Kann mal einer das Internet abschalten?

Montag, den 21.12.2009. 03:30 Uhr. Seit spätestens 3 1/2, versprochenermaßen sogar 9 1/2 Stunden, soll dieser Internetanschluss abgeschaltet sein (Providerwechsel). Eigentlich.

Wenn um 08:00 Uhr der Anschluss immer noch läuft, habe ich ein großes Problem. Dann kann der Techniker des neuen Providers nichts machen, der Termin muss um mindestens 10, eher 20 Tage verschoben werden, ich habe so lange kein Internet oder enorme Kosten oder muss mich nochmal mit dem bisherigen Anbieter rum… uaaaah!

Ich sehe mich schon vor Wut schnaubend…

Warten wir’s ab.

Update 22.12.2009, 20:14. Internet geht. Telefon auch. Und das schon seit gestern! Ich bin immer noch sprachlos – es gibt doch noch Zeichen und Wunder auf Erden! (ok, sorry, ich bin ein wenig vorweihnachtsgeschädigt)

Eine Anleitung zur Datenrettung

Windows, ich liebe Dich. Gestern beglückte es mich aufs Neue. Diesmal sagte es: “Sie müssen den Datenträger in Laufwerk F: erst formatieren, bevor Sie ihn verwenden können.” Wir sind per Sie, das hält den Gedanken, dass unsere Beziehung auf rein praktischen Gründen beruht, immer frisch.

Der Datenträger war eine SD-Karte, Inhalt superwichtig, klar (ist ja immer so). Deshalb hier eine Anleitung, was man in diesem Fall (und auch sonst, wenn es um die Rettung verschwundener Daten geht) tun kann:

Zuerst kann man nun versuchen:

  • “Abbrechen” klicken. Datenträger auswerfen (Rechtsklick aufs Laufwerk, “sicher entfernen”)
  • sicherheitshalber Schieberegler an der Karte überprüfen (ist der richtig oben oder unten?)
  • zurück in Kamera – hier kam nun die Meldung “bitte formatieren Sie den Datenträger”, Kamera erkannte also auch nichts mehr. Wird das Speichermedium hier noch erkannt, unten weiterlesen.
  • alternativ in einem zweiten PC bzw. MAC und einem zweiten Kartenleser testen.

!! Wichtig: Das Schreiben von Daten jetzt unbedingt vermeiden! D.h. Karte nicht in die Kamera stecken und probeweise ein Foto schießen u.ä.

Mögliche Ursachen des Zugriffsproblems:

MBR (Master Boot Record, der erste Datenblock bei partitionierten Speichermedien) oder die Partitionstabelle ist kaputt. Windows findet dann einen überschriebenen Systemdatenbereich und geht davon aus, der Datenträger sei unformatiert. Linux und auch die Kamera selbst greifen anders auf den Datenträger zu und können daher das Hauptverzeichnis auf der Karte auch ohne MBR finden. Meist gibt es einen speziellen Ordner, in dem die Bilder abgelegt werden (DCF), die Kamerasoftware durchsucht die Karte exakt danach und findet das Hauptverzeichnis dann relativ schnell.

Diese Fehlermeldung bedeutet also: Die Daten sind noch auf dem Datenträger – da aber das Verzeichnis (Tabelle) kaputt ist, in dem die Daten aufgelistet sind, kann Windows nicht darauf zugreifen. mehr…

Google verfolgt mich. Street View – eine Google-Geschichte.

Wer bald auf einer der Google Street View-Aufnahmen eine Frau mit schwarzem Trenchcoat und roten Haaren entdeckt – bonjour, c’est moi.

Und zu mir gehört auch einige hundert Meter weiter das kleine, rote Auto, das an der Ampel gerade noch rechtzeitig bremst…

Dienste wie Google Earth, Google Mail, YouTube, der Browser Google Chrome, Picasa, die Wissenssammlung Knol, das Google-Usenet, seit Neuerem Google Book Search, und natürlich die Suchmaschine Google gehören wie Blogger zum großen Google-Imperium. Und über allem steht das berühmte Firmenmotto der Google Inc. (“Don’t be evil“). Dass Google seit Langem in der Kritik steht, u.a. wegen der Themen Zensur, Datenschutz sowie aufgrund seiner Monopolstellung (weit über 80% der weltweiten Suchanfragen laufen über Google), wäre allein einen ganzen Blog wert.

Und jetzt sind sie unterwegs, uns zu filmen:
Alles im Dienst der “kostenlosen Information für alle”. Dass der Wolf “Datenkrake” unter diesem wunderschön gehäkelten Mäntelchen sitzt, weiß inzwischen jedes Kind. Aber: Google Inc. weiß auch, was wir wollen: Komfortables, schnelles Surfen, viele Vernetzungen und verknüpfte Services und Standards. Wir wollen die Welt sehen und nichts dafür bezahlen.
Es dient sich unserem Schweinehund und unserem Bequemlichkeitsdenken an. Und bietet uns zu viele Möglichkeiten, den bösen Wolf ganz schnell zu vergessen.

Denn, ganz ehrlich – ich finde das alles nicht mehr nur praktisch oder witzig, sondern gerade in diesem Fall zunehmend beängstigend.

Rein quantitativ brauchen wir Street View nicht. Es gibt hier auch so schon genug Kameras.
Hier in der Stadt filmt eine Webcam das Geschehen in der Innenstadt, zusätzlich wurden an Brennpunkten u.a. zur Bekämpfung der offenen Drogenszene Überwachungskameras installiert. Wir werden gefilmt, sobald wir die Straße überqueren, einen Supermarkt, eine Bank, einen Laden betreten. Aber wer hat auf die Aufnahmen eigentlich Zugriff? Wie lange werden die Aufzeichnungen gespeichert?

Geht es um Aufnahmen, die ich gemacht habe bzw. auf denen ich zu sehen bin, ist mir sehr daran gelegen, dass ich selbst kontrolliere, welche Bilder von mir wo zu sehen sind, und wer Aufnahmen von mir besitzt. Doch mir entgleitet jegliche Kontrolle, wenn es um öffentliche und private Überwachung geht.

Doch am Ende wird es mit Googles Street View so sein, wie es zu Googles Freude immer ist, wie es zuletzt bei Google Chrome war: Datenschützer winden sich vor Schmerzen, ein paar Bürger protestieren, und am Ende finden es alle wieder “total praktisch!”.

Die österreichische Medienkünstlerin Manu Luksch, die in London, der Stadt der tausend Kameras, lebt, hat mit “The Faceless Project” im vergangenen Jahr ein Plädoyer für den aufmerksamen Umgang mit unseren Fußabdrücken in die Kinos gebracht. Der Film besteht ausschließlich aus Aufzeichnungen von Überwachungskameras.
Mehr zu dem bedrückenden Szenario, mit dem der Science-Fiction-Märchenfilm den Zuschauer konfrontiert: Eine Dokumentation seiner Entstehung, ein Interview mit der Künstlerin, der Trailer zum Film.

Zu Google Street View ein Artikel bei heise online vom 04.05.2009.

Einsprüche gegen die Veröffentlichung von Aufnahmen sind zu erheben per Mail an streetview-deutschland@google.com.