G.

Gelacht: beim Blick auf ein Display, über schlechte Witze, beim Anblick des Weinflecks auf der frisch gestrichenen Wand, beim Blick auf ein Desaster, beim Betrachten des verbrannten Kuchenbodens, beim Lesen einer Karte. Geweint: in der U-Bahn und im Taxi. Gekümmert, nur nicht um verschmierte Wimperntusche. Gekichert (Teenie-Style). Gegrübelt. Geflucht. Geworfen: Blicke und Papierflieger, Bälle, Sand, Blütenblätter, Dinge weg. Gegessen: unregelmäßig. Gegrinst: in U-Bahnen, in Bars. Geschmunzelt. Geflirtet (als ob ich das könnte). Gebacken: Käsekuchen, Bananenkuchen, Zimtschnecken, Kirschstreusel, Blaubeermuffins, Sauerteigbrot. Gekocht (sehr selten, mehr Vanillepudding als vor Wut). Geärgert, aber nie lange. Gegrummelt: über große Politik und kleine Diplomatie. Gesummt: immer die traurigsten Lieder, immer auf dem Heimweg, wenn die Sonne gerade aufging. Gestaunt: über Wunder, und über dieses eine Wunder, das Leben ist. Gesehnt, nach wem (und manchmal nach gar nichts mehr). Geschrieben: krakelige Notizen, Termine in Kalender, Listen, Entwürfe, die Entwürfe blieben, Entwürfe, die Texte wurden, keine Tagebucheinträge, Songtexte, Jahresrückblicke. Gezeichnet, ein Portrait mit Kohle. Gemalt. Getanzt. Gespielt: Karten, Verstecken, Fangen, Liebe. Geändert: nicht so viel. Gekauft: Notizbuch, Sofa, High Heels, Kohle Fahrkarten. Gesehen: einen Horizont ohne Häuser, das Meer. Gesagt: manchmal gar nichts. Geredet: manchmal zu viel. Geachtet: auf die leisen Töne. Gedacht: -. Gesucht: irgendwie ehrlicherweise nie. Gefunden: fast alles. Gegeben: alles. Genommen: hin (Vieles). Geschrieen: nie. Geflogen: nach Frankreich, und im Traum woanders hin. Gefahren: Fahrrad, Zug, U-Bahn, S-Bahn, U-Boot (in Gedanken), Straßenbahn, Ruderboot, Taxi. Geträumt. Gelegen: in Parks, in Betten, auf Sofas, auf Fußböden, in Hängematten, in Dünen, auf Stränden, auf Steinen, auf Lichtungen, in Armen. Gedacht: an Momente, ans Vergessene, ans Morgen, an Termine, an wen. Gewundert. Gestaunt. Geküsst. Geschlafen. Gesungen (zu wenig). Geatmet. Geliebt. Gelebt. Gemacht: habt ihr dieses Jahr zu dem, was es war. Gedankt: euch. Gewünscht: dass wir uns wiedersehen, im nächsten Jahr. Bis dahin: tschüss.

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2 Responses to “G.”

  1. [...] angefangen hat. Und dann ist es doch wieder so schnell vorbei, dass man es nicht einmal schafft, einen ordentlichen Abschlussartikel dazu zu [...]

  2. Florian says:

    Dieser Text verlitt mich im morgendlichen Dusel zu einer auftretenden Verliebtheit zu Worten.