Wider den Novemberblues!

Manchmal wacht man morgens auf, mit seltsamen Träumen im Kopf. Will eine Runde laufen, zum Wachwerden, und weil man weiß, dass der SofanachmittagKörper Licht braucht, für den Seroto…dingens-Haushalt. Mangel an Licht führt zu einer überhöhten Melatoninkonzentration, also raus ins Sonnenlicht, das kurbelt die Serotoninausschüttung an. Ab ins Freie, wider den Spätnovemberblues!

Man kehrt, Nebelwetter statt Sonne sei Dank, schlecht gelaunt heim, und beschließt: Hefeteig. Man sollte aggressive Menschen zwei Mal täglich Hefezopf und Pizza backen lassen, glaubt mir, wir hätten schneller den Weltfrieden als wir gucken könnten.

Und später am Tag, wenn die warme Luft des Backofens durch die Wohnung wabert, schaltet man die wunderbar warmlichtige Lampe an. Setzt sich in den tollsten Sessel aller Zeiten, isst Focaccia, und denkt sich: ______________________. Schließt die Augen. Und hört Lloyd Coles Antidepressant.


Anleitung: "Christmas on your Own", für Einsteiger

Wie man Weihnachten optimal alleine verbringt:

[Zielsetzung: 24. Dezember und seine nicht auftretenden Begleiterscheinungen (explizit: Familiäres Beisammensein aka Zweisamkeit, Tannenbaum und “das hab ich mir schon immer gewünscht!”) unbeschadet und un-unglücklich überstehen]

24. Dezember, Vormittag:
1. Kerzenvorrat überprüfen
2. früh am Morgen zum Supermarkt seines Vertrauens fahren und alles einkaufen, was man schon immer einmal essen oder trinken wollte (Anmerkung: Wer gerade eine Diät macht, sollte direkt mit 3. anfangen), ggf. auch Kerzen kaufen (siehe 1.)
3. Einkäufe einräumen, Wohnung kuschelig machen – wenn man schon alleine ist, sollte man es wenigstens gemütlich haben
4. zum Mittagessen Stollen und Plätzchen essen (gilt natürlich nicht für unsere Freunde auf Diät, für euch gibt’s Orangen!)
5. Kerzen anzünden

24. Dezember, Nachmittag:
1. “Drei Haselnüsse für Aschenbrödel” im Fernsehen (oder, für die Hardcore-Fans: Auf DVD!) angucken, schmachten, was das Zeug hält, und sich einen Prinzen (wahlweise auch eine Prinzessin) herbeiwünschen
2. “Prinz” im Telefonbuch suchen und dort anrufen.

Äähm… ‘tschuldigung, verwählt!
3. ärgern – es gibt keine richtigen Prinzen mehr auf diesem Planeten
4. noch mehr Plätzchen essen, diesmal Kaffee dazu trinken (man kann nicht nachmittags schon müde werden, nur weil man an Weihnachten nichts vorhat!)
5. alle 5 Minuten E-Mails abrufen und schon vorher wissen, dass man keine bekommen hat
6. Sendungen mit ganz viel Weihnachtsmusik im Fernsehen angucken und melancholisch-sentimental werden
7. Radio hören und erfahren, dass man nicht alleine allein ist
8. eine E-Mail ans Radio schicken und sagen, dass a) heute der 24. Dezember, b) Weihnachten und man c) alleine ist
9. in ICQ, StudiVZ, Myspace,… gucken, ob irgendjemand online ist. Ärgern, dass niemand online ist.
10. beschließen, dass man Weihnachten, Weihnachtsbraten und Feiern im Familienkreis ätzend findet und froh ist, alleine zu sein

24. Dezember, Abend:
1. Fotos machen
2. mal wieder ein paar Plätzchen essen
3. nichts Süßes mehr sehen können und auf Salzbrezeln umsteigen
4. aus dem Fenster schauen und sich fragen, wohin wohl die Menschen fahren, die jetzt im Auto unterwegs sind
5. “Last Christmas”, “Driving home for Christmas” und alle anderen woran-Sie-schon-im-November-wissen-dass-bald-Weihnachten-ist-Lieder verfluchen und das Radio an die Wand werfen
6. Radiosplitter zusammenkehren und in den gelben Sack werfen
7. darüber nachdenken, das man mit der Antenne anstellen könnte, die man jetzt übrig hat
8. aus der Antenne eine Teleskop-Fliegenklatsche bauen
9. entscheiden, nicht mehr wegzugehen
10. 5 Minuten später: Duschen
11. entscheiden, sich nicht aufzubrezeln, sich im Pyjama aufs Sofa zu legen und sich übers Fernsehprogramm aufzuregen. Fernseher einschalten.
12. Fernseher kurz darauf ausschalten. Sich aufbrezeln.
13. nichts Passendes zum Anziehen finden
14. irgendwas anziehen, sich ein Buch schnappen, Geldbeutel rauskramen und das Haus fluchtartig verlassen
15. sich n i c h t betrinken, sondern einen Cappucchino bestellen und sich über die Welt im Allgemeinen, die Menschen im Besonderen und das Drama Weihnachten an sich wundern.
16. Ein Lied im Kopf haben
(Musik zum Anhören: Great White – The Angel Song)

17. durchgefroren nach Hause kommen
18. WEGGEHEN! … und sich über ein Bad in der Menschenmenge freuen

An alle: Merry Christmas!
… außer an den Idioten, der mit seinem bayrischen Sportwagen gerade eben mit 110 durch die 30er-Zone gerast ist. Depp!

