concrete

I keep dreaming in English.

I keep dreaming of big cities, wide landscapes, hotel rooms full of light, a room in the south, people I once knew. When I wake up, I don’t know where I am.

What’s funny is that, most of the times, I can only stand being in the city because of my vivid dreams of leaving the city. I never leave. I never rode into the sunset.

I read the 127 short stories I wrote but never published, and I wonder how all of them can still be true. I listen to the music and I hate the songs that go horribly wrong after the first 44 seconds. I put songs on repeat that I’ll soon never listen to again.

What’s left are the walls, the bricks, the stones. What’s left is the concrete.

Being able to name things is powerful. I’ve been saying that for a long time. Only now did I understand what it really means. Only now did I understand how being able to name things can change a life.

I keep thinking in English. There’s no one to correct my grammar mistakes.

This is not a food blog (but here’s something about Pasta)

I hate cooking, I’m a bad cook, I don’t care about fanciness of my food, and I’m definitely not a foodie (although I enjoy good food when I don’t have to prepare it myself). I usually just cook food that is prepared quickly, eat it so I don’t feel hungry anymore, sigh because I need to wash the dishes, and that’s it.

Yesterday though, for the first time in decades, I felt like I really wanted to cook. I almost felt an urge to cook, which is an entirely new feeling for me and I’m not sure how to deal with that yet.

Yet, I really enjoyed the meal that I prepared then. And although I’m not sure if I was exactly selling this with all I wrote in the first paragraphs, I wanted to share it here:

Pasta with sugar snaps, cocktail tomatoes, green beans and Avocado Cucumber Salad.

salad

First, I prepared the salad. It’s this recipe, – you basically just dice avocado (make sure it’s really ripe) and cucumber, prepare the dressing, done. I just tweaked the dressing a little – I used yoghurt instead of the mayonnaise, and basil instead of cilantro / parsley. That salad is prepared easily and can just be set aside. It tastes super fresh and creamy, and I also really liked the hot sauce part about it.

Pasta

You can just vary all ingredients in share depending on if you rather want a pasta dish or veggie dish (I had more Pasta yesterday, but next time I may take more beans), just choose amounts based on what you like most. You’ll roughly need per person:

  • Pasta (Penne)
  • Green Beans (a small handful)
  • Sugar Snaps (a small handful)
  • Cocktail tomatoes (around 5, or more)
  • Cream Cheese, around 50-100g
  • 1 clove of garlic (or more)
  • Salt, Pepper
  • In case you fancy cheese, you may want to add some parmesan as well.

And then: improvise, improvise!

Here’s roughly how I did it:

I cooked some Pasta (Penne) al dente. Meanwhile, I cut green beans to the length of the Penne (for the looks), cooked them in water for ~7 mins, set them aside. I washed the sugar snaps and cut the cocktail tomatoes in halfs, and set them all aside as well. And I cut the garlic in very very tiny dices.

When the pasta was done, I left some water in the pot, added the cream cheese and garlic, some pepper and salt, stirred it all, had it cook a little more until the sauce was thickening, added all veggies and served it with the salad.

I liked this dish a lot. It doesn’t require a lot of special stuff, tastes very fresh, it’s also a little creamy, and has a lot of veggies in it.

And hey, just in case you think you could like this dish also – here’s a crappy photo I took last night right before eating it:

Achtundneunzig Prozent aller Ladebalken

Ich knete und sehe einem Pizzateig beim Gehen zu. Nachts sitze ich in der Küche, rauche die letzte Zigarette und freue mich über diese Stille mitten in der Stadt.

Und dann: Eiswürfel machen. Schweißperlen beobachten. Mit Pizza-Eis-Bauch im Bett liegen und Filme schauen. Im Park liegen und Spinnen von einer Hand auf die andere krabbeln lassen. Orangenlimonade trinken. Über eine Syntax streiten. Einen irritierten Blick einfangen und ins innere Fotoalbum einkleben. Ein Gefühl verlieren. Ein Stück Fleisch durch die Stadt tragen. Mehr Eiswürfel machen. Die Auswanderung nach Skandinavien planen.

Den allerersten Sommer meines Lebens habe ich kurz vor meiner Geburt bei gemäßigtem Klima erlebt. Für alle Sommer seitdem war und bin ich einfach nicht gebaut.

Ich sitze verzückt vor einer Waschmaschine und wasche vier Stunden lang Wäsche. Weil’s jetzt geht.

