Piraten, Eis und Höchstgeschwindigkeit – zwei null eins drei. 2013.

“Hallo, 2013, du Jahr, in dem die Dinge weitergehen. Du hast noch knapp 24 Stunden zum Anlaufen. Und dann zeig’ mal, was du kannst.” Das habe ich vor genau einem Jahr gesagt. Hätte ich geahnt, wie es wirklich wird, hätte ich mich mit der Aufforderung etwas zurückgehalten.

Januar
Zum Jahresanfang geknutscht, zwei Stunden später gekotzt. Und im Prinzip ging das Jahr genau so weiter. Am Neujahrsmorgen mit einem knallroten Auge aufgewacht. Erste Anschaffung des Jahres: eine Augenklappe. Viel Kuchen. “Wo habt ihr euch kennengelernt?” – “Auf Foursquare.” Schon wieder Party. “Wenn du Pasta für mich kochst, komm ich noch mit zu dir.” Büro-Umzug. Känguru und Heuschrecke gegessen. “Alles, was man nicht kennt, schmeckt wie Hühnchen.” – “Ich mag aber kein Hühnchen.” Verhängnisvolle Käsekuchenverabredung im strömenden Regen.
Status: She’s a Pirate

Februar
Kurze Überlegung, ein Stunt-Double zu engagieren. “Du, ich muss mit dir reden.” Mit Katze im Bett. Lesebühnen sind noch besser, wenn man nebenher knutscht. Vollmond. Gin Tonics. Köln, Hamburg, Köln, Düsseldorf, Köln. Noch schlimmer als Kranksein ist im Hotel und krank sein. Schneespaziergang. Köln. Ich glaube, ich will nach Hause. Nicht nach Hause gehen.
Status: WHAAAAAAAAAAAAAAAAA

März
Lunchdates. Köln. Bowling. “Wir werden Sie ja sehr vermissen.” Kühlschrankgedichte. Hamburg. Gin, Tonic, Gin Tonic. Schwarzlicht. Burger zum Frühstück. Fingermalfarben. Berlin, Käsekuchen und Hühnersuppe. Köln. Prenzlauer Berg-Spaziergang mit Lichterkette. Erste Fahrradfahrt. Konzert. “Schläfst du?” – “Nein, ich höre zu.” In love with Bacon mit Nutella. Köln. Keine Hotelzimmer mehr. 100 Jahre alte Raucher-Suite in Bonn. Köln. Sehr viel Kölsch. 7-Tage-Bart am Hals. Und im Gesicht. Und. Sehr viel Rumknutschen. Der Mann, der mir einen Schuhtausch anbot. Sonnenaufgang über dem Rhein. Erstklassiges Frühstück. “When you HTTParty, you must party hard!” Begegnung mit Esel. 29 Zigaretten. Bestes Bahnhofabholen aller Zeiten. Doris’ Bistro. Wer frei von Social ist, der werfe das erste Network.
Status: Man widerspricht dem Einhorn nicht.

April
Schneeschmelze. Tempelhofer Feld. “Früher war hier aber ganz sicher noch ein Weg!” Köln. Hamburg. Berlin. Köln. Philharmonie, Konzert. Fast weinen vor Glück. “Wenn du auf den French Toast noch Nutella, Banane und Bacon draufmachst und noch Sirup drübergießt, DANN wird das erst richtig geil.” #tassebier. Das erste Wiener Schnitzel EVER. Wale verschicken. Alles nicht wahr. taz-lab. Durch den Wald robben. “Eh, Mädel! Deine Jeans is kaputt! Näh dat mal, du Schlampe!” Erster langer Parktag. Fleisch. Letzter Arbeitstag.
Status: Goodbye, honey.

Mai
Hamburg. Gin Basil Smash. Gulasch im Garten über dem Feuer. Das erste Eis des Jahres. re:publica. Haupterinnerung: Bier im Innenhof, Kaffee auf der Hose. Replik geschrieben, Grafik gebaut. Köln. Sardinien. Zelten. Sterne gucken. Hauptnahrungsmittel: Cracker, Salami, Käse, Tomaten. Lieblingsplatz: Hängematte. Aufwachen, das Zelt aufmachen und nachsehen, ob das Meer noch da ist (ist es). Wandern. Alleine sein. Sortieren. “Wie schnell ist das Auto?” – “550 PS, von 0 auf 100 in 1,8 Sekunden. Achtung, wir fahren jetzt auch los.”
Status: Huiiiiii

Juni
So fühlt es sich also an, wenn man nicht nur kein Geld, sondern auch noch keinen Job mehr hat. Arbeitsamt. Erste Gedanken über einen Einstieg ins Pfandflaschenbusiness. Im Park arbeiten. Fahrt nach Brandenburg. Holunderlimo machen. Reisepass beantragen. Köln. Texte vorgelesen. Fahrradunfall, Krankenhaus. Alles kaputt. Heimlich rauchen. Nach Hause dürfen. Wer sein Fahrrad liebt, der trägt es von der Polizeiwache nach Hause. Protokolle. München. In einer nächtlichen Großaktion die Wohnung ausgemistet, ausgeräumt, umgeräumt. Das wirklich Geile daran, ein Blog zu betreiben. Angst vor dem Radfahren. Bier getrunken. Bochum. Mit einem Küchenmesser die Haare abgeschnitten. Verstanden: es ist ok.
Status: WTF???

