Gelesen und empfohlen: Bücher.

Das Wetter vor 15 Jahren von Wolf Haas

Es geht um’s Wetter in einem kleinen Bergdorf, um Wetten, dass…?, um Literaturbeilagenartikelverfasser, die würklich mit ü sagen, um einen Autor, der auf 219 manchmal ein klein wenig langatmigen Seiten diesem Rezensenten die Geschichte einer Liebe zu erklären versucht. Und scheitert. Dabei aber so viele schöne Worte verliert, dass man fast wieder an schöne Geschichten von der alles überdauernden Liebe glauben mag.

“Geht man vom äußeren Augenwinkel einen Zentimeter nach unten, kommt man zum Backenknochen. Und dann in gerader Linie weiter, noch einen Zentimeter. Dort hat Anni mich hingeküsst.”

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Kitchen von Banana Yoshimoto.

Worum geht’s? Um Mikage, die Küchen über alles liebt und nur schlafen kann, wenn ein Kühlschrank brummt. Küchen, weil sie Lebensmittelpunkt sind, weil es dort brutzelt und brät, siedet und dampft, weil dort Leben ist – im Gegensatz zu Mikages Leben, in dem schließlich auch ihre Großmutter, ihre letzte Angehörige, stirbt. Mikage landet bei einem flüchtigen Bekannten und dessen unfassbar schöner Mutter… und am Ende geht es ums Erwachsenwerden, um Liebe, Schmerz, Trauer, Tod, und darum, einen Ort zu finden, an dem man schlafen kann.

Leise schleppte ich eine sanfte Müdigkeit  hinter mir her, die die übergroße, tränenlose Traurigkeit hervorgerufen hatte. abends legte ich im stillen Licht der Küche meinen Futon aus. In eine Wolldecke gekuschelt, wie Linus aus dem Comic strip, schlief ich ein. das gleichmäßige Summen des Kühlschranks hielt alle Gedanken der Einsamkeit von mir fern. Eine ruhige, lange Nacht ging vorüber, der Morgen kam.

Utner den Sternen wollte ich schlafen. Im Morgenlicht wollte ich erwachen.

Notiz: Gibt es Leben in der Waschmaschine? (1)

Leben ist manchmal schon anstrengend. Da fühl ich mich wie im Schleudergang, Kochwäsche, und irgendwer hat ein paar Schrauben in seiner Hosentasche vergessen, so dass mir ständig Metall an den Kopf knallt.

Und dann hab ich einen Termin, bin spät dran, sitze im Auto, und bleibe nach 500 Metern mitten auf der belebtesten Kreuzung der Stadt stehen. Im Feierabendverkehr. Hinter, vor, rechts, links von mir, überall Autos, wild hupende und gestikulierende Menschen und staunende Fußgänger. Ich schalte den Warnblinker an und gucke in aller Seelenruhe unter Motorhaube, wegschieben kann ich das Auto alleine eh nicht. Hole mein Handy, verschiebe erst einmal den Termin und dirigiere nebenher den Verkehr. Continue reading “Notiz: Gibt es Leben in der Waschmaschine? (1)”

Heute wird gebaggert!

Wer glaubte, nun folge ein trauriger Post eines verzweifelten Singles auf Partnersuche, irrt gewaltig. Denn hier wird nicht rumgeflirtet, – hier werden schwere Geschütze aufgefahren!

Daher grüße ich von dieser Stelle mit Verzweiflung im Blick und Dröhnen in den Ohren die überaus freundlichen Bauarbeiter von der Kernsanierung im Nachbarhaus,

die uns seit nunmehr 6 Monaten das Leben zur Hölle machen, uns unsere Konversationslautstärke auf Schreien erhöhen und uns das Wort “OHRSTÖPSEL!!” auf unseren Wunschzetteln rot unterstreichen lassen. Und, BITTE: Wäre jemand so lieb, das tiefe Brummen in meinem Kopf auszuschalten?

Ach übrigens… was ist gelb und kann nicht schwimmen?