"schmacht" oder wie das mit meiner Kamera kam

Ich habe eben mein Sparschwein geplündert. Das Geld aus dem Krustelfach meines Autos rausgekramt. Sämtliche Hosentaschen geleert. Nebenher gearbeitet.

DAFÜR:

Um mir nach 2 1/2 Jahren endlich meinen Traum von einer eigenen digitalen Spiegelreflexkamera zu erfüllen :-)
Gestern habe ich mit meiner (ehemaligen Fotostudio-) Chefin (und ein echter Schatz) telefoniert, bei der ich eine Zeitlang vor meiner Ausbildung gearbeitet habe – und die mich erst dazu gebracht hat, mich zu bemühen, meine Bilder zu verbessern.
Bei ihr werde ich das Objekt meiner Träume bestellen: Eine Nikon D40x in der High Power Zoom-Version, mit 10,2 Mio. Pixel, 18-135mm Brennweite (boah! – dafür riesiges Objektiv), schafft 3 Bilder pro Sekunde nach 0,18 Sekunden fürs Einschalten, Empfindlichkeit von ISO 100-1600, 2,5-Zoll-Monitor und Verschlusszeiten von 1/4000 – 30 Sekunden,………
Über den Preis werden wir uns offensichtlich auch einigen können ;-)

Ich habe nun lange genug mit mir gehadert, hin- und herüberlegt, gerechnet und neidisch anderer Leute Kameras (die EOS 400 vom Vater eines Freundes, der die zum 70. bekommen hat - ich will auch 70 werden!!) bestaunt. Ich brauche sie, um fotografisch weiterzukommen, denn so sehr ich meine kleine Ixus 40 nach 1 1/2 Jahren liebgewonnen habe, in manchen Bereichen stößt sie an ihre Grenzen – über diese Grenzen will ich aber hinaus, gerade was Nacht- und Personenfotografie angeht. Und wer weiß, vielleicht kann ich irgendwann doch noch etwas mehr aus dem machen, was ich hier so nach und nach lerne…

Morgen werde ich sie endgültig bestellen. Tasche, zusätzliche SD-Karte (Speicherkarte) und ein Stativ brauche ich noch dazu. Für Spenden erfragen Sie bitte per e-mail meine Kontonummer oder werfen Sie etwas Geld in meinen Briefkasten (leider ohne Quittung fürs Finanzamt) ;-) Och ja, und ansonsten werden wir eben einfach noch ein bisschen Heizkosten sparen (ich hoffe immer noch auf ein Weihnachtsgeschenk von meinem Gasversorger*g*)…

Ich glaube, wenn ich sie endlich habe, ist das wie Kindergarten-Abschlussfeier, Führerscheinkriegen, eigene-Wohnung-beziehen und Prüfungen-endlich-geschafft-haben zusammen. Ich freu mich sooo drauf! :-)

Wörter, mit denen Sätze nicht beginnen sollten

- da sie nur selten gut enden.

- Ach ja, und wo wir gerade dabei sind
- Du hast es so gewollt!
- Ich hab es dir gleich gesagt!
- Ich hasse…
- Männer / Frauen sollten nicht…
- Kinder dürfen nicht…
- Eltern haften für…
- Meine Mutter sagt immer…
- So jung…
- Zu viel getrunken? Ich??
- Schaaaaaatz – wir müssen…
- Liebst du…?
- Ich will, dass du…
- Ach, übrigens…
- Lass mal,…
- Tss,…
- So ein…!
- Du hast es echt mal wieder nötig,…
- Mir tut es nicht leid, dass…

Man kann solche Sätze natürlich auch noch drehen – aber nur, so lange man sich nur so weit reingeritten hat, dass man den Wagen noch selbst aus dem Dreck ziehen kann.

Braucht das Leben eine Gebrauchsanweisung? Eine Kritik zu "Anleitung zum Männlichsein" von Andreas und Stephan Lebert.

