Tschüss, Sommer.

Dieser Sommer war voller Überraschungen, ein einziges Staunen. Über Ungeahntes, Unerwartetes, darüber, was plötzlich alles möglich sein kann, wenn man mit gar nichts mehr rechnet.

Mir sind wundertolle Menschen begegnet, Menschen, die mich zum Staunen und Lachen gebracht haben. Menschen zum Klamottentauschen, nachts, auf dem Mädchenklo, und Menschen für ein Jungsmädchengespräch über Feinstrumpfhosen.

Es war ein Sommer voll guter Musik und schöner Konzerte. Mit viel Eis, Schokokuchen und Cheesecake, literweise Kaffee und Himbeersaft, und hauptberuflich Franzbrötchen.

Ein Sommer, der auf dem Land im Auto begann, auf dem Fahrrad in Wiens Gassen weiterging, und in der Berliner U-Bahn endete.

Mit Tagen, die sich aufteilen ließen zwischen Dusche und Strohhut, zwischen verflüssigtem Teer und Sonnenbrand, zwischen Hitze, Wolkenbrüchen und Regen, der von der Straße als Dunst aufsteigt. Mit dem Unwetter des Jahres, und einem Staunen von der Fensterbank aus, als unten krachend und tosend die Welt unterging. Mit Tagen am Rhein, an der Donau, an der Spree, mit Barfußlaufen am Prater und am Hackeschen Markt, mit Naschmarktweißwein und Rotwein im Museumsquartier. Mit einem Mittwoch, der mit viel kürzeren Haaren endete als er angefangen hatte. Und mit Fotos: Von fetten Engeln, Wiener Toiletten, und von Hintern berühmter Männer auf Pferden.

Manchmal habe ich diesen Sommer verflucht: Die Milliarden von Gelsen, die Hitze, wenn sie ganz unerträglich wurde. Aber vor allem habe ich den Sommer geliebt: Die Nächte in Bars und auf Balkonen, in Parks und Pavillons, auf Isomatten und Sofas. Mit verrückten Leuten und wilden Parties. Mit Dosenbier und Tequila, mit Rauch und Schall, mit Würstelständen und Hüten von Stetson bis Zylinder.

Ich war kein einziges Mal im Schwimmbad. Aber mit den Beinen im Spreewasser, mit den Füßen im MuseumsQuartier-Planschbecken, mit der Stofftasche im Teich am Karlsplatz. Und machmal von Kopf bis Fuß im Regen. Nach einer durchtanzten Nacht haben wir im Springbrunnen geduscht, als die Sonne schon wieder hoch am Himmel stand. Während alle anderen gerade erst aus den Betten krochen.

Und während draußen vor den Fenstern der Wind die ersten Blätter über Berliner Straßen weht, denk ich zurück an Wien und weiß: Es gibt sie wirklich. Die kleinen Dinge, die am Ende so groß sind, dass sie einen zerreißen, wenn man sie zurücklassen muss.

Und all das, …

Und deshalb: Danke an alle, die ich treffen und kennenlernen durfte, und die diese Zeit so unvergesslich gemacht haben. Das hier – ist für die, die geblieben sind. Als der Sommer zu Ende war.

Dieser Sommer fing an mit einem Sommer_Mixtape. Und endet mit der Playlist, die diesen Sommer wirklich lief. An Sommertagen:

[youtubeplaylist 1515C1D56B0563AB&playnext=1&v=AZqcyj01ps8]

und in Sommernächten:

[youtubeplaylist F6D06D4CFDC8CE71&playnext=1&v=pY9b6jgbNyc]

Dieser Sommer hat mir einen neuen Wohnort gebracht. Ein neues Gefühl von Zuhausesein, wenn auch woanders.

Und: Sommersprossen.

*

Wer am Herbstanfang geboren ist, wird immer Sommer im Herzen haben.

Tschüss, Sommer. …

Hallo, Herbst!

5 thoughts on “Tschüss, Sommer.

  1. Wow, was für ein schönes Sommerpotpourri; sehr berührend, sehr lebendig, ganz ganz schön und warm.
    Liebe Grüsse nach Berlin (der Lieblingsstadt meines grossen Sohnes 😉 von
    Hermann Josef Schmitz

  2. sehr schön 🙂
    gibts das letzte foto auch hochauflösend? das wäre klasse… dann hab ich einen schönen pc-hintergrund für den herbst 😉

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