Wieder um 20 Uhr nach ganz oben aufs Dach gehen. Darauf warten, dass die Sonne untergeht. Ein letztes Mal auf die Wolken warten. Ein letztes Mal versuchen, nicht an “ein letztes Mal” zu denken. Nicht einschlafen können. Verschlafen. Orangensaft trinken. Eine Tasche packen. Ein Handtuch zurückbringen. Danke sagen. Ganz oben, ganz hinten im Bus sitzen. Aus dem Fenster sehen, die Hand ausstrecken und fast die Palmenkronen streicheln können. Nicht fort wollen und doch abheben. Kaffee und Orangensaft trinken. Ein Bordmagazin lesen. Kaffee und Orangensaft trinken. Nein sagen, nur von innen. Nicht ankommen wollen und doch landen. Auf ein Taxi warten, das niemals kommt.

Die Tür aufschließen und wenigstens ist das Geschirr gespült. Den Boiler einschalten. Dem leeren Kühlschrank hallo sagen. Einen verdorbenen Mozzarella wegwerfen. Nicht schlafen können. Ein Körper, der sich fühlt wie am falschen Ort. Ein Kopf, der am falschen Ort ist. Alles anders, alles falsch. Am Morgen dann in den Waschsalon gehen. 2 Bikinis, Unterwäsche, 2 Shorts, eine Jeans, 2 T-Shirts, 2 Tops, 3 Paar Socken.

Den ganzen Morgen warten und schließlich doch zu spät sein. Eine Tür aufschließen. Erstmal Kaffee kochen und die gute Tasse ohne Sprung heraussuchen. Musik hören. Dasitzen, hinsehen und mich wundern. Wie leicht es ist. Wie einfach. Wie es ist, ganz ohne Nachdenken, ohne Mühe. Wie alles anders ist und wie schwerelos. Aus den letzten Vorräten Gnocchi mit getrockneten Tomaten und Oliven kochen. Einen Film sehen. Einen Blick nicht abwenden können. Einatmen. Ausatmen. Schlafen können. Aufwachen und nicht aufstehen. Über einen Flecken Morgensonne nachdenken. Den Computer in die Werkstatt bringen. Dasitzen, daliegen, mich wundern, dass die Leichtigkeit nicht verfliegt. “Huh?” hören. Mehr Kaffee kochen. Pizza essen. Mit Pizzabauch einschlafen. Zu früh aufstehen. Zu viele Dinge aufschreiben müssen. Schon wieder in allem zu viel “zu”. Und alles zu schnell. Vor allem: zu früh zur U-Bahn gehen.

Den letzten Sonnenuntergang sehen. In die Küche zurückkommen. Und wieder alles anders. Und wieder alles falsch.

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