Untold stories (1). Wien-Tagebuch.

Und dann möchte ich erzählen, wie es war, als wir irgendwann nachmittags beim Frühstück (Phil) saßen, und wie Du meintest, wir könnten doch noch ein Eis essen gehen. Und wie der Himmel so blau war, dass man darin versinken mochte. Dass er dafür zu weit weg war, wussten wir beide. Doch keiner von uns hätte es je zugegeben.

Manchmal sieht schon mit einer neuen Schicht Nagellack alles anders aus. Erst recht, wenn es sich um eine Versehensfarbe handelt.

Und wenn man dann auch noch zum Friseur geht und die Haare büschelweise zu Boden fallen … ist schon wieder alles: Anders. Aber wenn der Wind weht und die Sonne scheint, wen interessiert dann noch ein Haarschnitt.

Oder wie es war, als wir durch die Stadt liefen und ich eine Fotosammlung mit fetten Barockengeln anlegte. Und wie wir davon träumten, eine Armee von Engeln überm Museum abzuwerfen und die Blicke der Leute zu fotografieren.

Und wie dann, irgendwann nachts, die Welt Kopf stand. Einfach so.

Ich würde bestimmt vergessen, wie ich dann auf Reisen ging. Denn 2.400 Kilometer an 7 Tagen, ganz Deutschland und das Gefühl, überall und doch gleichzeitig nirgends zu sein … das ist eine ganz andere Geschichte. (Read on, my dear. Ganz bald.)

Sonn.Tag.

Picknickdecke und Buch. Auf einer Wiese landen, überall Kirschblüten, Apfelbäume.

Hummeln im Tiefflug. Sauerampferblätter essen. Sonne auf der Winterhaut, Grashalme zwischen den Zehen, Duft von Rapsblüten in der Nase. Ameisen auf den Beinen.

Vogelzwitschern hören, den Kopf in den Nacken legen und in den Himmel sehen.

Endlich ruhiger atmen.

Denn irgendwie ist alles gut. Wie es ist. Und alles wird

noch viel besser werden.

Das Prinzip Casting (Folge 1). Heute: Samstagabendnachtisch.

Leben heißt kämpfen. Das Leben ist ein einziger Wettbewerb, jeder muss kämpfen, um weiterzukommen. Diesem Trend können wir uns nicht länger verschließen. Deshalb ab sofort auch hier: Castings. Heute: Wer darf Samstagabendnachtisch werden?

Die charmante weibliche Stimme aus dem Off: Halli, hallo, hallöchen! Naaaaa, wie war Dein Abendessen? Wie wär’s jetzt noch mit einem leckeren, kleinen Nachtisch? Halte Dich fest… hier sind Deine Kandidaten!

Achtung, hier ist die Nummer 1: Waldi! Der coole Typ aus der Tiefkühltruhe. Samtig-locker, zu genießen auf Frucht oder einfach pur, ein wenig säuerlich, aber tief drin ein ganz Süßer.

Oder ist Dir mehr nach… Nummer 2: Der lockere fruchtig-Heiße, frisch aus dem Backofen? Ihr könntet gemeinsam in Vanillesoße baden oder einen Schluck Rum trinken –

aber nur,… wenn Du Dich nicht für

Nummer 3 entscheidest: Der natürliche aromatisierte HimbeerKernige, äußerlich etwas dünn, dafür mit vielen inneren Werten, vielen Muskeln und wenig Fett, säuerlich auf der Zunge und zart im Abgang.

Naaaaa, wie wirst Du Dich entscheiden?