Fünftausendzweihundert Kilometer. Berlin – Dresden – Berlin – Köln – Duisburg – Berlin – Hamburg – Ostsee – Berlin – Düsseldorf – Köln – Duisburg – Berlin – Sczecin – Berlin – Stuttgart – Berlin.

Sitzen: Irgendwo auf dem Boden. Vor Polizeiwachen. Vor Bahnhöfen. Auf Bierbänken. Auf Parkwiesen. Auf Bäumen. An Stränden. Auf Mauern. Im Dom, kurz nach sieben Uhr morgens.  Liegen: Irgendwo auf dem Boden. Auf Grünflächen. Auf Hotelbetten. Unter Bäumen. An Seen. An Meeren. In den Dünen. Unter Himmeln. Reden: Über Baumarten. Über Wörter. Sehen: Wilde Stadtkaninchen, Rehe, Marienkäfer, Flughunde mit goldenen Locken. Nicht machen: Koffeinsucht kultivieren. Von Starbucks-Mitarbeitern anflirten lassen. Bienenstiche haben. Machen: Seifenblasen. Kitschsachen. Kitschfotos. Händchenhalten. Für jemanden eine Kerze anzünden. Ein Rad schlagen im Park. Auf Grashalmen pfeifen. Auf alles pfeifen. Mal alles von ganz weit oben betrachten. Runterschalten. Durchmachen. Abschalten. Durch Regen laufen. Strandspaziergänge. Kirschen essen. Kirschflecken auf Hosen haben. Knutschen. Kopfhörer aufsetzen und leise singend durch eine fremde Stadt laufen. Schaukeln. Herzen suchen. Fremde finden. Freunde finden. Freunde behalten.

Irgendwann begreifen, dass man sich irgendwie überall zurechtfindet. Und das Gefühl mitnehmen, dass man überall zurechtkommt.

Und in den besten Momenten: einfach kein Foto machen.

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Fünftausendzweihundert Kilometer in 24 Stunden.

                                     

Du gehst mit festem Schritt und immer all’n voran, du wirst getragen von der Hoffnung niemals anzukommn. Du kennst nur grob die Richtung, der Weg ist dir egal, wenn es zu lange dauert, gehst du ihn ein zweites Mal. Doch denen die mit reinem Herzen geh’n, ist nichts in der Lage jemals mehr im Weg zu stehn. (Torsun – Formlos und frei)

Ich glaube, jeder Mensch kann in jedem Jahr nur eine bestimmte Anzahl von Bahnhofsabschiedsszenen ertragen. Ich kann das nicht mehr, dieses Jahr.

Danke.