Oh, Boy

Gehören auch Sie zu den Menschen, die häufig sagen “man sollte ja viel häufiger ins Kino gehen”? Ersetzen Sie “ins Kino gehen” durch “ein Buch lesen”, “ins Theater gehen”, “selbst kochen”, “in Räumen mit Glitzergoldvorhängen sein” oder “früher Feierabend machen”, und vor Ihnen liegt der Lebensentwurf des Durchschnittsgroßstadtmenschen im Satzbaukastensystem.

Dieser Typ, um den es geht, der ist auch irgendwie Großstadt, irgendwie Mensch und irgendwie Durchschnitt, nur mit dem Sollen hat er es nicht unbedingt.* (*Und jetzt huldigen Sie mir bitte für diese gelungene Überleitung, die mir vermutlich post mortem die Günther Jauch-Gedächtnismedaille einbringen wird.)

“Und wenn die Haltung stimmt, hauste drauf.”

Aber beginnen wir von vorne, wo alles begann, also bei der Geburt, überspringen direkt ein paar Jährchen und landen beim Endzwanziger an sich. Und was soll man sagen? Es läuft einfach nicht, beim Endzwanziger. Was genau nicht läuft? Mädchen (keine Zeit, Termine, Termine), Frikadellen (nicht gut), Umzugskartons (stehen eher), Kohle (keine), der Stressless-Sessel (einziges Wort der Welt mit 8 s), das Studium (das Beste, was man mit einem Jurastudium tun kann: abgebrochen), das Verhältnis des deutschen Films an sich zum Nationalsozialismus an sich (eher ungut) und eigentlich Continue reading “Oh, Boy”