Serie: Wer's glaubt, wird am seligsten. Geld stinkt nicht?

“Geld stinkt nicht” – das Sprichwort hat wohl jeder schon einmal gehört. Was aber ist wirklich dran? Riecht man in einen Geldbeutel, in dem vielleicht 50 Euro in ein paar Scheinen und Münzen stecken, steigt einem vielleicht eher Parfümduft in die Nase. Und selbst ein Sparschwein muffelt noch nicht einmal deutlich nach… ja, wie riecht Geld denn eigentlich? Denn glaubt man dem Sprichwort, so dürfte es höchstens nach der Luft riechen, die es umgibt.

Aber, um es kurz zu machen – das Sprichwort ist so grottenfalsch, dass es zum Himmel stinkt (Witz!).
Wer das nicht glaubt, hat noch nie viel Geld gezählt. Keine 100, 1.000 oder 10.000, sondern 80-, 90-, 150.000 Euro.
Geld ist dreckig. Massen von Menschen haben es täglich in der Hand, “geparkt” wird es meist in Kassen oder Tresoren nur kurz, badet ständig in Bakterien. Wie dreckig die das Geld machen, sieht man nach Zählen einer solchen Geldmasse. Die Hände sind tatsächlich schwarz.
Geld ist hässlich. Es wird geknittert, geknickt, gerollt, gewaschen (nein, auch Geldwäsche macht Geld nicht sauber), getrocknet. Die einzigen Scheine, die manchmal noch schön aussehen, sind 500er. Und das frisch gedruckte Geld (, das die abends bei der Bank direkt aus dem Drucker laufen lassen, jaja).
Geld stinkt!! Dieses Geld durch eine Zählmaschine laufen zu lassen ist selbst für hardcore-landlufterprobte Näschen eine echte Zerreißprobe, der Geruch ist beinahe unerträglich. Man muss in die andere Richtung atmen, um überhaupt noch Luft zu bekommen.

Und wonach riecht Geld nun?
Nach Bier. Geld hat eine regelrechte Alkoholfahne, riecht wie eine dauerbetrunkene ehemalige Schönheit, die man auf drei Meter Entfernung nicht einmal mehr ertragen kann.
Es riecht nach Qualm, nach kaltem Zigarettenrauch. Vielleicht auch nach ein wenig scheußlichem, billigen Parfüm.
Nach Menschen, es trägt den Geruch tausender Geldbeutel, Hosentaschen, Jackentaschen, Hände und Finger an sich.
Ein Mischgeruch, mit dem man Menschen verjagen kann. Hat man dermaßen viel Geld in den Händen, das vor allem noch diesen Geruch verströmt, ist es in keinster Hinsicht mehr attraktiv, interessant. Es ist einfach nur noch hässliches Papier. Und ekelhaft.

“Geld stinkt nicht”, das hat der Überlieferung nach zuallererst der römische Kaiser Vespasian gesagt. Er wollte auf die Benutzung der öffentlichen Toiletten eine Steuer erheben und machte damit klar: An sich ist es egal, womit man sein Geld macht – an den Steuereinnahmen riecht hinterher niemand mehr, dass sie mit Exkremitäten verdient wurden.

Und selbst das kann man heute nicht mehr sagen – dem Geld aus den Bäckereibeständen und dem aus der KFZ-Werkstatt riecht man das durchaus noch an. Genauso wie dem Zigarettengeld des Dauertrinkers.

In diesem Sinne – good shopping!

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