinem roten wintermantel durch die weihnachtsgansartig gestopfte fußgängerzone, und meine schuhe klackern gegen den takt.

denn in gedanken streiche ich noch einmal über deine eisluftspröden lippen, _______________________________ . und weil du vor 27 stunden, 12 minuten und 76 sekunden ein letztes mal gegangen bist, fühle ich mich tausendfach einsamer als die hälfte einer zweisamkeit. und kann noch nicht einmal so tun, als wäre ich weihnachtsvorfreudig und glücklich oder verträumt lächelnd ein handy an mein linkes ohr halten und gegen die menge anflüstern. ///

.

also laufe ich in schreibwarenläden. fingere mit sehsuchtzitternden fingern nach der tinte in meiner tasche, als wäre sie meine droge. meine augen irren durch den laden, greifen nach den füllern.

und dann schreibe ich dir. auf blöcke, die als überschrift “Bitte probieren Sie” tragen, schreibe dir liebesbriefe auf französisch. schreibe von arriver und s’en aller, und überall (mit vierzehn strichen) je t’embrasse.

.

und solltest du an diesem regentag noch einen füller kaufen, wirst du lesen, was ich dir niemals gesagt habe.

du wirst die seiten abreißen, voll ärger, dass jemand das ganze papier verbraucht hat.

und du wirst nie erfahren, dass ich es war.

[vertont.]