Piraten, Eis und Höchstgeschwindigkeit – zwei null eins drei. 2013.

“Hallo, 2013, du Jahr, in dem die Dinge weitergehen. Du hast noch knapp 24 Stunden zum Anlaufen. Und dann zeig’ mal, was du kannst.” Das habe ich vor genau einem Jahr gesagt. Hätte ich geahnt, wie es wirklich wird, hätte ich mich mit der Aufforderung etwas zurückgehalten.

Januar
Zum Jahresanfang geknutscht, zwei Stunden später gekotzt. Und im Prinzip ging das Jahr genau so weiter. Am Neujahrsmorgen mit einem knallroten Auge aufgewacht. Erste Anschaffung des Jahres: eine Augenklappe. Viel Kuchen. “Wo habt ihr euch kennengelernt?” – “Auf Foursquare.” Schon wieder Party. “Wenn du Pasta für mich kochst, komm ich noch mit zu dir.” Büro-Umzug. Känguru und Heuschrecke gegessen. “Alles, was man nicht kennt, schmeckt wie Hühnchen.” – “Ich mag aber kein Hühnchen.” Verhängnisvolle Käsekuchenverabredung im strömenden Regen.
Status: She’s a Pirate

Februar
Kurze Überlegung, ein Stunt-Double zu engagieren. “Du, ich muss mit dir reden.” Mit Katze im Bett. Lesebühnen sind noch besser, wenn man nebenher knutscht. Vollmond. Gin Tonics. Köln, Hamburg, Köln, Düsseldorf, Köln. Noch schlimmer als Kranksein ist im Hotel und krank sein. Schneespaziergang. Köln. Ich glaube, ich will nach Hause. Nicht nach Hause gehen.
Status: WHAAAAAAAAAAAAAAAAA

März
Lunchdates. Köln. Bowling. “Wir werden Sie ja sehr vermissen.” Kühlschrankgedichte. Hamburg. Gin, Tonic, Gin Tonic. Schwarzlicht. Burger zum Frühstück. Fingermalfarben. Berlin, Käsekuchen und Hühnersuppe. Köln. Prenzlauer Berg-Spaziergang mit Lichterkette. Erste Fahrradfahrt. Konzert. “Schläfst du?” – “Nein, ich höre zu.” In love with Bacon mit Nutella. Köln. Keine Hotelzimmer mehr. 100 Jahre alte Raucher-Suite in Bonn. Köln. Sehr viel Kölsch. 7-Tage-Bart am Hals. Und im Gesicht. Und. Sehr viel Rumknutschen. Der Mann, der mir einen Schuhtausch anbot. Sonnenaufgang über dem Rhein. Erstklassiges Frühstück. “When you HTTParty, you must party hard!” Begegnung mit Esel. 29 Zigaretten. Bestes Bahnhofabholen aller Zeiten. Doris’ Bistro. Wer frei von Social ist, der werfe das erste Network.
Status: Man widerspricht dem Einhorn nicht.

April
Schneeschmelze. Tempelhofer Feld. “Früher war hier aber ganz sicher noch ein Weg!” Köln. Hamburg. Berlin. Köln. Philharmonie, Konzert. Fast weinen vor Glück. “Wenn du auf den French Toast noch Nutella, Banane und Bacon draufmachst und noch Sirup drübergießt, DANN wird das erst richtig geil.” #tassebier. Das erste Wiener Schnitzel EVER. Wale verschicken. Alles nicht wahr. taz-lab. Durch den Wald robben. “Eh, Mädel! Deine Jeans is kaputt! Näh dat mal, du Schlampe!” Erster langer Parktag. Fleisch. Letzter Arbeitstag.
Status: Goodbye, honey.

