Sonntag

(Blick vom TU-Hochhaus, Janur 2011) In Berlin weiß man nur, dass Wochenende ist, weil die Bahn seltener fährt als an Werktagen. Sie setzt sich auf eine Bank unterm Fernsehturm und beobachtet das Leben, wie so oft in diesen Tagen, wenn sie irgendwo zwischen Menschen ist und den Dingen zusieht, die sie tun. Sie sieht die… Continue reading Sonntag

Schlimmer geht immer: Die deutsche Sprache und der Super-GAU

(14.03.2011 / Berlin, Bundeskanzleramt / Mahnwache) Ein kurzer Ausflug in die Etymologie oder die Widerlegung der Aussage, eine Steigerung des “größten anzunehmenden Unfalls” (GAU) könne es nicht geben. Synonym für den GAU ist der Auslegungsstörfall. Kernkraftwerke sind offiziell für den Auslegungsstörfall ausgelegt, d.h. dieser Fall wurde bereits in den Planungen des AKWs berücksichtigt. Im Auslegungsstörfall… Continue reading Schlimmer geht immer: Die deutsche Sprache und der Super-GAU

Fukushima, Japan

Am Freitag sieht man ungläubig auf Animationen von Kontinentalplatten, und auf die Wucht, mit der ganze Dörfer weggerissen wurden, und alles ist so groß, dass man denkt, es ginge um die Häuser, wo es doch um Menschen geht. Nachts bleibt man wach, um zu erfahren, wenn etwas passiert, als könnte man dadurch irgendetwas ändern. Früh… Continue reading Fukushima, Japan

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Das Lied der Möglichkeiten

Manchmal ist die Frage, ob die es gar nicht um die Quantität der Optionen geht, sondern darum, ob nicht einfach jede davon die falsche ist. // Man könnte dies als philosophisches Betrachten einer Fleischtheke deuten. Könnte man. Muss man aber nicht.

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Wasser

(See, um 1999) Seit ihrer Kindheit war sie fest überzeugt, wasserlöslich zu sein. Sie wartete nur darauf, eines Tages ohne Schirm und Cape im Regen zu stehen. Sie würde auf der Straße neben dem Gehweg stehen und zusehen, wie sie sich langsam auflöst. Wie ihre Kleidung verschwimmt, ihre Haare, ihre Hände weggewaschen werden und ihre… Continue reading Wasser

Leben ist Sterben: Biologie für Metaphoriker

Leben beginnt mit dem Zusammenschluss der größten und der kleinsten Zelle des Menschen – Eizelle und Spermium. Mit ihrem Verschmelzen entsteht die Zygote, aus der in 9 Monaten Billionen von über 200 verschiedenen Zellarten entstehen. Mensch kann nur werden, wer sterben kann: Ab der 6. Lebenswoche wachsen die Hände zunächst nicht weiter, sondern einzelne Zellen… Continue reading Leben ist Sterben: Biologie für Metaphoriker

Analog

Ich würde gerne analog bloggen. Die Texte schriebe ich in ein Notizbuch, schnitte die Seiten aus und steckte sie in Briefumschläge. Ich übte extra eine schönere Handschrift, und Fotos schickte ich als Abzüge mit. Für übers-Bett, für an-die-Wand und für Freunde. Und beim Feed wäre jede Woche ein Keks mit im Umschlag. Das wäre schön.

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Die erste, letzte, schönste Liebe

Egal was war, da war immer Musik: Beim Aufwachen, beim Zähneputzen, beim Autofahren, im Bus, im Café, in der Bar, im Kopf und beim Einschlafen. Ich habe immer Musik gemacht: Spiele Geige, seit ich denken kann, Gitarre irgendwie auch. Dann war da noch diese Gesangsausbildung, ich fing an, Musik zu schreiben, und will endlich auf… Continue reading Die erste, letzte, schönste Liebe

Italien

In Italien war der Herbst noch immer viel mehr ein Sommer. Wir waren mit meinem alten Auto gefahren, durch die Berge, vorbei am Lago Maggiore, bis da nur noch Feldwege waren. An einem kleinen Haus neben einer Pferdekoppel ließen wir das Auto stehen und zogen die Schuhe aus. Hand in Hand liefen wir durch den… Continue reading Italien

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Eigentlich … oder: ach, egal

Eigentlich ist es doch egal, dass der Winter nicht vorbeigeht. Dass ein neuer Laptop unbezahlbar ist, und eine neue Brille auch. Und dass die Lieblingsbücher mitten in der Nacht verbrannt sind. Eigentlich ist das alles so egal. So lange wir noch Eislaufen gehen. Durch die Stadt streifen, als wäre das nicht unser Zuhause. Und so… Continue reading Eigentlich … oder: ach, egal