Juli
Brandenburg. Alpakas. Neue Freunde. London. “May I interest you in a cup of tea?” Leider nein. Rosamunde Pilcher-Kulissen. Der weiße Pfau. 20 Grad, England, Sonnenbrand. Eine neue Liebe. Technoparty im Park. Endlich wieder Regionalbahn fahren. Süddeutschland. Der wichtigste Besuch des Jahres. Die wichtigste Musik des Jahres. Theater. Himbeeren. Frohsein. Theaterproben. Im Fluss schwimmen. Vollmond. Sommergewitter über dem Tal. Zurück nach Berlin. Minions im Kino. Demo. Schilder halten.
Status: Fett, Salz, Zucker, Sex.

August
Dachterrassen-Grillparty. Kino. Köln. Schloss Dyck. Mosel. Luxemburg. Köln. Grillparty am Weiher. Studienplatzzusage. Hubschrauber geflogen. Über Eichhörnchen gewettert. Dinner for fifty. Impfungen. Mein Name an einem Auto. Abfahrt.
Status: Wo bin ich?

September
Im Auto von Berlin nach Krakau, Lemberg, Odessa, Sewastopol, Jalta, Anapa, Adygea, Elista nach Astrachan (Teil 1, Teil 2).
Pferd. “Können wir jetzt bitte mal pinkeln? Over!” Neue Freunde. Sehr viel Bier. Bei Sonnenuntergang im See schwimmen. Gin Tonic aus Dosen. “Wasser haben wir nicht, aber es wäre noch Bier da.” Der längste Tresen der Welt. Zittern an der Grenze. Einträge im Reisepass. “Das raucht sich weg!” Rückflug Astrachan – Moskau. Konsterniert in der Raucherlounge herumhängen. Moskau – Berlin. Konsterniert vor dem Flughafen Schönefeld sitzen. Nerds. Konferenzen. “Das ist meine fünfte Party an fünf Tagen.” – “Heißt das, du trinkst heute nichts?” – “Natürlich nicht!” Facebook-Freundschaftsanfrage. Frühstück im Bett. Durchbrennen wollen und an der Ostsee landen. Taxifahrerin spielen. Kohle liefern lassen. “Geht mir genauso.” I’m dirty let’s party. Geburtstag nicht feiern wollen. Doch Geburtstag gefeiert. Sehr (SEHR) viel Whisky Sour. Deutsche Politik auf Englisch. “Komm du mir nochmal nach Berlin!” – “Ok!”
Status: Yeah, yeah, yeah

Oktober
Touristentour. Hamburg. Wochenende im Bett. Große Kaffeetassen. Katze. Arbeit, Arbeit, Arbeit. Hamburg. 20 Dinge aufgeschrieben. “An die uneheliche Tochter von Klaus Störtebeker”. Bei einem Gemeinschaftsblog angefangen. Einen Tumblr verschenken. Im Cabrio durch die Stadt. “Ich trag ein Schild mit deinem Namen.” Flughafen. “Willkommen in Berlin!” Hund. Whisky. Köln. Das falsche Taxi. Bonn. Darmstadt. Vollmond über dem Industriegebiet. “Er musste zu dir passen.” Frankfurt. Stuttgart. Dachterrassenparty. München. Das erste Mal im Stadion. Bayern-Hertha. Kein Schlaf ist zu wenig Schlaf. Telefonate. Waschsalon.
Status: Rock’n’Roll!

November
Frankfurt. Nürnberg. Leipzig. Chemnitz. Dortmund. Bochum. Hamburg, Regenbogen über dem Hafen. Kiel. In Berlin im Hotel. Party im Bus. Und tschüss. Hamburg. Treffen am Kanal. Köln. “Ich hol dich am Bahnhof ab!” Küchengespräche. Party mit Gitarre. Filet. Kölsch. Wiedersehen. Haare. 7-Tage-Bart am Hals. Und am Ohr. Bissspuren. Kölsch. Unterhemd und Hut. “Ich habe mir extra für dich den Bart wachsen lassen!” Burger um 8 Uhr morgens. Wohnzimmerpicknick. “Meet me at the Hotel.” Fleischplatte. Im Hotel übernachtet. Hexenschuss. Die Physiotherapeutin! Island. Verzaubert. Viele Menschen mit Bärten. Der Finne! Ein Hotdog unten am Hafen. Hin und weg. Roadtrip.
Status: Sehr verliebt.