Mai
Hamburg. Gin Basil Smash. Gulasch im Garten über dem Feuer. Das erste Eis des Jahres. re:publica. Haupterinnerung: Bier im Innenhof, Kaffee auf der Hose. Replik geschrieben, Grafik gebaut. Köln. Sardinien. Zelten. Sterne gucken. Hauptnahrungsmittel: Cracker, Salami, Käse, Tomaten. Lieblingsplatz: Hängematte. Aufwachen, das Zelt aufmachen und nachsehen, ob das Meer noch da ist (ist es). Wandern. Alleine sein. Sortieren. “Wie schnell ist das Auto?” – “550 PS, von 0 auf 100 in 1,8 Sekunden. Achtung, wir fahren jetzt auch los.”
Status: Huiiiiii

Juni
So fühlt es sich also an, wenn man nicht nur kein Geld, sondern auch noch keinen Job mehr hat. Arbeitsamt. Erste Gedanken über einen Einstieg ins Pfandflaschenbusiness. Im Park arbeiten. Fahrt nach Brandenburg. Holunderlimo machen. Reisepass beantragen. Köln. Texte vorgelesen. Fahrradunfall, Krankenhaus. Alles kaputt. Heimlich rauchen. Nach Hause dürfen. Wer sein Fahrrad liebt, der trägt es von der Polizeiwache nach Hause. Protokolle. München. In einer nächtlichen Großaktion die Wohnung ausgemistet, ausgeräumt, umgeräumt. Das wirklich Geile daran, ein Blog zu betreiben. Angst vor dem Radfahren. Bier getrunken. Bochum. Mit einem Küchenmesser die Haare abgeschnitten. Verstanden: es ist ok.
Status: WTF???

Juli
Brandenburg. Alpakas. Neue Freunde. London. “May I interest you in a cup of tea?” Leider nein. Rosamunde Pilcher-Kulissen. Der weiße Pfau. 20 Grad, England, Sonnenbrand. Eine neue Liebe. Technoparty im Park. Endlich wieder Regionalbahn fahren. Süddeutschland. Der wichtigste Besuch des Jahres. Die wichtigste Musik des Jahres. Theater. Himbeeren. Frohsein. Theaterproben. Im Fluss schwimmen. Vollmond. Sommergewitter über dem Tal. Zurück nach Berlin. Minions im Kino. Demo. Schilder halten.
Status: Fett, Salz, Zucker, Sex.

August
Dachterrassen-Grillparty. Kino. Köln. Schloss Dyck. Mosel. Luxemburg. Köln. Grillparty am Weiher. Studienplatzzusage. Hubschrauber geflogen. Über Eichhörnchen gewettert. Dinner for fifty. Impfungen. Mein Name an einem Auto. Abfahrt.
Status: Wo bin ich?

September
Im Auto von Berlin nach Krakau, Lemberg, Odessa, Sewastopol, Jalta, Anapa, Adygea, Elista nach Astrachan (Teil 1, Teil 2).
Pferd. “Können wir jetzt bitte mal pinkeln? Over!” Neue Freunde. Sehr viel Bier. Bei Sonnenuntergang im See schwimmen. Gin Tonic aus Dosen. “Wasser haben wir nicht, aber es wäre noch Bier da.” Der längste Tresen der Welt. Zittern an der Grenze. Einträge im Reisepass. “Das raucht sich weg!” Rückflug Astrachan – Moskau. Konsterniert in der Raucherlounge herumhängen. Moskau – Berlin. Konsterniert vor dem Flughafen Schönefeld sitzen. Nerds. Konferenzen. “Das ist meine fünfte Party an fünf Tagen.” – “Heißt das, du trinkst heute nichts?” – “Natürlich nicht!” Facebook-Freundschaftsanfrage. Frühstück im Bett. Durchbrennen wollen und an der Ostsee landen. Taxifahrerin spielen. Kohle liefern lassen. “Geht mir genauso.” I’m dirty let’s party. Geburtstag nicht feiern wollen. Doch Geburtstag gefeiert. Sehr (SEHR) viel Whisky Sour. Deutsche Politik auf Englisch. “Komm du mir nochmal nach Berlin!” – “Ok!”
Status: Yeah, yeah, yeah

