abseits

es gibt diesen punkt, da ist sie nicht mehr zu ertragen, diese gleichförmige masse der gesichtslosen mit immer dem selben stumpfen ausdruck in den augen. die stadt verblödet uns, weil sie uns mehr empfindung abverlangt, als wir überhaupt geben können. also geben wir einfach gar keine mehr. wir haben das dosieren verlernt. dann stellen wir uns gegenseitig nur noch die blöden fragen nach dem wetter und der arbeit und in unseren lungen hängt der dreck der welt. dabei ist es so einfach zu erklären: in der gegnerischen hälfte der gegnerischen torlinie mit füßen, rumpf und kopf näher als der ball und der gegnerischen torlinie näher als der vorletzte gegenspieler. abseits.

da stehen wir und könnten ja mal ein nichts tun und warten, ob uns die decke dann endlich auf die hübsch frisierten köpfe fällt, statt dessen pilgern wir zu den bäckereien im ehemaligen osten der stadt, weil es da ehrliches brot und ehrliche schnittchen gibt, dicke scheiben brot, bestrichen mit butter und mit schnittlauch bestreut. unsere neue religion ist das butterbrot. aber ehrlich muss es sein.

und dann der schmerz. auch ehrlich, wie wahre ehrlichkeit eben immer brutal ist. die wunde, die wieder aufriss, bisweilen eitert. in diesen momenten wäre es schöner, wenn die dinge ein bisschen mehr meta wären und weniger körperlich. der schmerz pocht, einen neuen rhythmus gibt es nicht. am ende, nachts im schlaf, ist jeder ganz für sich allein.

mich zieht es zu den kleinbuchstaben auf den kleinen papierfetzen, ich weiß, was das heißt, ich kenne die zeichen. die nebelmaschine läuft, die zeichen sind keine leuchtraketen, und schon ist eine diskokugel interessanter als die papierschnipsel auf dem fußboden. so ist das eben mit uns nachtfaltern. wäre ich papier, dann wäre ich gerne ein kranich.

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