Dezember
Keine Lust auf Rückflug. Nikolaus im Schuh. “Ti Amo” im Duett. Brunch. Krank im Bett. Viel denken. “Kratz mich, beiß mich, koch mir Hühnersuppe!” Heiligabend in der Kneipe. Getrunken, Billard gespielt, noch mehr getrunken. Wirte sind übrigens an Heiligabend in der Regel sehr spendabel. Sehr betrunken ins Bett. Ingwertee, my friend. Viel singen. Aufnahmen. Frankfurt. “Hoffentlich machen sie hier kein Feuerwerk!”
Status: ¡Hasta la vista, baby!

ENDZEITFRAGEN:

Haare länger oder kürzer?
Rechts länger, links zwei Millimeter.

Mehr Kohle oder weniger?
500 Kilo Kohle.

Mehr ausgegeben oder weniger?
Weniger.

Mehr bewegt oder weniger?
8 Monate sehr viel, dann sehr viel weniger.

Der hirnrissigste Plan?
“Ich geh da jetzt rein!”

Die gefährlichste Unternehmung?
Wild zelten. Bei Schneesturm und 5 Metern Sicht Auto fahren.

Der beste Sex?
Mit T. (Name geändert).

Die teuerste Anschaffung?
Eine neue Kamera.

Die beste Musik?
Selbstgemacht.

Das schönste Konzert?
Philharmonie Berlin: Deutsches Symphonieorchester mit Grieg, Hummel, Sibelius.

2013 zum ersten Mal getan?
Linksverkehr gefahren. Beifahrer: “Du solltest vielleicht doch noch ein Stück weiter rechts fahren, sonst haben wir gleich das Gebüsch vom Straßenrand im Auto.”

Der schönste Satz, den jemand zu mir gesagt hat:
“Zerstören wir zusammen Hotelzimmer, dröhnen uns vorher mit Bergen von Koks zu und kopulieren im hoteleigenen Lastenaufzug auf der Flucht vor der Security?”

Der schönste Satz, den ich zu jemandem gesagt habe:
“Nimm diese Mülltüte als Zeichen meiner Freundschaft!”

2013 war mit einem Satz …
eines der ereignisreichsten und intensivsten Jahre, die ich je hatte.

Und mit einem Wort …
ZOMG!!!!!

Nachsatz
Save the last dance for me.

Sag zum Abschied leise …
DANKE:
Allen, mit denen ich dieses Jahr Zeit verbringen durfte. Danke an alle, die schöne Sachen ins Internet geschrieben und gute Dinge gemacht haben. Danke an alle, die mir Geschenke geschickt haben, auch an die Absender von “Russland to go” und “100$ Startup”. Danke an alle, die hier Kommentare geschrieben, mir E-Mails geschickt und geflattrt haben. Danke Ihnen, dass Sie hier oder drüben mitlasen und -lesen.

Und nun lassen Sie es krachen oder ziehen Sie sich rechtzeitig die Bettdecke über den Kopf. Gehaben Sie sich wohl. Wir sehen, lesen und schreiben uns 2014.

<3

Zelten (letzte Folge)

Guten Tag zur letzten Folge von “wunder.schön aber zelten” aus der Reihe “Mein schönstes Ferienerlebnis”. Dies ist die Fortsetzung einer Odyssee mit dem Titel “Zelten”. – Zu Folge 1Folge 2Folge 3, Folge 4, Folge 5.

Tag 7

Nach den Gasflaschenzwischenfall wieder auf neutralem Boden angekommen, will ich einen Kaffee trinken und versuche die Sache mit dem Gaskocher noch einmal. Ich nehme den Kocher, die neue Gasflasche, die ich dann doch nicht verwendet habe, um damit das Zelt und die darin befindliche Mücke in die Luft zu jagen, und laufe damit quer über den Zeltplatz. Ich betrete den Strand, gehe dort noch einmal eine halbe Stunde entlang und stelle sicher, dass sich im Umkreis von zwei Kilometern kein menschliches Wesen befindet und ich somit im Falle der nächsten möglichen Gasexplosion wenigstens keine Augenzeugen habe. 20 Sekunden später habe ich die Gasflasche korrekt und unfallfrei angeschlossen. Ich gehe mitsamt Gaskocher und -flasche zum Zeltplatz zurück. Auf halbem Weg zum Zelt spricht mich ein Wohnwagenbesitzer an: was ich denn mit der Gasflasche am Strand gemacht hätte. Leider kann ich so schlecht lügen und erzähle ihm die Geschichte mit der Beinahe-Explosion vom zweiten Tag. Während ich so rede, weicht er immer weiter zurück und verabschiedet sich schnell, er habe noch zu tun. Kurz darauf sehe ich, wie er und seine Frau hastig ihre Sachen zusammenpacken und mit quietschenden Reifen den Zeltplatz verlassen.