Oktober
Touristentour. Hamburg. Wochenende im Bett. Große Kaffeetassen. Katze. Arbeit, Arbeit, Arbeit. Hamburg. 20 Dinge aufgeschrieben. “An die uneheliche Tochter von Klaus Störtebeker”. Bei einem Gemeinschaftsblog angefangen. Einen Tumblr verschenken. Im Cabrio durch die Stadt. “Ich trag ein Schild mit deinem Namen.” Flughafen. “Willkommen in Berlin!” Hund. Whisky. Köln. Das falsche Taxi. Bonn. Darmstadt. Vollmond über dem Industriegebiet. “Er musste zu dir passen.” Frankfurt. Stuttgart. Dachterrassenparty. München. Das erste Mal im Stadion. Bayern-Hertha. Kein Schlaf ist zu wenig Schlaf. Telefonate. Waschsalon.
Status: Rock’n’Roll!

November
Frankfurt. Nürnberg. Leipzig. Chemnitz. Dortmund. Bochum. Hamburg, Regenbogen über dem Hafen. Kiel. In Berlin im Hotel. Party im Bus. Und tschüss. Hamburg. Treffen am Kanal. Köln. “Ich hol dich am Bahnhof ab!” Küchengespräche. Party mit Gitarre. Filet. Kölsch. Wiedersehen. Haare. 7-Tage-Bart am Hals. Und am Ohr. Bissspuren. Kölsch. Unterhemd und Hut. “Ich habe mir extra für dich den Bart wachsen lassen!” Burger um 8 Uhr morgens. Wohnzimmerpicknick. “Meet me at the Hotel.” Fleischplatte. Im Hotel übernachtet. Hexenschuss. Die Physiotherapeutin! Island. Verzaubert. Viele Menschen mit Bärten. Der Finne! Ein Hotdog unten am Hafen. Hin und weg. Roadtrip.
Status: Sehr verliebt.

Dezember
Keine Lust auf Rückflug. Nikolaus im Schuh. “Ti Amo” im Duett. Brunch. Krank im Bett. Viel denken. “Kratz mich, beiß mich, koch mir Hühnersuppe!” Heiligabend in der Kneipe. Getrunken, Billard gespielt, noch mehr getrunken. Wirte sind übrigens an Heiligabend in der Regel sehr spendabel. Sehr betrunken ins Bett. Ingwertee, my friend. Viel singen. Aufnahmen. Frankfurt. “Hoffentlich machen sie hier kein Feuerwerk!”
Status: ¡Hasta la vista, baby!

ENDZEITFRAGEN:

Haare länger oder kürzer?
Rechts länger, links zwei Millimeter.

Mehr Kohle oder weniger?
500 Kilo Kohle.

Mehr ausgegeben oder weniger?
Weniger.

Mehr bewegt oder weniger?
8 Monate sehr viel, dann sehr viel weniger.

Der hirnrissigste Plan?
“Ich geh da jetzt rein!”

Die gefährlichste Unternehmung?
Wild zelten. Bei Schneesturm und 5 Metern Sicht Auto fahren.

Der beste Sex?
Mit T. (Name geändert).

Die teuerste Anschaffung?
Eine neue Kamera.

Die beste Musik?
Selbstgemacht.

Das schönste Konzert?
Philharmonie Berlin: Deutsches Symphonieorchester mit Grieg, Hummel, Sibelius.

2013 zum ersten Mal getan?
Linksverkehr gefahren. Beifahrer: “Du solltest vielleicht doch noch ein Stück weiter rechts fahren, sonst haben wir gleich das Gebüsch vom Straßenrand im Auto.”

Der schönste Satz, den jemand zu mir gesagt hat:
“Zerstören wir zusammen Hotelzimmer, dröhnen uns vorher mit Bergen von Koks zu und kopulieren im hoteleigenen Lastenaufzug auf der Flucht vor der Security?”

