Tschüss!

Ich mache das jetzt mal kurz hier.

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Vor zwei Monaten fing es an, und zwar damit, dass ich mich auf eine Reise begab, das Fürchten zu lernen biometrische Passfotos zu machen. Bei einer traumatischen Begegnung mit einem Passbildautomaten verlor ich hinter einem blau karierten Vorhang erst 10 Euro, weil das Ding zwar Geld schluckte, aber dann nicht lieferte, und dann auch noch meine letzte Würde. Danach hatte ich zwar keine Würde mehr, aber wenigstens vier Bilder, bei denen weiterhin unklar ist, ob ich gerade eine entsicherte Kalaschnikow oder eine Puppe auf dem Schoß habe.

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Kurz darauf habe ich noch drölfzig Behörden besucht und dabei meinen Fingerabdruck abgegeben, einen Reisepass, einen internationalen Führerschein und ein Visum beantragt. Ab Montag bin ich nämlich dann mal unterwegs: ich fahre in einem Auto die ehemalige Seidenstraße entlang von Berlin nach Astrakhan.

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Astrakhan, das ist am Kaspischen Meer und ungefähr so weit weg, wie wenn man 40 Mal quer durchs Saarland fährt, 1,5 Mal von Berlin nach Reykjavik oder einmal von Berlin nach Sagres (Sagres ist links unten, wo Portugal aufhört). Aber weil niemand (ich betone: niemand) 40 Mal quer durchs Saarland fahren möchte, man für Berlin-Reykjavik mindestens ein Amphibien-Auto braucht und man in Sagres aufpassen muss, dass man nicht aus Versehen einfach weiterfährt und ins Meer fällt — fahren wir lieber nach Astrakhan. Leider führt unsere Route nicht so weit gen Osten, dass ich den Fluss besuchen könnte, der extra nach mir benannt wurde. Das machen wir dann beim nächsten Mal. Ist auch ganz gut, dass wir nicht so weit fahren, das passt ja so schon kaum ordentlich auf eine Karte drauf.


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Jetzt ist es Sonntag, weit nach Mitterncht, und ich habe noch nicht gepackt. Womöglich packe ich also gleich noch, und dabei auch direkt den passenden Reisestecker und die wichtigsten drölfzigtausend Ladekabel ein. Ach ja, und vielleicht werfe ich auch noch ein, zwei Kleidungsstücke dazu in die Reisetasche. Wenn alles gut läuft, werde ich also unterwegs nicht nur manchmal Strom, sondern sogar etwas an haben (die Prioritäten der Digital Natives. Man kennt das). A propos Prioritäten: der ganz große Plan ist nämlich, dass ich dank Satellitenschüssel auf dem Autodach und vielleicht mal ein paar Bytes Wlan in einer Hotellobby für die famosen Menschen von Motor-Talk etwas Lustiges über Alkohol twittere und ein paar Wodkaflaschen Autos Sonnenuntergänge Landschaften fotografiere (den Alkoholcontent gibt es dann auf meinem eigenen Twitter-Account).

Ich glaube, das wird aufregend. Auf jeden Fall ist es eine Zeit voller Premieren: nicht nur werde ich zum ersten Mal in meinem Leben Europa verlassen, sondern besitze jetzt auch erstmalig ein vollständiges Set Kleidungsstücke, die mit meinem Namen bestickt sind (Unterwäsche ausgenommen). Fast ein Grund, sie einzupacken.

Es könnte in jedem Fall heiter werden.

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4 Responses to “Tschüss!”

  1. Jörg says:

    Lena, das klingt großartig. Ich hoffe, dass du möglichst viel Zeit findest, um einige WLAN-Bytes einzufangen, die dann deine Erlebnisse hierher transportieren dürfen.

    Viel Spaß und Glück auf der spannenden Reise und sonnige Grüße vom Bodensee mit auf den Weg
    Jörg

  2. Christoph says:

    Gute Reise!
    Ich fahr dann mal in die andere Richtung, Gegengewicht und so ;)

  3. Dagger says:

    Woohoo!
    Lass von Dir hören, hab eine zauberhafte Reise und kom gut wieder zurück.

  4. Micha says:

    Die Route sieht aus wie “auf den Spuren der 6. Armee”

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