Ja sagen. Einen Terminkalender aktualisieren. Im Bett liegen und Eis essen. Eine E-Mail lesen und es nicht fassen können. Eine andere E-Mail lesen und es anders nicht fassen können. (Ich lese zu viele E-Mails.)

Es hat sich vieles verändert. Je mehr ich erfuhr, umso radikaler wurde ich in meinem Denken. Je mehr ich las, umso klarer wurde ich in meiner Haltung. Je mehr ich lernte, umso sorgsamer wurde ich mit Menschen. Je mehr Zeit verging, umso gnädiger und härter wurde ich mit mir selbst.

Im Moment beobachte ich all das. Sehe, was weit weg geschieht und doch alles darüber aussagt, wie die Dinge gerade stehen. Höre mir an, was die anderen zu sagen haben. Schreibe Pläne, führe Gespräche, tue, was ich von mir erwarte. Die Zeit wird kommen, wo ich von alledem einige große Schritte zurücktrete, auf einen Stuhl klettere (oder auf eine Leiter oder einen Baum), und mir all das mit größerem Abstand ansehe. So wie ich gestern um siebzehn Uhr fünfunddreißig eine E-Mail las, die aus Versehen bei einer Stichwortsuche auftauchte und deren Existenz ich vor vier Jahren vergessen hatte. Die mich wieder zum Lachen brachte, wie die Person, von der sie stammte. Nicht alles verändert sich, nur weil ein Abstand sich vergrößert.

Eigentlich hätte ich schon vor Monaten schreiend weglaufen müssen. Ich habe es nicht getan, und nur in Nächten wie dieser gestehe ich mir zu, langsamen Fortschritt zu beobachten.

Achtundneunzig Prozent aller Ladebalken sind Schwindel.

 

Explizit ist das neue implizit

Nichts mehr sagen. Und stattdesssen:

mit G. im Wohnzimmer sitzen, Beat Loops anhören und ihm eine große Karriere im Eurodance-Business versprechen. Eine Choreographie einstudieren und vor Lachen fast vom Sofa fallen. Zu viel Kaffee trinken. Die Katze beneiden, die sich zu einem wollenen Ball zusammengerollt hat. Ein Interview führen. Nach Amerika telefonieren. Singen. Eine Postkarte schreiben. Schöne Menschen sehen. Das richtige T-Shirt tragen. Daran denken, was N. über Rock’n’Roll gesagt hat. Bilder bearbeiten. In der Küche sitzen und trinken. Nicht schlafen. Überfällige Nachrichten beantworten. Vanillesoße löffeln. Einen Lidstrich versuchen. Zeichensetzung üben. Die Wahrheit denken. Auf eine Party gehen und nach einer halben Stunde wieder nach Hause fahren. Einen Hund streicheln. Zusagen. Ein Gedicht abhängen. Englisches Frühstück machen. Einen Text schreiben. Knutschen. Eine Glühbirne wechseln. Ein Cabrio mieten, das Verdeck aufmachen, die Sonnenbrille aufsetzen, das Radio aufdrehen und durch die Stadt fahren. Eine Nacht in einer Bar verbringen. Achtunddreißig Mal hintereinander das selbe Lied hören. Einen Bürobesuch machen. Ein Hotelzimmer buchen. Dünne Wände verwünschen. Am Wochenende wegfahren.

Nichts mehr sagen.

Weil doch immer die Frage ist, ob wir uns überhaupt etwas zu sagen haben, du und ich. Oder ob wir uns besser verstehen, wenn wir beide den Mund halten. Wie das Wetter bei dir ist und wann die Gewitter in deinem Kopf aufhören. Wo du anfängst (nicht wo du aufhörst, das weißt du selber (und ich weiß es auch, aber es ist mir egal)). Wie du dir das vorstellst, und was überhaupt genau. Ob wir diese ganzen Diskussionen nicht einfach sein lassen und uns einfach nie wieder sehen sollten und

Nichts mehr sagen.

Erst recht nicht dazu, was das alles eigentlich soll: dass die Zeit der Verklausulierungen vorbei ist. Dass wir einander längst durchschaut haben mit unseren Taschenspielertricks und wir uns nur noch gegenseitig rumkriegen können. Dass du niemand bist, der anderen unnötig viel Wahrheit aufzwingt, die er auch für sich behalten kann. Dass ich niemand bin, der eine emotionale Bindung zu einem T-Shirt entwickelt, dass nach jemandem riecht. Und schließlich, dass ich jetzt so viele Selbstgespräche mit dir geführt habe, dass ich dir nichts mehr zu sagen habe. Ich hab mich gehen lassen und dich mit.

