Österreichisch für Ausländer (4): Unschönes Schimpfen, wirkungsvolles Drohen und Aufforderungen zum Nahkampf

Die Verwendung menschlicher Exkremente im Österreichischen:

[we:n zammscheisn] = mit jemandem schimpfen

[dô hods mi: ani: gschissn] = da ist mir etwas passiert, das ich so nicht wollte

oder auch: Hässliches, charmant ausgesprochen:

[gfra:st], [glumpert] = etwas funktioniert nicht

[deifl ani!] = zum Teufel!

[scha:ß] = Mist

[schiach] = hässlich

deppert [debbad] = unintelligent

saudeppert [saudebbad] = gehirnarm

Und jetzt: Do legst di nieda oder Wirkungsvolles Drohen und Aufforderungen zum Nahkampf

Wir beobachten eine Prügelei zwischen Frauen: [wei:wa gädschn]

Wir drohen pädagogisch wertvoll (auch zur Kindererziehung geeignet):

du siehst es nicht,
du merkst es kaum,
es reift die Frucht
am Watschenbaum!

Wir legen einer anderen Person höflich nahe, sich aus unserer Umgebung zu entfernen und verschärfen dabei leicht den Tonfall (bitte nicht zur Kinder-, maximal zur Hundeerziehung nutzen):

putz dich [butz di:] = verkrümel dich

[schla:ch di:!] = bitte geh jetzt. Echt jetzt!!!

[sonst richt i dia die wadln vieri] = sonst zieh ich dir die Hosenbeine lang!

Jetzt spielt’s Granada! = Androhung von Konsequenzen

Wir kommunizieren unmissverständliche Aufforderungen zum Nahkampf:

[geh ma auf die bludwiesn!] = Lass uns unsere Fehde draußen austragen.

[i drisch di zam!] = ich hau dich!  Bei übereinstimmendem Willen beider Parteien:

[geh ma schlägan!] = lass uns eine Prügelei anfangen!

[wenns di jetzn nou weider spuilst, foats zahnbürschdl morgn ins leere] = Wenn du so weitermachst, musst du dir morgen nicht die Zähne putzen!

[wenns debbad bist reiß i dia n schädl ani un scheiß dia ins gnack ani] = ich kann so nicht arbeiten!

Flattr this!

2 Responses to “Österreichisch für Ausländer (4): Unschönes Schimpfen, wirkungsvolles Drohen und Aufforderungen zum Nahkampf”

  1. Alexander says:

    Tja, die Wiener Mentalität ist schwer zu verstehen. Mal schauen, wann ich wieder in der Wiener Heimat bin.
    Hoffentlich waren Sie beim Figlmüller ein Schnitzel essen und auch im Prater, Schweizerhaus/Stelzenhaus eine knusprige Stelze mit Kren. Wien ist immer ein Besuch wert.

  2. florian says:

    das wesentliche kurz und gut zusammengefasst ;-)

    LG
    florian alias ffruehstueck @IG