Montag Morgen, der Weg zur U-Bahn. Niemand ist auf den Straßen, es ist eigentümlich leise. Alle Bahnen: menschenleer, bis auf ein paar Touristen mit Rollkoffern, wahrscheinlich haben sie ihren Flieger verpasst, warum sonst sollten sie noch hier sein. Es ist doch niemand mehr hier, alle haben die Stadt verlassen, sind unterwegs zu ihren Familien, wie eine kleine Flucht aus der Stadt, aus dem Alltag, aus dem Leben, das man hier so hat. Es regnet. Auf den Straßen liegt Schneematsch, darunter Kies, weiter darunter Eis, zwischendrin tiefe, schwarze Pfützen. Entweder man tritt in die Pfützen, rutscht auf dem Eis aus oder die Schuhe füllen sich allmählich mit kleinen Kieselsteinchen.

Durch die Straßen gehen, beschwingter als an den vorigen Montagen, wie fast ein wenig glücklich, als ob — ja, was? Als ob etwas anders wäre. Es ist nicht so, dass sich die Art verändert hätte, wie die Erde um die Sonne kreist, oder der Lauf der Dinge, der viel häufiger ein Stillstand ist. Es ist auch nicht, dass sich plötzlich die Dinge geordnet oder entschieden hätten, dass plötzlich alles klar wäre. Es ist eher das Zwischenergebnis einer gewissen Distanz zu den Dingen. Wie wenn man auf einmal merkt, Continue reading “–”

Regentage (Hundstage.Buch)

Es regnet, regnet, ohne Unterlass. Vom Spazierengehen kehren wir bald wieder zurück. Nass bis auf die Haut.

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Hund müsste man sein, vielleicht, und sei es nur für heute.

Schnell warme Socken anziehen, ein Buch lesen. Irgendwann die Brille zur Seite legen

und dem Regen zusehen, wenn er auf die Straße tropft.

Wenn ich die Augen zusammenkneife und hinter den Kirchturm schaue, kann ich Spuren von Sommer sehen.