Ich habe keine Ahnung, warum.

zelten, sardinien, 2013

Als ich mir eine Zigarette anzünden will, kommt Wind auf. Und plötzlich riecht es so verbrannt. Ich versuche, herauszufinden, woher der Gestank kommt. In dem Moment auch schon sehe ich direkt vor meinem rechten Auge die brennende Haarsträhne. Ich tue das Erstbeste, was mir einfällt: und stecke den Kopf in den Sand, drehe ihn hin und her, klopfe mir mit der Hand auf die Stirn, um das Feuer zu löschen. Dann gehe ich zum Waschhäuschen am Zeltplatz und sehe in den Spiegel:
Mein Kopf ist voller Sand. Meine langen Ponyhaare sind abgeraucht und in meiner Stirn stehen noch drei übriggebliebene Haare nach oben. Vielleicht kämme ich sie mir einfach in die Stirn und gehe als Emo, außerdem wollte ich ja eh schon länger eine neue Frisur. Mit dem Taschenmesser schneide ich die letzten angekokelten Haare ab und sehe jetzt aus wie ein trauriger asymmetrischer Vokuhila-Sandkopf. Als ich so mit dem Messer herumfuchtele, schneide ich mir nebenbei versehentlich noch ein Loch in die Hose. Es ist herzförmig. Ich bin ein Emo, mir ist alles so egal.

zelten, sardinien, 2013

Tag 8

Nun muss man sagen, dass Menschen auf Zeltplätzen meist sehr aufmerksam sind, nicht nur, wenn es darum geht, dass man unbedingt Augenzeugen bei Unfällen mit Gaskochern braucht. Bei meiner Anreise war ich am Aufbauen des Zeltes verzweifelt, da sich die Heringe nicht mehr in den steinharten Boden bohren ließen. Ein Nachbar, der das beobachtet hatte, war kurz darauf zur Stelle, um mir einen Hammer zu leihen, begeistert nahm ich an und klopfte die Heringe unter Anwendung einiger Gewalt in den Boden. Aber auch sonst waren die Nachbarn sehr freundlich: einen Tag nach meiner Anreise auf dem letzten Zeltplatz war ich bereits im Besitz eines Campingstuhls, eines Campingtischs (ausklappbar), hatte drei Einladungen zum Abendessen erhalten und jemanden gefunden, der mir jeden Morgen direkt nach dem Aufwachen frisch gekochten Kaffee ans Zelt brachte: kurz – ich war im Paradies und im Paradies gab es auch noch Zimmerservice.

zelten, sardinien, 2013

Nun muss man auch anmerken, dass insbesondere der Wohnmobilreisende an sich einfach mit ALLEM ausgestattet ist, was man sich so vorstellen kann. Wohnmobilbesitzer, die etwas auf sich halten, bringen nicht nur ihr eigenes Klo, ihre Dusche, ein Esszimmer mit Sitzgruppe und einen 35-Zoll-Flachbildfernseher mit, sondern verfügen auch über eine Wohnzimmerwand “Eiche massiv”, in der sie die unterwegs gekauften Weinfässer bruchsicher verstauen.
Dies war aber nun leider auch mein letzter Tag, ich muss also definitiv zusammenpacken. Ich räume alles so in den Rucksack ein, dass ich mit meiner Messersammlung problemlos durch den Zoll komme, dann baue ich mein Zelt ab. Nein: dann versuche ich, mein Zelt abzubauen. Die Heringe, die ich so sorgfältig mit dem Hammer in den Boden gerammt habe: ich bekomme sie nicht mehr heraus. Ich ziehe daran, lehne mich dagegen, ich bohre meine Schuhspitzen in den Boden: vergeblich. Wie erwähnt sind gerade Wohnmobilbesitzer mit allem ausgestattet, was man sich nur denken kann, und so begibt es sich, dass sich tatsächlich jemand findet, der einen Eispickel dabei hat.

Einen Eispickel.
Auf Sardinien.
Im Sommer.
Bei 30 Grad.
Wenn das Meer eher selten gefriert.
Ich nehme den Eispickel dankend an, ohne weitere Fragen zu stellen. Und zum Rest der Frage, was denn nun mit dem Zelt ist: sagen wir es so – ich habe das Zelt wieder. Und auf Sardinien eröffnet demnächst auf einem Zeltplatz das erste Besucherbergwerk mit Führungen, auch in deutscher Sprache.

flughafen olbia nacht

Zelten (Folge 5 / 6)

Dieser Text stammt aus der Reihe “Mein schönstes Ferienerlebnis” und trägt immer noch den Titel “Zelten”. – Zu Folge 1Folge 2Folge 3, Folge 4.

zelten, sardinien, 2013

Tag 5

Nach den Erlebnissen mit der Gasflasche habe ich Angst, wegen Unzurechnungsfähigkeit und Gemeingefährlichkeit in einem italienischen Gefängnis für immer eingesperrt zu werden und beschließe, der Gegend schnellstmöglich den Rücken zu kehren. Noch in der Morgendämmerung packe ich all meine Sachen zusammen und verlasse die Stadt. Ich stelle mich an eine Bushaltestelle und steige in den nächstbesten Bus ein, gehe geduckt zu einem Platz in der letzten Reihe (die italienischen Busse sind alle sehr niedrig) und wir fahren los. Ich schlage mein Buch auf und fange an zu lesen.

