Hauptbahnhof. Hauptplatz. Hauptdarsteller. Hauptwort. Hauptsache: Leben.


Ich sitze auf einem Sofa, den Laptop auf dem Schoß, die Füße in dicken, bunt gemusterten Wollsocken. Meine Beine liegen auf dem Couchtisch. Im Zimmer ist es 14,3 Grad warm. Vierzehnkommadrei Grad. Kalt. Im Ofen liegen die letzten beiden Briketts. Wenn sie verglüht sind, wird es noch kälter sein. Ich habe keine Kohle mehr.

Where you gonna run to?
All on that day

Das Schlimmste für jemanden, der fürs Schreiben lebt, ist, nicht schreiben zu können. Seit Stunden starre ich auf den Cursor und das große Weiß dahinter und glaube für einen Moment, dass er im Takt meiner Gedanken läuft. Null. 0. Eins. Eins. Null. 110. 01101100011011110111011001100101. Letzte Woche habe ich Kisten gekauft, um mein Leben zu sortieren. Eine Woche später habe ich mein Leben nicht sortiert, aber ich habe alles in ein Zimmer gestopft und die Tür sehr fest zugezogen.

Well, I run to the rock, please hide me

Ich gehe raus auf die Straße. Es schneit, Continue reading “Hauptbahnhof. Hauptplatz. Hauptdarsteller. Hauptwort. Hauptsache: Leben.”

*Juli: Wir haben Welt genug und Zeit

Gelacht
– “Die haben in dem Text über mich keinen Platz mehr für meinen Twitternamen!”
– “Hä? Warum verlinken sie ihn nicht einfach?!”
– “Das ist ein Printmagazin.”
– “Oh.”

Gehört
Keine Lieder über Liebe.
Lisa Loeb – Stay (das erste Album von 1997 hatte ich mir gekauft. Damals. Damals, als ich das alles noch nicht verstand. Aber wirklich verstanden habe ich das alles bis heute nicht.)
Timid Tiger – Back from Hell. / Metric – Help I’m Alive / Capital Cities – Safe and Sound

Gelesen

“Treue ist: … Dem anderen verlässlich und verbindlich Liebe schenken. Continue reading “*Juli: Wir haben Welt genug und Zeit”

liebe, geographisch oder: wäre deine haut eine landkarte, wollte ich

deine grenzen höhen täler
küstenwind und alpenglühn
mittagshitze nebelnachtblau
stille wellentodezähler
frühling heidebodengrün
winter großstadtfelsengrau

unsre staatsform lippenbogen
unsre sprache gänsehaut
währungseinheit augenblick
dir, könig, maßlos ich gewogen
fingerspitzennah vertraut
von dir gibt es kein zurück

schlafen, küstenwind im nacken
morgens wimpern voller sand
schwarz von deines feuers rauch
glänzen meiner krone zacken
schnee und tau in meiner hand
tannennadeln auf dem bauch

und ein schiff wir uns dann falten
einmal noch vom mondlicht trinken
taschen voll von unserm geld
hamburg, hafen, hände halten
um gemeinsam zu versinken
in der ausmessung der welt.