Für wärmere Abende: Kartoffel-Salbei-Gratin

10 mittelgroße Kartoffeln schälen, in möglichst dünne Scheiben schneiden.
Eine weite Auflaufform mit Butter ausstreichen, eine Hälfte der Kartoffeln hineinschichten.
500ml Milch mit
ca. 1 EL Salz,
mildem Pfeffer,
ca. 1 TL Paprika (edelsüß) und
3-4 Prisen Muskat würzen, die Milch über die Kartoffeln geben.
10-15 frische Salbeiblätter fein hacken, über die Kartoffeln streuen, darauf die andere Hälfte der Kartoffeln verteilen.

Bei 180°C Heißluft ca. 25 Minuten backen, dann die Kartoffeln ein bisschen umrühren.
Was man gerade an Käse da hat (ich hab 1/2 Mozzarellakugel und 75g Rotweinkäse genommen), in Scheiben schneiden oder raspeln und über das Gratin streuen.

Weitere 15 Minuten backen, kurz prüfen, ob die Kartoffeln gar sind, einen Teller holen und sich freuen 🙂

… reicht für eine Person und zweimal essen. Dazu eine Wolldecke (kaut sich nur etwas schlecht), ein gutes Buch und ein Glas Rotwein. Guten Appetit!

SWR3 Elch und weg – Island

Beim süddeutschen Radiosender SWR3 (Homepage-Link) wird ab morgen zum wiederholten Mal “Elch und weg” gespielt. Die Reise führt diesmal, nach Zielen wie Tasmanien, Namibia, Australien, Südafrika, Kuba und Kanada, nach Island – der Elch, das hauseigene Maskottchen, darf dabei natürlich nicht fehlen.
Das Gewinnspiel funktioniert so, dass in der “Morningshow” zwischen 6 und 9 Uhr stündlich der Elch in einem Lied röhrt. Die Moderatoren Anneta Politi und Volker Janitz rufen dazu auf, dann bei SWR3 anzurufen, seinen Namen und seine Telefonnummer zu nennen – und auf einen Rückruf zu hoffen. Beantwortet man dann eine Frage zum Reiseland Island richtig, gewinnt man zwei von siebzig Tickets und darf Ende Januar (28.-31.) mitfliegen, wenn es in den hohen Norden geht.

So eine Reise nach Island, noch dazu mit dem geplanten Programm wie Clubbing, Reiten, Motorschlittenfahrt,… ist nun nicht ganz billig. 99 Euro plus Steuern sind zwar ganz in Ordnung, aber nur, wenn man auch nicht mehr zurückfliegen will. Und wenn man nicht seine 80 Freunde mitnimmt.
Wie also wird das Ganze finanziert?

Hurra, wozu gibt es die GEZ? Genau! Dafür!
Nun ja, in erster Linie wandert das Geld, das uns die Gebühreneinzugszentrale allmonatlich vom Konto belastet, in die öffentlich-rechtlichen Anstalten. Daneben wird auch ein Teil zur Finanzierung des Verwaltungsapparates der Aufsichtsbehörden für den privaten Rundfunk (Landesmedienanstalten) verwendet sowie in die Filmförderung investiert.
Die Verwendung der Gebühren wurde in der Vergangenheit beanstandet, beispielsweise wurden über den öffentlich-rechtlichen Grundversorgungsauftrag (“jeder soll Zugang zu guten Programmen bekommen”) hinaus sachfremde Angebote im Internet finanziert (Partnerbörse, Gewinnspiele auf der Website der ARD), die teilweise in Konkurrenz zu privaten Anbietern standen. Daraufhin führte auch die EU-Komission Untersuchungen bezüglich unerlaubter Beihilfen durch (Subventionen werden an sich gezahlt, um ein niveauvolles Programm zu finanzieren, das unabhängig von der Unterstützung durch Sponsoren ist – und nicht, um Gewinnspiele möglich zu machen).

Ich habe diesbezüglich auch eine Mail an den SWR geschickt, Update folgt, falls ich eine Antwort erhalte. Ich bin kein GEZ-Hasser, sondern finde diese Abgabe durchaus sinnvoll – möchte sie dann aber auch sinnvoll verwendet wissen. Bei dieser Aktion ist auch eine Fluggesellschaft beteiligt, der finanzielle Aufwand für den SWR dürfte sich also in Grenzen halten.

Eine weitere Geldbeschaffungsmöglichkeit bietet zusätzlich möglicherweise auch das Telefon. Das Gewinnspiel funktioniert darüber, dass möglichst viele Hörer anrufen. Von denen SWR3 immerhin ca. 3 Millionen am Tag und ist damit das meistgehörte Radioprogramm Deutschlands.
Das Telefonat läuft über eine 01802er, so genannte “shared-cost”-Rufnummer. Dabei teilen sich Anrufer und Anbieter die Kosten für das Gespräch, für deren Höhe die erste Ziffer nach der 0180 entscheidend ist. Jetzt ist nur noch die Preisfrage, ob der SWR von den verlangten 14 Cent pro Minute (normalerweise kosten 01802-er Gespräche grundsätzlich 6 Cent) nicht 8 Cent pro Anruf kassiert. Denn selbst wenn in jeder Stunde der “Morningshow” nur 30.000 Hörer anrufen, wären das für drei Stunden Sendung immerhin 7.200 Euro. Multipliziert mit 10 Sendetagen.

Nun ja, warten wir die Antwort vom SWR ab…

Ach ja, und für alle Teilnehmer – viel Glück! 0180er-Rufnummern sind übrigens in keinem Telefon-Flatrate-Tarif enthalten, die 14 Cent gehen also extra.
Ich guck mir Island lieber mal alleine an. In mehr als nur 4 Tagen. Und in Ruhe – genau für die ist doch das Land eigentlich berühmt.