OOOOOOH WON’T YOU TAKE ME HOME TONIGHT.

Vor Schreck springe ich auf, und schlage mir den Kopf an der Busdecke an. Der Busfahrer hat das Radio voll aufgedreht, mir würde ja das Trommelfell aus den Ohren fliegen, wenn es sich entscheiden könnte, zu welchem von beiden Seiten es nun raus soll. Meinen Plan, zu lesen, kann ich vergessen, wir rasen über die Serpentinen, als wären wir in Alarm für Cobra 11 der Bus, in dem die Bombe versteckt ist, wir heizen durch ein Dorf, auf den Straßen springen die Leute vor uns zur Seite, mit einer Achse bleiben wir an einem Marktstand hängen, wir rasen weiter, plötzlich direkt vor uns eine Baustelle! Der Busfahrer macht eine Vollbremsung, durch den Bus fliegt eine Tüte Kirschen, die eine Touristin nicht richtig festgehalten hatte, die Kirschen zerplatzen an der Windschutzscheibe, Kirschsaft trieft in die Frontlüftung, der Busfahrer dreht das Radio lauter, Queen singen „WEEEE ARE THE CHAMPIONS, MY FRIEEEND!“, der Busfahrer steht auf, offenbar kann er so besser sehen, er wendet auf dem handtuchgroßen Dorfplatz, rammt kurz eine Hausecke und rast in die andere Richtung weiter. Ich kralle mich mit beiden Händen am Sitz fest und überlege, mein Testament zu machen. Leider fahren wir so schnell, dass ich nicht schreiben kann.

Als wir endlich in der nächsten Stadt ankommen, renne ich aus dem Bus und gehe SOFORT auf zwei Kilometer Sicherheitsabstand zur gefährlichsten Menschenvernichtungsmaschine seit Erfindung der Zombieapokalypse.

Tag 6

Ich wache auf. Mich juckt es am ganzen Körper. ich mache die Augen auf und starre FRONTAL ins zufrieden vollgefressen dreinblickende Gesicht einer Mücke. Ihr Bauch hängt ihr bis zum Boden und sie rülpst mir einmal laut ins Gesicht. Ihre Flügel beginnen zu flattern, sie hebt ab, beachtlich, dass sie bei diesem Körpergewicht überhaupt noch fliegen kann. Sie nimmt Anlauf und peilt mein Gesicht an. Ich springe auf, habe aber leider vergessen, dass ich noch im Schlafsack liege, bleibe mit den Beinen hängen, verheddere mich, rutsche aus und falle mit Schwung zurück auf den Boden. Als ich wieder hochschaue, hockt die Mücke wieder da. Und lacht mich hämisch aus. Jetzt reicht es. Endgültig. Ich jage dieses Drecksvieh einfach mitsamt dem Zelt in die Luft! Zum Glück habe ich gestern noch eine neue Gasflasche gekauft und schon Erfahrung damit, diesmal lasse ich das einfach richtig explodieren. So! Ich nehme mein Feuerzeug und die Kartusche, der Plan ist, dass ich jetzt die Kartusche ansteche, das Feuerzeug dranhalte und dann sofort wegrenne. Vielleicht sollte ich aber wenigstens noch aus dem Schlafsack kriechen, BEVOR hier alles in die Luft fliegt. Die Mücke beobachtet mich mit erstaunlich großem Interesse, ich deute schon einmal an, die Gasflasche aufzudrehen, sie kichert leise, bereit zum Abflug. Dann trete ich auf sie drauf.

zelten, sardinien, 2013

Im nächsten und letzten Teil dieser wunderbaren kleinen Serie kommt es zu einer Konfrontation mit einem Wohnwagenbesitzer, einer Emofrisur und der neuesten Attraktion in sardischen Reiseführern, die noch nicht einmal als Marco Polo-Insidertipp vermerkt ist. Schalten Sie also auch morgen wieder ein, wenn es heißt: Zelten macht Spaß!

Zelten (Folge 4 / 6)

Willkommen zurück in unserer beliebten Serie bei “wunder.schön aber zelten”. Dieser Text stammt aus der Reihe “Mein schönstes Ferienerlebnis” und trägt immer noch den Titel “Zelten”. – Zu Folge 1Folge 2Folge 3.