Alles was bleibt sind drei Gewissheiten:

ich setze immer zu viele Kommata. Egal was passiert, da ist immer Musik. Und auf dem Boden der Tatsachen ist es nicht zu kalt für guten Sex.

Das Herz der Stadt schlägt nur noch alle vier Stunden

Der Boiler tropft. Vor zehn Tagen fing es an, einfach so, als ich in der Küche saß, Kaffee trank und rauchte, da machte es plötzlich plopp. Plopp. Plopp. Plopp.

Dann ist es der 20. Dezember, die Letzten verlassen die Stadt, sie fahren zu ihren Familien, ich bleibe hier und winke ihnen nicht hinterher. Das ist die Zeit, in der es überall ruhiger wird, in der selbst der Nachbar nur noch für zwei Stunden am Tag sein Lieblingslied von Adele hört. In den restlichen zweiundzwanzig Stunden ist es so still, dass ich nichts höre als das Geräusch meiner Augen beim Blinzeln, das Tropfen des Boilers und das Tapern meiner Gedanken in der Stille.

Ich überlege, was ich gelernt habe in den letzten zwölf Monaten, und das Wichtigste ist wohl, dass ich jetzt überall sein könnte. Ich habe verstanden, dass ich nur noch hier bin, weil ich noch immer keine Antwort auf die Frage gefunden habe, wo sonst ich sein will. In der Zwischenzeit habe ich Alkohol getrunken, um mich abzulenken, ich habe Menschen geküsst, um mich abzulenken, ich wohne noch hier, um mich abzulenken. Und doch war alles nie genug, nie genug Rausch, nie genug Sex, und nie genug Zuhause. Und dann war da der Krieg. In den letzten Monaten gab es einen Teilsieg in einem Krieg, von dem ich nicht glaubte, dass er je zu gewinnen wäre. Und ich habe Frieden geschlossen: ich weiß, dass der Krieg nie ganz vorbei sein wird, aber ich weiß, dass ich jede Schlacht, die kommen mag, gewinnen kann. Zum Schluss lese ich noch einmal die Dinge, die ich im letzten Jahr aufgeschrieben habe, die Gedankenfetzen und die zusammenhängenden Texte, und nichts davon erscheint mir als von Dauer und von Wert. Nur einzelne Sätze sind darunter, die keinen Widerspruch dulden.

Manchmal habe ich den Eindruck, dass die Welt mich stärker verbraucht als ich sie.

Dann klappe ich das alles zu und mich wie ein Taschenmesser zusammen. Tagelang schlafe ich nur noch, mein Körper ist ausgelaugt, von den vielen Nächten ohne Schlaf, von der vielen Arbeit, den vielen Eindrücken. Ich habe aufgegeben, alles sortieren zu wollen, inzwischen kippe ich alle neuen Bilder, Gedanken, Ideen nur noch auf den großen Haufen hinterm Haus. Irgendwann, irgendwann, wird daraus vielleicht noch etwas wachsen. Aber nicht jetzt. Jetzt stehe ich nur noch auf, um das Licht ein- oder auszuschalten, um die Wasserflasche aufzufüllen oder aufs Klo zu gehen. Ansonsten liege ich, ich liege, liege. Liege, als gälte es, das Bett in all seinen Ecken neu zu durchmessen. Ich träume wilde Träume, wenn ich aufwache, schlägt mein Herz schneller, und mache ich die Vorhänge zur Seite, ist es nur noch selten hell.

Eines Morgens stehe ich einfach wieder auf. Als ich zum ersten Mal nach neun Tagen in den Spiegel schaue, entdecke ich etwas Glitzer auf meiner Wange. Am selben Tag verlasse ich die Wohnung zum ersten Mal wieder. Draußen scheint die Sonne, der Himmel ist blau, ich höre Musik, gehe die Straße entlang. Die Stadt ist ganz leer, strahlt im Licht wie aufgeräumt, auf den Gehwegen liegen die ersten Tannenbäume, alles wirkt ruhig und klar, langsamer als sonst, wie schockgefroren und langsam antauend, ich singe vor mich hin und plötzlich merke ich es: die Leichtigkeit ist zurück. Ich schließe die Tür zu meiner Wohnung auf, öffne alle Fenster und setze mich in die Küche.

Mein Herz schlägt siebenundfünfzig Mal pro Minute. Der Boiler in meiner Küche tropft nach jeweils drei Sekunden. Das Herz der Stadt schlägt nur noch alle vier Stunden.