Was wir haben

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An Tagen, die nach schlaflosen Nächten beginnen, da ist es nie das Erwartete, das kommt. An diesen Tagen, an denen nichts gut scheint, da kommt nur das vorbei, auf das niemand wartet. Alles, was kommt, ist das Unerwartete. Es klopft nicht an, es wartet nicht ab, es kommt unbemerkt herein. Dann ist es einfach da. Und tut leise, was es kann.

Still gräbt es Spuren in Haut, streut ein Lachen in Augen und ein Glück auf jeden Zentimeter der Zeit, die vergeht. Und macht einen Tag, der ein einziges Fest ist: mit Kaffee und schaumiger Milch, mit Kirschen im Park, mit Sonne auf der Haut und dem Ende eines guten Buchs, mit einem alten, klapprigen Fahrrad, mit Shorts und Sandalen und Fahrtwind um die Beine, mit Saft und Honigmelone, mit Musik, die im Magen kribbelt, mit Füßen, die tanzen, mit einem Mond, der hinter Wolken leise wacht, und mit jemandem an der Straßenecke, der Bach auf einem Cello spielt. Und am Ende steht da ein Tag, an dem in jeder unserer Adern das Glück fließt, an dem ein Lächeln in unseren Gesten tanzt und Freude in unseren Gesichtern steht wie ein Ausrufezeichen, ein Tag, an dem unsere Herzen schneller schlagen. Und wir, wir könnten platzen, könnten platzen vor Glück, denn wir haben einen Hafen, wir haben Wein, wir haben Hoffnung, wir haben diesen Abend, wir haben diese Nacht, wir haben dieses Leben. Und wir haben uns. Das ist alles, was wir haben. Aber es ist das größte Glück von allen.

 

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One Response to “Was wir haben”

  1. AllEyesOnNick says:

    Du willst mir nicht zufällig auf die Mailbox sprechen? Dann kann ich es jeden Abend vor dem einschlafen abhören und dann träume ich bestimmt viel besser! <3 Ganz toll!

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