Tag 3

Heute gehe ich endlich zum ersten Mal baden. Das Wetter ist super, die Sonne scheint, es regnet endlich nicht mehr, der Reiseführer sagt, dass es auf Sardinien weder Seeigel noch sonstige gefährlichen Tiere gibt, ich ziehe also  meinen Bikini an, gehe zum Strand und laufe direkt ins Wasser. Nach den ersten fünf Metern ein stechender Schmerz an beiden Füßen. Ich ziehe meinen einen Fuß aus dem Wasser und sehe mir die Fußsohle an.

Ich bin in einen Seeigel getreten.

Fluchend laufe ich wieder aus dem Wasser, gehe zum Zelt, hole mein Taschenmesser. Die nächsten drei Stunden verbringe ich damit, mir in meiner Hängematte sitzend 100 Stacheln aus den Fußsohlen zu schneiden. Dann probiere ich, ein paar Schritte zu gehen. Mit letzter Kraft schleppe ich mich zu einem Mülleimer und werfe meinen Reiseführer weg.

reiseführer sardinien

Laufen funktioniert also nicht wirklich gut. Ich muss also eine andere Möglichkeit finden, mich fortzubewegen. Ich könnte auf den Händen laufen! Nun muss ich an dieser Stelle aber erwähnen, dass ich das das letzte Mal vor ungefähr 15 Jahren versucht habe. Meine damalige Sportlehrerin und Fußballtrainerin hieß Frau Hoffmann und hatte lange bei der Bundeswehr gedient, bevor sie Lehrerin wurde, mehr muss man über ihre Unterrichtsmethodik an sich auch nicht wissen. Es war in der siebten Klasse, da hatten wir, eine Ansammlung Mädchen mit pubertätsbedingt stark deformierten Körpern, als Schwerpunkt Boden- und Geräteturnen. Es war eine Zeit bitterer persönlicher Niederlagen, die ihren Tiefpunkt an dem Tag erreichte, an dem Frau Hoffmann mich auf einen Schwebebalken jagte und mir nach wenigen Sekunden, als ich noch nicht einmal da oben stand, sagte, ich sähe aus wie ein Elefant auf einem Drahtseil über den Niagarafällen. Ich riss mich zusammen und fragte sie nicht, wieso eigentlich ein Elefant auf ein Drahtseil über den Niagarafällen steigen sollte. Dem Thema Geräteturnen entrann ich erst, als die Notenvergabe anstand und ich während der Kür so vom Stufenbarren fiel, dass alle Umstehenden mich erst für tot und dann für querschnittsgelähmt hielten. Für diese Vorstellung gab Frau Hoffmann mir eine 2 bis 3, vermutlich auch nur, weil ich es geschafft hatte, zu überleben. Und dann kam die Bodenmatte. Dass ich mit meinen plötzlich gewachsenen Gliedmaßen auch an Handstand, Rad und dem Laufen auf den Händen scheiterte, muss ich an dieser Stelle vermutlich auch nicht mehr sagen.

zelten, sardinien, 2013

Kurz: auf den Händen laufen ist damit aber leider nicht einmal mehr im ENTFERNTESTEN etwas, worüber ich nachdenke. Bleibt also nur noch krabbeln. Wenigstens die Kinder auf dem Zeltplatz freuen sich wie irre darüber, dass es hier endlich einmal ein Tier auf dem Zeltplatz gibt, auf dem sie reiten und das sie mit kleinen Stöcken antreiben können. Ja, man kann sagen, ich habe Spaß.

Tag 4

Am Abend will ich mir endlich einen Tee kochen, ziehe meinen Gaskocher und eine Gasflasche aus dem Rucksack, stecke die Flasche in den Kocher, will sie weiter hineindrehen und PSCHHHHHHHT! Die Gasflasche fliegt mir entgegen. Genau in diesem Moment hört es auf zu regnen und eine riesige Flasche Butangas strömt in die süße Abendluft. Ich greife die Flasche, werfe sie drei Meter weiter, das Gas weht in mein Zelt, es stinkt wie kurz vor einer Gasexplosion. Ich sehe mich vorsichtshalber um: wenigstens ist noch keiner meiner Nachbarn wach, wenn hier schon gleich alles in die Luft fliegt, will ich wenigstens keine Augenzeugen. Und dann sitze ich da: vor meinem Zelt, in einer Pfütze, alles stinkt wie faule Eier, und leise zischt das Gas immer weiter aus der Flasche. Wäre es nicht so traurig, es könnte fast romantisch sein. So viel Aufregung noch vor dem ersten Kaffee vertrage ich nicht. Ich muss eine Zigarette rauchen. In dem Moment, als ich sie schon im Mundwinkel stecken habe und mit einem Feuerzeug anzünden will, denke ich mit der Langsamkeit eines Taschenrechner-Prozessors: Gas. Feuer. Gas. Feuer. Gas. Feuer. BUMM! Schnell werfe ich das Feuerzeug ins Eck.

