SWR3 Elch und weg – Island

Beim süddeutschen Radiosender SWR3 (Homepage-Link) wird ab morgen zum wiederholten Mal “Elch und weg” gespielt. Die Reise führt diesmal, nach Zielen wie Tasmanien, Namibia, Australien, Südafrika, Kuba und Kanada, nach Island – der Elch, das hauseigene Maskottchen, darf dabei natürlich nicht fehlen.
Das Gewinnspiel funktioniert so, dass in der “Morningshow” zwischen 6 und 9 Uhr stündlich der Elch in einem Lied röhrt. Die Moderatoren Anneta Politi und Volker Janitz rufen dazu auf, dann bei SWR3 anzurufen, seinen Namen und seine Telefonnummer zu nennen – und auf einen Rückruf zu hoffen. Beantwortet man dann eine Frage zum Reiseland Island richtig, gewinnt man zwei von siebzig Tickets und darf Ende Januar (28.-31.) mitfliegen, wenn es in den hohen Norden geht.

So eine Reise nach Island, noch dazu mit dem geplanten Programm wie Clubbing, Reiten, Motorschlittenfahrt,… ist nun nicht ganz billig. 99 Euro plus Steuern sind zwar ganz in Ordnung, aber nur, wenn man auch nicht mehr zurückfliegen will. Und wenn man nicht seine 80 Freunde mitnimmt.
Wie also wird das Ganze finanziert?

Hurra, wozu gibt es die GEZ? Genau! Dafür!
Nun ja, in erster Linie wandert das Geld, das uns die Gebühreneinzugszentrale allmonatlich vom Konto belastet, in die öffentlich-rechtlichen Anstalten. Daneben wird auch ein Teil zur Finanzierung des Verwaltungsapparates der Aufsichtsbehörden für den privaten Rundfunk (Landesmedienanstalten) verwendet sowie in die Filmförderung investiert.
Die Verwendung der Gebühren wurde in der Vergangenheit beanstandet, beispielsweise wurden über den öffentlich-rechtlichen Grundversorgungsauftrag (“jeder soll Zugang zu guten Programmen bekommen”) hinaus sachfremde Angebote im Internet finanziert (Partnerbörse, Gewinnspiele auf der Website der ARD), die teilweise in Konkurrenz zu privaten Anbietern standen. Daraufhin führte auch die EU-Komission Untersuchungen bezüglich unerlaubter Beihilfen durch (Subventionen werden an sich gezahlt, um ein niveauvolles Programm zu finanzieren, das unabhängig von der Unterstützung durch Sponsoren ist – und nicht, um Gewinnspiele möglich zu machen).

Ich habe diesbezüglich auch eine Mail an den SWR geschickt, Update folgt, falls ich eine Antwort erhalte. Ich bin kein GEZ-Hasser, sondern finde diese Abgabe durchaus sinnvoll – möchte sie dann aber auch sinnvoll verwendet wissen. Bei dieser Aktion ist auch eine Fluggesellschaft beteiligt, der finanzielle Aufwand für den SWR dürfte sich also in Grenzen halten.

Eine weitere Geldbeschaffungsmöglichkeit bietet zusätzlich möglicherweise auch das Telefon. Das Gewinnspiel funktioniert darüber, dass möglichst viele Hörer anrufen. Von denen SWR3 immerhin ca. 3 Millionen am Tag und ist damit das meistgehörte Radioprogramm Deutschlands.
Das Telefonat läuft über eine 01802er, so genannte “shared-cost”-Rufnummer. Dabei teilen sich Anrufer und Anbieter die Kosten für das Gespräch, für deren Höhe die erste Ziffer nach der 0180 entscheidend ist. Jetzt ist nur noch die Preisfrage, ob der SWR von den verlangten 14 Cent pro Minute (normalerweise kosten 01802-er Gespräche grundsätzlich 6 Cent) nicht 8 Cent pro Anruf kassiert. Denn selbst wenn in jeder Stunde der “Morningshow” nur 30.000 Hörer anrufen, wären das für drei Stunden Sendung immerhin 7.200 Euro. Multipliziert mit 10 Sendetagen.

Nun ja, warten wir die Antwort vom SWR ab…

Ach ja, und für alle Teilnehmer – viel Glück! 0180er-Rufnummern sind übrigens in keinem Telefon-Flatrate-Tarif enthalten, die 14 Cent gehen also extra.
Ich guck mir Island lieber mal alleine an. In mehr als nur 4 Tagen. Und in Ruhe – genau für die ist doch das Land eigentlich berühmt.

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