Der schönste Satz, den ich zu jemandem gesagt habe:
“Nimm diese Mülltüte als Zeichen meiner Freundschaft!”

2013 war mit einem Satz …
eines der ereignisreichsten und intensivsten Jahre, die ich je hatte.

Und mit einem Wort …
ZOMG!!!!!

Nachsatz
Save the last dance for me.

Sag zum Abschied leise …
DANKE:
Allen, mit denen ich dieses Jahr Zeit verbringen durfte. Danke an alle, die schöne Sachen ins Internet geschrieben und gute Dinge gemacht haben. Danke an alle, die mir Geschenke geschickt haben, auch an die Absender von “Russland to go” und “100$ Startup”. Danke an alle, die hier Kommentare geschrieben, mir E-Mails geschickt und geflattrt haben. Danke Ihnen, dass Sie hier oder drüben mitlasen und -lesen.

Und nun lassen Sie es krachen oder ziehen Sie sich rechtzeitig die Bettdecke über den Kopf. Gehaben Sie sich wohl. Wir sehen, lesen und schreiben uns 2014.

<3

Steak, Bars, Eiswürfel, Liebe: Zweitausendzwölf.

Was ist das schon, ein Jahr. Zwischen 8760 und 8784 Stunden, das ist wie 8760 Mal im Hochsommer am Hauptbahnhof in Hannover stehen und bei 35° im Schatten auf einen Anschlusszug nach Berlin warten: eigentlich ein überschaubarer Zeitraum, und trotzdem sieht es nach einer Ewigkeit aus, wenn es erst angefangen hat. Und dann ist es doch wieder so schnell vorbei, dass man es nicht einmal schafft, einen ordentlichen Abschlussartikel dazu zu schreiben.

Es bräuchte sie nicht, die Jahre, die Erde würde sich weiterdrehen, wenn es sie nicht gäbe, nur gäbe es die Jahre nicht, wenn sich die Erde nicht drehen würde, gut, dann gäbe es uns auch nicht, uns, die wir uns Gedanken um so etwas wie Jahre machen, da sieht man schon wieder, wie überflüssig das ist. Und doch brauchen wir sie, für uns, die Jahre, diesen Rahmen um ein paar Stunden. Mit den Jahren können wir zählen, können rechnen, sie teilen unser Dasein in Abschnitte, diese Existenz, deren Sinn wir ohnehin häufig kaum fassen können. Das macht es leichter, da jedes Jahr irgendwann zu Ende geht, weil die Erde sich weiter um die Sonne dreht, so haben wir eine Chance, einen Strich unter 365 Ereignisse zu machen (wenn wir davon ausgehen, dass jeder Tag eines ist). Eine Zwischenbilanz zu ziehen. Mit Manchem abzuschließen, mit Anderem weiterzumachen, zu sortieren jedenfalls, und das nach einem für unsere unausgelasteten und doch permanent überfluteten Gehirne halbwegs überschaubaren Zeitraum. Wäre ein Jahr, sagen wir, 10 Jahre lang, wir alle würden zu Psycho-Messies, die sich zu jedem Jahresende vor einem unüberwindbaren Berg unaufgeräumter Dinge sähen und zu Silvester erst einmal einen Räumungsservice bestellen müssten. Man kann ja selbst nach manchen Jahren in Normallänge froh sein, dass man seine Zwischenbilanzen keiner Wirtschaftsprüfungsgesellschaft vorlegen muss, Ernst & Young würden mir nach diesem einen vermutlich kommentarlos ein Flugticket auf die Bahamas schicken. One-Way.


Angefangen hat das, was zu dieser desaströsen Bilanz führte, in einer Bar in Kreuzberg, und damit, dass die Böller zu laut waren und zu tief flogen, dass es außerdem zu viel Sekt gab (ich hasse Sekt) und der Rest der Nacht in freundlicher Finsternis verschwunden ist. Geht man davon aus, dass es so etwas wie “schicksalhafte Vorzeichen” gibt, Continue reading “Steak, Bars, Eiswürfel, Liebe: Zweitausendzwölf.”

zweinulleinseins.