Die letzten 3 Stunden habe ich damit verbracht, “Anleitung zum Männlichsein” von Andreas & Stephan Lebert zu lesen (Anm. d. Aut.: Nein, ich habe nicht vor, die Seite zu wechseln, auch wenn Frau-Sein manchmal extrem ätzend sein kann. Aber DAS ist ein anderes Kapitel!). Nun gut…
Das Buch an sich ist widersprüchlich. Die beiden lassen sich einen Absatz lang darüber aus, dass die Weltherrschaft, inclusive der Herrschaft über die Kultur, den Frauen gehöre (Ausnahmen bestätigen….), dass es ohne sie (uns!) ohnehin keine Bücher mehr gäbe. Why the hell dann überhaupt ein Buch übers Mann-Sein für Männer, wenn die doch ohnehin nicht lesen??? Soviel jedenfalls vorab.

Es gibt einiges, was mich an diesem Buch aufs Heftigste stört. Natürlich, ich kann nachvollziehen, dass Männer irgendwo ständig an einem Konflikt nagen. Cowboy will niemand mehr sehen, die Ritter sind auch ausgestorben und der Dackelblick bringt häufig nur noch militante Tierschützer/-heimbesitzer aus der Fassung. Daddy, toller Manager, Super-Liebhaber und male top model of the year gleichzeitig kriegt nunmal kein Kerl gleichzeitig hin – das dürfte im Normalfall schon an der fehlenden Multitaskingfähigkeit scheitern. Ok.
Nur: Wer hat diesen Anspruch eigentlich? Die immerbösen Frauen? Die sich seit 30 Jahren in (der bisher meist von männlicher Seite belächelten) Identitätssuche und -krise befinden, einer nach der anderen – von braver Hausfrau über Twiggy, Lolita, Girlie, Eleganz in Person bis hin zu Vamp – an Rollenmodellen für Frauen war nie Mangel, zu ändern im Rhythmus der Modeschauen. Die Lebert-Brüder beschweren sich, die Frauen seien den Männern ja auch nie eine Hilfe bei der Identitätsfindung. Hmmh… half, hilft den Frauen denn jemand? Am Ende muss sich doch auch jede von uns ihr eigenes Persönlichkeits- und Lebensmodell basteln, da steht auch keine Mami, geschweige denn Papi oder Schatzi daneben und sagt “ich möchte dir gerne helfen, dich selbst zu finden”. Das sagt allenfalls jemand, bei dem man auf dem Sofa liegt – und in dem Moment ist es meist auch zu spät.
Warum also können Männer das nicht auch? Ja, man kann, sollte Männer und Frauen nicht vergleichen. Nur besitzen vermutlich nicht alle die Kreativität oder überhaupt die Idee, sich ein für sie passendes Leben zu basteln. Und würde es Männern ernsthaft helfen, wenn Frauen ab sofort einen Wunschzettel à la “Ich möchte meinen Schatzi in Zukunft gerne so haben:…” zusammenstellen und Männer nach dieser Pfeife zu tanzen haben?

Sehen die Erwartungen an Frauen tatsächlich so anders aus? Auch wenn sie die Welt anscheinend quasi schon regieren (man sieht nur nichts davon, so die These – wir regieren im Unsichtbaren) – es ist nicht einfacher als bei den Herrn der Schöpfung. Ja, ich will auch einmal gute Mutter, Ehefrau eines tollen Kerls und seine Geliebte, gute Köchin und Putzfrau, Hausfrau eben, aber auch eine vorbildliche Geschäftsfrau, die ihren Job drauf hat, sein. Ja, ich habe diese breit gefächerten Erwartungen auch an mich selbst. Weil ich das so will. Ok – aber auch ein Stück weit wird dann von mir auch erwartet, dass ich das gemanagt kriege. Denn Männer sollen zwar Softies sein, aber keine Schwäche zeigen. Frauen jedoch sollen emotional sein, ohne sich hängen zu lassen, und organisieren, ohne zwischen Schnullern, Kochtöpfen, Wäsche, Schreibtisch, PC, Kindergarten und Mann den Überblick zu verlieren und schlimmstenfalls zu verwechseln (man stelle sich den Kerl am Schreibtisch der Frau mit Schnuller im Mund vor….!) – und dabei natürlich möglichst attraktiv, begehrenswert und leidenschaftlich bleiben.

