Anleitung: "Christmas on your Own", für Einsteiger

Wie man Weihnachten optimal alleine verbringt:

[Zielsetzung: 24. Dezember und seine nicht auftretenden Begleiterscheinungen (explizit: Familiäres Beisammensein aka Zweisamkeit, Tannenbaum und “das hab ich mir schon immer gewünscht!”) unbeschadet und un-unglücklich überstehen]

24. Dezember, Vormittag:
1. Kerzenvorrat überprüfen
2. früh am Morgen zum Supermarkt seines Vertrauens fahren und alles einkaufen, was man schon immer einmal essen oder trinken wollte (Anmerkung: Wer gerade eine Diät macht, sollte direkt mit 3. anfangen), ggf. auch Kerzen kaufen (siehe 1.)
3. Einkäufe einräumen, Wohnung kuschelig machen – wenn man schon alleine ist, sollte man es wenigstens gemütlich haben
4. zum Mittagessen Stollen und Plätzchen essen (gilt natürlich nicht für unsere Freunde auf Diät, für euch gibt’s Orangen!)
5. Kerzen anzünden

24. Dezember, Nachmittag:
1. “Drei Haselnüsse für Aschenbrödel” im Fernsehen (oder, für die Hardcore-Fans: Auf DVD!) angucken, schmachten, was das Zeug hält, und sich einen Prinzen (wahlweise auch eine Prinzessin) herbeiwünschen
2. “Prinz” im Telefonbuch suchen und dort anrufen.

Äähm… ‘tschuldigung, verwählt!
3. ärgern – es gibt keine richtigen Prinzen mehr auf diesem Planeten
4. noch mehr Plätzchen essen, diesmal Kaffee dazu trinken (man kann nicht nachmittags schon müde werden, nur weil man an Weihnachten nichts vorhat!)
5. alle 5 Minuten E-Mails abrufen und schon vorher wissen, dass man keine bekommen hat
6. Sendungen mit ganz viel Weihnachtsmusik im Fernsehen angucken und melancholisch-sentimental werden
7. Radio hören und erfahren, dass man nicht alleine allein ist
8. eine E-Mail ans Radio schicken und sagen, dass a) heute der 24. Dezember, b) Weihnachten und man c) alleine ist
9. in ICQ, StudiVZ, Myspace,… gucken, ob irgendjemand online ist. Ärgern, dass niemand online ist.
10. beschließen, dass man Weihnachten, Weihnachtsbraten und Feiern im Familienkreis ätzend findet und froh ist, alleine zu sein

24. Dezember, Abend:
1. Fotos machen
2. mal wieder ein paar Plätzchen essen
3. nichts Süßes mehr sehen können und auf Salzbrezeln umsteigen
4. aus dem Fenster schauen und sich fragen, wohin wohl die Menschen fahren, die jetzt im Auto unterwegs sind
5. “Last Christmas”, “Driving home for Christmas” und alle anderen woran-Sie-schon-im-November-wissen-dass-bald-Weihnachten-ist-Lieder verfluchen und das Radio an die Wand werfen
6. Radiosplitter zusammenkehren und in den gelben Sack werfen
7. darüber nachdenken, das man mit der Antenne anstellen könnte, die man jetzt übrig hat
8. aus der Antenne eine Teleskop-Fliegenklatsche bauen
9. entscheiden, nicht mehr wegzugehen
10. 5 Minuten später: Duschen
11. entscheiden, sich nicht aufzubrezeln, sich im Pyjama aufs Sofa zu legen und sich übers Fernsehprogramm aufzuregen. Fernseher einschalten.
12. Fernseher kurz darauf ausschalten. Sich aufbrezeln.
13. nichts Passendes zum Anziehen finden
14. irgendwas anziehen, sich ein Buch schnappen, Geldbeutel rauskramen und das Haus fluchtartig verlassen
15. sich n i c h t betrinken, sondern einen Cappucchino bestellen und sich über die Welt im Allgemeinen, die Menschen im Besonderen und das Drama Weihnachten an sich wundern.
16. Ein Lied im Kopf haben
(Musik zum Anhören: Great White – The Angel Song)

17. durchgefroren nach Hause kommen
18. WEGGEHEN! … und sich über ein Bad in der Menschenmenge freuen

An alle: Merry Christmas!
… außer an den Idioten, der mit seinem bayrischen Sportwagen gerade eben mit 110 durch die 30er-Zone gerast ist. Depp!

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