Jahresrückblicke liest niemand, sie sind ätzlangweilig und Ende Dezember macht’s jeder (wenn man das ZDF ist, auch früher). Nur war dieses Jahr genug los für drei Jahre, wie sollte ich mir das alles merken? Und an die Kinder, die ich einmal haben werde: hier könnt ihr nachlesen, wie Mutters wildromantische Jugend war. Bitteschön.

Januar

Mein erster Monat in der neuen Wohnung im Ghetto, es ist wirklich sehr sehr kalt, ich habe keine Heizung, ich ziehe den Mantel auch nicht aus, wenn ich schlafen gehe. Ich mag die neue Wohnung und komme endlich über Wien hinweg (ach, Wien, ach). Weiß jetzt, was Futschi ist. Mein Laptop geht kaputt. An einem Morgen wache ich davon auf, dass es neben meinem Bett lichterloh brennt. Vor der Tür des St. Oberholz steht ein Typ mit Bart*, zieht an seiner Zigarette und sagt gemeine Sachen zu mir.

Februar

Ich esse ein Eis und schreibe einen meiner Lieblingstexte dieses Jahres. Und besuche eine Hochschulmesse, auf der mir viele Leute nichts Neues erzählen. Alles, was ich von dort mitnehme, ist ein Kugelschreiber und die immer stärker bohrende Frage, ob ein Studium das richtige für mich ist (die Antwort ist: nein).

März, April, Mai, Juni

Für eine Woche sind zwei Katzen bei mir zu Besuch, sie mögen mich nicht und schmeißen mich aus meiner Wohnung. Ich bin verstört. Ich sehe “Biutiful” mit Javier Bardem und bin noch verstörter, dann sind Ferien, ich sollte lernen und tue es nicht, stattdessen schreibe ich anlässlich der re:publica einen Artikel über Netzpolitik und die “Digitale Gesellschaft” und plötzlich fliegt mir diese Seite um die Ohren. Und ich stelle mir viele Fragen. Ansonsten sitze ich sehr lange in Parks und freue mich über das gute Wetter, was auch gut ist, weil da der Sommer ist (das weiß zu der Zeit nur noch keiner). Dann sind die Ferien vorbei, ich schreibe Prüfungen, ohne gelernt zu haben, was auch voll gut ist, vor allem, als es vorbei ist. Denn da fahre ich ans Meer, führe meinen neuen Bikini vor aus, spiele Volleyball am Strand, esse jeden Tag fünf Kugeln Eis, baue Sandburgen, laufe morgens um 6 am Strand entlang und auf einmal ist alles so gut und so richtig.

Juli & August

Ich lese vor, in Berlin und spontan auch in Köln. Auf den Abend der Lesung folgen eine denkwürdige Nacht und ein böser Morgen, ich dusche im Hallenbad und wickle mich danach in das größte Handtuch, das jemals eine Handtuchfabrik verlassen hat, da bin ich seit 35 Stunden wach, später fahre ich noch mit dem Zug in eine andere Stadt, zu jemandem, den ich sehr mag, geschlafen wird nach 46 Stunden Wachsein. Einen Tag später werde ich am Bahnhof dieser Stadt sitzen und auf die Ankunft einer Frau mit braunen Locken warten, die mein Leben sehr großartig machen wird, aber das weiß ich noch nicht, als ich warte. Und von diesem Tag an bin ich für 6 Wochen unterwegs.