Wie explosiv ist dieses Gas eigentlich wirklich? Kurz überlege ich, einen der Nachbarn in den umstehenden Wohnmobilen zu fragen, dann ist mir das alles aber doch ein bisschen peinlich, sobald einer von denen hier auftaucht, wird es eh nicht lange dauern, bis er entweder riecht, was los ist, oder aber irgendetwas in die Luft fliegt. Ich hatte mir ganz fest vorgenommen, während des Urlaubs nicht ins Internet zu gehen. Jetzt bin ich gerade einmal eine Nacht hier und mein Vorsatz löst sich in Gas auf. ich aktiviere mein Auslands-Datenpaket und google “Gas Flasche Explosion“. Kurz darauf wünsche ich mir, ich hätte es nicht getan. Und beschließe, zeitnah meine Sachen zu packen und von hier zu verschwinden.

zelten, sardinien, 2013

Im nächsten Teil fahren wir mit dem Bus in die Achtziger, begegnen der Zombieapokalypse und lassen nochmal was explodieren. Schalten Sie also auch morgen wieder ein, wenn es heißt: Zelten macht Spaß!

Zelten (Folge 3 / 6)

Dieser Text stammt aus der Reihe “Mein schönstes Ferienerlebnis” und trägt immer noch den Titel “Zelten”. – Zu Folge 1, Folge 2

Tag 1

Ich hole meinen Rucksack vom Gepäckband und laufe aus dem Flughafen Olbia auf Sardinien, der ungefähr so groß ist wie mein Wohnzimmer. Irgendwo hier soll eine Bushaltestelle sein. Leider beschränken sich meine Italienischkenntnisse auf bitte, danke, ja und nein, damit kommt man in der Regel weit, immerhin haben sie mich gerade sogar über die Grenze gelassen. Ich traue mich nicht, jemanden zu fragen, und laufe einfach so hin und her.
Ich bin jetzt 30 Stunden wach.
Mein Rucksack wiegt inzwischen dreihunderttausend Kilo.
Ich habe Hunger.
Ich habe Durst.
Ich bin müde.
Ich will schlafen.

Da fährt ein Bus an mir vorbei. Ein Bus! Er hält. Ich steige ein, sage zum Busfahrer: “Centro?“, er hört SOFORT, dass ich kein Italienisch kann und sagt “ja, dieser Bus fährt ins Stadtzentrum“. Da fahre ich einmal weg aus Deutschland, und werde SOFORT als deutsche Touristin enttarnt. Ich fühle mich wie ein Versager. Ich setze mich hin, ich bin der einzige Fahrgast, der Motor läuft noch, endlich können wir losfahren. Und bald kann ich schlafen! Da steht der Busfahrer auf, steigt aus seinem Fahrerhäuschen, dreht sich zu mir um und sagt “Könne Sie kurz auf Bus aufpassen? Gleich wieder da.“ Ich nicke, warum auch nicht, ich habe schon auf Kleinkinder aufgepasst, da sind auch Busse mit fahrendem Motor überhaupt kein Problem für mich! Draußen rennt der Busfahrer vorbei, die Schöße seiner Uniform wehen hinter ihm her, er rennt zielstrebig in den Flughafen hinein. Entweder er muss WAHNSINNIG dringend aufs Klo oder er will spontan das Land verlassen, gleich geht der nächste Flieger zurück nach Deutschland.

Zwanzig Minuten später. Er ist immer noch nicht da. Darf man eigentlich mit einem deutschen Führerschein Klasse B auch einen italienischen Bus mit Anhänger steuern? Da kommt der Fahrer wieder, sagt “Sorry!“, schließt die Türen und wir beide fahren los. Kurz darauf stehe ich in der Touristeninformation. Hinter der Theke sitzt eine Deutsche, die mich ebenfalls sofort als Deutsche erkannt hat, ich sage zu ihr, dass ich jetzt sehr gerne wüsste, welcher der zehn Zeltplätze hier am schönsten ist und wie ich da hinkomme. Sie sieht mich sehr ernst an. Ich bekomme ein bisschen Angst. Und da sagt sie: “ja, also, die Zeltplätze hier haben alle nicht geöffnet.“ Ich bin jetzt seit 32 Stunden wach und meine Laune ist auf einem Tiefpunkt angelangt. “Die Zeltplätze haben alle noch geschlossen und machen erst nächsten Monat auf.“ NÄCHSTEN MONAT? So lange kann ich nicht mehr wachbleiben!

