Wieder um 20 Uhr nach ganz oben aufs Dach gehen. Darauf warten, dass die Sonne untergeht. Ein letztes Mal auf die Wolken warten. Ein letztes Mal versuchen, nicht an “ein letztes Mal” zu denken. Nicht einschlafen können. Verschlafen. Orangensaft trinken. Eine Tasche packen. Ein Handtuch zurückbringen. Danke sagen. Ganz oben, ganz hinten im Bus sitzen.… Continue reading Alles anders
Author: L.
I walk fast.
Zweihundert Millionen Jahre
Das Auto um die Kurven gewickelt. Gefühlt wie auf einer zu groß geratenen Carrera-Bahn. Der Katze hallo gesagt. Mit den Bauarbeitern geredet. 1.600 Meter über dem Meer. Mandelkuchen geschenkt bekommen. Gefragt worden, ob ich hier lebe. Der Radioempfang hält immer nur genau bis zur nächsten Serpentine (also ca. 20 Meter (heute meist weniger)). Den Raben… Continue reading Zweihundert Millionen Jahre
Heute
Aufgebrochen. Ans Lenken gewöhnt. Vor den Kurven gehupt. Auf der Serpentine rückwärts gefahren. Auf der Leitplanke gesessen. Am Ende der Straße gestanden. Über ein Navigationssystem gewundert. Halt gemacht. Karten gelesen. Ananassaft getrunken. Die Serpentinen wieder runtergefahren. Dem Fahrer vom Milchlaster zurückgewunken. Die Berge hochgefahren. Das Autoradio eingeschaltet. Es ist kein Zufall, dass immer Avicii läuft,… Continue reading Heute
Die Könige der Nacht tragen Augenringe
Das Bett: zu groß, zu klein, zu hart, zu weich. Die Vorhänge: zu auf, zu zu. Die Decke: zu leicht, schwer, warm, dünn. Linke Seite, rechte Seite, auf dem Bauch. Hin- und herdrehen und zurück. Kissen aufschütteln. Kissen plattliegen. Aufgeben, aufstehen, die Decke hinter einem her-, aufs Sofa umziehen. Hin- und herdrehen und zurück. Aufgeben,… Continue reading Die Könige der Nacht tragen Augenringe
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Wir waren da, wo die Luft am heißesten und der Tag am dunkelsten war, so dunkel, dass die Motten längst gegangen waren. Wo die Menschen aussahen wie große, dunkle Laternen mit Augen oder lange, schmale Bäume, und wo sich die Füchse hinter Holzverschlägen trafen. Wir haben den Rausch mitgemacht, den Exzess ganz oben mitgenommen, uns… Continue reading –
Explizit ist das neue implizit
Nichts mehr sagen. Und stattdesssen: mit G. im Wohnzimmer sitzen, Beat Loops anhören und ihm eine große Karriere im Eurodance-Business versprechen. Eine Choreographie einstudieren und vor Lachen fast vom Sofa fallen. Zu viel Kaffee trinken. Die Katze beneiden, die sich zu einem wollenen Ball zusammengerollt hat. Ein Interview führen. Nach Amerika telefonieren. Singen. Eine Postkarte… Continue reading Explizit ist das neue implizit
Radio, Radio
Ich bin seit noch nicht einmal 24 Stunden von einer Reise nach Lanzarote zurück, ich habe drei Pullover an und ich versuche, den Temperatursturz um 30 Grad zu verarbeiten. Jedenfalls, machen wir es kurz: am Montag, also morgen, bin ich ab 22 Uhr bei Radio Fritz zu Gast. Wir reden übers Alleinereisen und diesen Text… Continue reading Radio, Radio
Der Mond, der Arsch
Es ist ein Wochenende, es ist schon spät am Abend, ich bin schon wieder auf einer Party, obwohl ich sonst nie auf Parties gehe, und ich komme ins Wundern. Ich wundere mich, dass es nichts Neues gibt, nur die selben Klamotten wie in der letzten Woche, die selben Tricks, die selben Sprüche wie in den… Continue reading Der Mond, der Arsch
Zwei null eins vier
31.12., 23:44 Uhr. Komm, wir bleiben im Bett und stoßen mit Kräutertee an. 23:58 Uhr. Ein Glas für die Dame, ein Glas für den Herrn. Das Sektglas in die Hand, loslaufen, noch zwei Minuten, durch den Raum mit den Ledersesseln, Terrassentür auf. Raus. 23:59 Uhr. Der See liegt still zwischen den Bäumen. Blick aufs iPhone,… Continue reading Zwei null eins vier
Das Herz der Stadt schlägt nur noch alle vier Stunden
Der Boiler tropft. Vor zehn Tagen fing es an, einfach so, als ich in der Küche saß, Kaffee trank und rauchte, da machte es plötzlich plopp. Plopp. Plopp. Plopp. Dann ist es der 20. Dezember, die Letzten verlassen die Stadt, sie fahren zu ihren Familien, ich bleibe hier und winke ihnen nicht hinterher. Das ist… Continue reading Das Herz der Stadt schlägt nur noch alle vier Stunden