So let’s talk, that’s all we’ll do, just talk.

Zuschauen und winken, wenn alle in den Urlaub fahren. Ein Piercing herausnehmen und dann versehentlich mit dem Biomüll entsorgen. Zwei Handvoll Haare abschneiden lassen von einem Kopf, auf dem doch eh fast keine Haare mehr sind. Gehärteten Klebstoff von einer Tischplatte kratzen. Einen Salbeistrauch wegschmeißen; das Käfervolk, das er eingeschleppt hat, gleich mit. Neue Piercingstecker kaufen. Das Gefühl, mehr Metall am Körper zu brauchen. (Oder doch Tinte, oder doch Sonne.) “Herzlich willkommen!” schreiben. Nägel in neuem Rot lackieren. Krass vermissen.

Nichts mehr verstehen. Acht Seiten für die Rentenversicherung ausfüllen. Belegen sollen, dass ich das kann, was ich so mache. Mir dessen Seite für Seite, Feld für Feld, selbst immer weniger sicher sein. Verträge ausdrucken und tackern. Einen Plan B suchen. Klauseln prüfen. Überlegen, hauptberuflich tagein, tagaus Seiten zu tackern. Merken, dass es dafür schon Maschinen gibt. Der Tag, an dem Automatisierung meine Karriereplanung zerstörte.

Feststellen, dass das Pathos meiner Vorträge zu einhundert Prozent davon abhängt, welche Musik ich beim Schreiben höre. Über Häuser reden. Einen See in Betracht ziehen. Das Schreiben für die Rentenversicherung in den Briefkasten werfen. An einen Bausparvertrag denken.

In allen Ecken der Wohnung schwarze Haare finden. Mit Zucker und Olivenöl die letzten Reste sonnenverbrannter Haut ablösen. Staunen, wie das so geht, mit der Haut. Aufs Fahrrad setzen und in den Wald fahren. Merken, dass alles schon wieder eine Woche her ist. Bilder machen. Eine Erinnerung wie ein hingeworfenes Strandaquarell; ein Gefühl wie Brackwasser.

Im Taxi weinen.

Einen Spiegel umhängen. Vielleicht war Manches noch nie so intensiv wie jetzt; so unglaublich gut, so halsüberkopf; und so unaufhaltsam wahnsinnig. Mit dem Wissen, dass es gegen die Wand fahren wird; die Frage ist nur noch, wo genau die Wand sich befindet.

Versuchen, den Schwindel zu ignorieren. (Wie alles andere auch.) Einatmen, ausatmen. Einatmen, ausatmen. Am Flughafen die teuerste Apfelsaftschorle aller Zeiten kaufen. In ein Flugzeug nach Westen steigen

Im Kalender eine tägliche Erinnerung an die eigene Verletzbarkeit eintragen.

Dies ist das erste Jahr, in dem die zwanzig Jahre alte Narbe unter meinem Bauchnabel nicht mehr zu sehen sein wird.

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