Ich überlege, mich aus Protest gegen das unzureichende Angebot an Zeltgelegenheiten einfach hier auf den Boden zu werfen und direkt einzuschlafen. Da redet sie weiter: “Und überhaupt, als Angestellte dieser Touristeninformation muss ich Ihnen ja sagen: hier ist es nicht schön.“ Bitte? Nicht schön? In meinem Reiseführer stand, dass es hier schön ist. Sehr schön sogar! “Ich würde Ihnen ja raten“, sie sieht mich jetzt über dne Rand ihrer Brille weg ganz offen feindselig an, “verlassen Sie besser sofort diese Stadt und fahren Sie weiter nach Süden.“ Bitte? Wo bin ich hier gelandet? Ich dachte, das wäre eine Touristeninformation? Ich meine, ich gebe ja zu, ich habe zwar seit gestern früh nicht in den Spiegel geschaut und nicht geduscht und sehe inzwischen vermutlich aus wie ein Zombie mit fettigen Haaren, einem sehr großen Rucksack und genauso großen Augenringen. Aber mich gleich der Stadt verweisen? Sie drückt mir noch einen Stapel Busfahrpläne in die Hand und sagt: “beeilen Sie sich, der nächste Bus fährt jetzt gleich!“, und ehe ich so richtig begreife, was hier passiert, sitze ich auch schon im Bus nach Süden. Als ich am Zeltplatz aussteige, gießt es wie aus Eimern.

Ich sehe mich um: die nächste Unterstellmöglichkeit ist 500 Meter weiter am anderen Ende des Zeltplatzes. Ich reiße meinen Rucksack auf und zerre das Zelt heraus. Ich habe 23 Einzelteile in der Hand und keine Ahnung, was ich damit machen soll. Vielleicht, jaaaaa, vielleicht hätte ich ja das Zelt einmal zuhause aufbauen sollen. Und selbst wenn nicht, vielleicht hätte es ja geholfen, die Aufbauanleitung NICHT zuhause liegenzulassen.
Ich bin jetzt seit 38 Stunden wach.
Ich bin sehr müde.
Und meine Laune ist sogar noch schlechter als das Wetter.

Ich nehme das größte der Teile, das am wenigsten Löcher hat, werfe es auf die Wiese und krieche mitsamt meinem Rucksack darunter.

zelten, sardinien, 2013

Der Regen wird stärker. Um uns herum sammeln sich Pfützen. Ich hole meinen Reiseführer aus dem Rucksack, schlage die erste Seite auf und sehe sofort, dass dieser Reiseführer nichts taugt: auf der ersten Seite des Reiseführers steht:

willkommen im sonnigen Sardinien.

Tag 2

Irgendwann gegen Abend habe ich es gestern noch geschafft, das Zelt aufzubauen. Als ich aufwache, ist es 5 Uhr morgens und ich liege in einer Pfütze. Leide ich doch an ersten Anzeichen von Älterwerden, und müssen diese Anzeichen ausgerechnet Inkontinenz sein? Nein: Es regnet immer noch, und durch einen Reißverschluss tropft Wasser ins Zelt.
Mein Schlafsack ist nass und klebrig.
Mir ist arschkalt.
Ich möchte in mein Bett.
Ich möchte nach Hause.
Ich will aufn Arm!
Als ich das Zelt aufmache, kommt mir ein Schwall Wasser entgegen.

zelten, sardinien, 2013

Und dann sitze ich da: patschnass von oben bis unten, in einem nassen Zelt, mitten im strömenden Regen. Morgens um 5. Da muss ich an die Worte meines Vaters denken, der immer sagte: “Zelten bei gutem Wetter ist was für Anfänger!”

ICH MÖCHTE ABER MANCHMAL EINFACH NICHT PROFI SEIN!

Wenn schon alles doof ist, will ich jetzt wenigstens einen Kakao trinken. Ich habe von Zuhause Milch und Kakaopulver mitgebracht, beides befindet sich im Rucksack. Als ich das Lebensmittelfach im Rucksack öffne, kommt mir bereits eine Wolke Kakao entgegen. ich ahne Übles und öffne das Fach weiter. Die Tüte, in der ich den Kakao verpackt hatte, war offenbar irgendwann während der Fahrt gerissen, woraufhin sich der gesamte Inhalt einer riesigen Dose Kakao in meinen Rucksack ergossen hatte. Tja. Und irgendwie muss dann auch ein wenig Feuchtigkeit in das Fach gelangt sein. Das Ergebnis: all meine mitgebrachten Lebensmittel, das Geschirr, der Kochtopf, das Rucksackfach und jetzt auch meine Hände sind mit klebrigem Kakao eingesaut. Ich packe alles wieder ein und gehe erst einmal spülen.

Im nächsten Teil machen wir Bodenturnen und eine Gasexplosion. Schalten Sie also auch morgen wieder ein, wenn es heißt: Zelten macht Spaß! – Zu Folge 4.