Nur: Männern (und ohnehin nur dem, vermutlich verschwindend geringen, lesenden Teil) fällt anscheinend erst jetzt auf, dass solche Ansprüche nicht nur für Frauen existieren. Und dass auch für sie einmal der Tag kommt, ob mit 20 oder 50, an dem sie sich endlich Gedanken machen sollten, wo sie in ihrem Leben hin wollen. Was sie erreichen wollen. Nur wer weiß, dass er ein Haus bauen und einen Baum pflanzen will, kann das richtige Werkzeug kaufen. Und dann wissen sie, wer sie sein sollten, um das zu bekommen, was sie wollen.

Die Emanzipation ist der gerechte Lohn für die verweichlichte Männerschaft“, hat eine Gruppe von Medizinern einmal gesungen.

Die Hauptthesen bzw. den Weg zum Mann-Sein, zu laufen über 19 Stufen, werde ich jetzt nicht breittreten (boah, Wortspiel!), die schönsten habe ich mir aber mal herausgepickt:
#1: Männliches Schweigen zum richtigen Zeitpunkt ist eine hohe Kunst. (Anm. d. Aut.: !!!!); #18: Stellen Sie sich viel öfter eine einzige Frage: Wie weit würdest du dafür gehen? Ein Rindvieh, das läuft, kommt jedenfalls weiter als drei Philosophen, die diskutieren. #19: Die Welt ist größer als man selbst.

Hey, aber eigentlich ist es doch völlig egal, welche Art von Mann ihr nun wirklich seid. Seid ihr selbst, wenn ihr wenigstens einen Teil von euch schon gefunden habt. Seid keine Idioten und so mehr-als-nur-nett, dass man euch nicht vergisst. Dann seid ihr genau so, wie ihr sein solltet – um euch in eurer Haut wohlzufühlen. Und um uns zu gefallen ;-)

Formen Charaktere unser Gedächtnis?

Uns begegnen täglich hunderte, tausende von Menschen, auf Straßen, in Geschäften, im Fernsehen, auf Bildern im Internet. Wie viele davon würden wir auch nur wenige Minuten später wiedererkennen? Kaum jemanden vermutlich – die Gesichter bleiben für uns zweidimensional, mehr als nur eine Oberfläche sind sie nicht für uns.

Kommt zu dieser Oberfläche jedoch eine dritte Dimension hinzu, wird das Ganze für uns plastischer, greifbarer. Wir lernen jemanden nicht nur als hübsch/hässlich, sondern mit der Zeit seinen gesamten Charakter. Und selbst wenn wir denjenigen nur noch selten sehen, es steht etwas hinter dem Gesicht, die betreffende Person wird von einem platten Gesicht zu einem vieldimensionalen Charakter.
Jemand besteht für uns nicht mehr nur aus einer mehr oder weniger schönen Oberfläche – das Gesicht, die Person, die wir sehen, wird auch von ihrem Charakter geformt. Je mehr wir jemanden also kennen, umso weniger entspricht ihr Anblick in unseren Augen möglicherweise der abbildbaren Realität – weil subjektive Gedanken und Gefühle sich zu ihrem Aussehen addieren. Wir sehen denjenigen mit anderen Augen, in einem anderen Licht.
Dann bekommt jemand für uns wirklich ein Gesicht und hebt sich aus der Menge hervor. Bleibt uns in Erinnerung.

Jemanden derart puzzlegleich zusammenzusetzen ist, glaube ich, das wirklich Spannende an Begegnungen – ob in einer großen oder kleineren Menge.