Und dann die Rituale. Den Schlüsselbund herausziehen, den Schlüssel finden, die erste Tür aufstoßen. Den Briefkasten öffnen, die Post noch im Treppenhaus durchsehen, die Stufen zählen, die Wohnungstür aufschließen, vorbeigehen am Fahrrad, das immer noch im Flur steht. Gepäck in eine Ecke werfen, die Fenster öffnen, in den Sessel fallen und eine Zigarette rauchen. Das Wasser aufdrehen, den Boiler einschalten, die Stecker wieder in die Steckdosen stecken (die Sicherungen klemmen). Wieder auf dem Sofa schlafen, weil das Bett so groß geworden ist, über all die Zeit. Am nächsten Tag aufwachen. Alles ausziehen, auf einen Haufen werfen, Schals und Mützen dazu, dann die Steppe aus dem Bauchnabel pulen, das Kleingeld abzählen, dreifünfzig pro Maschine, in den Waschsalon laufen, sechzig Grad normal, fünfunddreißig Minuten warten. Vor dem Waschsalon auf der Fensterbank sitzen, rauchen, eine Nummer wählen, reden, Fragen stellen, nicken, nichts beantworten können, auflegen. Die Wäsche aus der Maschine ziehen, zwei Euro und ein blaues Feuerzeug wiederfinden, in die Wohnung zurückgehen, alles aufhängen, das Geschirr spülen, im Abflussstrudeln einem Lebensgefühl hinterherblicken. Niemals winken, wenn es geht. Mit nassen Händen durch die Wohnung gehen, hin und her, die Hände an den Jeans abstreifen, Dinge in die Hand nehmen, abtasten, nichts dabei fühlen, weitergehen, an einem Tischbein hängenbleiben, noch ein Fenster öffnen, hinaussehen, sich umdrehen, in den Raum blicken

und sich wundern, wie man es so lange hier ausgehalten hat.