September

Ich bin zurück in Berlin und ich ertrage diese Stadt nicht mehr. Ich bin zurück in der Schule und hasse es. Ich verstehe nicht, wieso ich mir das alles antun soll, nur für diesen Schein, auf dem “Abitur” steht. Ich sitze dort Zeit ab, 50 Stunden pro Woche, Zeit, die ich weit sinnvoller nutzen könnte, ich lerne nichts und schlage mich mit Bürokratie und den absurden Beschlüssen der Berliner Senatsverwaltung herum. Nebenher arbeite ich 30 Stunden pro Woche, und ich will alles hinschmeißen. Zur Kompensation gehe ich sehr häufig Eis essen und sitze dabei auf einem Holzschlitten.

Oktober, November, Dezember

Ich bin immer noch in Berlin und zwar stehe ich am Rande eines Nervenzusammenbruchs, aber gehe immer noch zur Schule. An einem Sonntag fällt auf dem Weg zur Arbeit mein iPhone auf den Boden und ist kaputt. Ich habe kein Geld, mir ein neues zu kaufen. Außerdem habe ich kein Date, gehe nicht ins Kino, da die Filmrolle nicht ankommt, und esse handtellergroße Ravioli im hässlichsten italienischen Restaurant Berlins, was bemerkenswert ist, gibt es doch sehr viele Anwärter für den Titel “hässlichstes italienisches Restaurant Berlins”. Ich arbeite sehr sehr viel, transportiere große Regale mit der U-Bahn, habe einen blauen Fleck in Form des Batman-Symbols, führe Bartdiskussionen, gehe auf ein Konzert. Und plötzlich ist es Ende Dezember und ich habe an Silvester etwas vor, das wird schön, und plötzlich ist alles gut.

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Das Jahr in Zahlen:

– nicht vollendete Blog- und Twitteraccountlöschungen: 6
– zum Jahresende noch zu beantwortende Nachrichten: Drölfzigtausend. (An alle, die noch auf eine Antwort von mir warten: ich schreibe. Baldestmöglich. Und bitte um Verzeihung.)
– Anzahl erhaltener Tierstempel für herausragende Leistungen im Fach Mathematik: 4
– verbrannte Bettdecken: 2
– Zahl des Jahres: Umzüge: 0
Beziehungsstatus bei Facebook geändert: 0 Mal
– Momente für die Ewigkeit: 178

Leistungen, für die ich wieder keinen Nobelpreis erhielt:

Einen Topf mit 3 Litern Karottensuppe aus 2 Metern Höhe fallen lassen.

Lieblingsliedzeile:

Unterm Jackett ihre Hände / fragte mich die Fremde: / wie ich ew’ge Liebe fände. (Erdmöbel)

Gewesen:

Awesome. Wütend. Versöhnt. Frustriert. Genervt. s.w.a.g. Verknallt. Verliebt. Unterwegs. Unkool. Nicht allein. Albern. Kindisch. Niedlich. Übermütig. Dafür. Zusammen. Wild. Verschlafen. Durch. Dagegen. Nervös. Zufrieden. Übermüdet. Aufgeregt. Sehnsüchtig. Allein. Wildkatze. Glücklich.

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2012

Wenn alles gut läuft,

ist alles gut. Ganz bestimmt. Und deshalb: wir werden sehen.

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Zum Schluss will, muss ich danke sagen. Den beiden Männern vom Verein: *dem, der endlich wieder Bart trägt, und dem, der endlich wieder eine Frisur hat: ihr seid die Allertollsten. Dem Traummädchen. Und, ja: … .

Verehrter Leser dieser Zeilen, Glückwunsch, Sie haben es geschafft. Dieser Text ist durch, und dieses Jahr ist durch. Ich danke Ihnen im Namen aller Texte auf dieser Seite für alle Aufmerksamkeit. Danke auch allen, die mich davon abhielten, diesen Blog zu löschen. Bleiben Sie uns gewogen, wir sehen uns im neuen Jahr. Und jetzt, worauf warten Sie noch? Schalten Sie Ihren Computer aus und

gehen Sie leben. Jetzt. Es wird 2012. Und es wird

 

gut.