— wunder

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Die Welt und ich

Seit einer Woche werde ich auf der Fahrt zur Arbeit (auf der Heimfahrt ist es zu dunkel, da sehe ich nichts) von den neuesten Werbeplakaten belästigt. Gesetzt den Fall, der Blick bleibt nicht dauerhaft auf der Hauptperson auf den Plakaten kleben, kann man sogar lesen, worum es geht. Es handelt sich um Werbung für eine Erotikmesse, die im angrenzenden Landkreis stattfinden wird.

Auf den Plakaten abgebildet sind (soweit ich das feststellen konnte wollte) diverse halbnackte Frauen in irgendwelchen anscheinend sehr … hm… sexy (?) Posen, wäre Ton dabei, würden sie bestimmt stöhnen oder so.

Ich möchte das Niveau dieses Blogs nicht zwanghaft nach unten reißen, denn das Ganze hat schnell was von Schmuddelecke und Nebenräumen in Videotheken.
Allerdings frage ich mich, was zur Hölle daran sexy, erotisch, spannend sein soll? Derartig wasserstoffblonde Werbung halte ich für nichts als billig. Aber: Ich wurde vor Aufstellen der Werbung nicht um meine Meinung gebeten. Deshalb stellt sich mir die Frage: Wer sieht das anders als ich? Wer steht auf sowas?

(Nächste Frage wäre dann noch: Wer bitte geht zu Erotikmessen?? Naja, lassen wir das. Das war übrigens eine rhetorische Frage, nur so am Rande.)

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Ach du meine Güte.
Ich finde ja Smileys und *gg* noch ganz lustig, rofl ab und an auch – aber das geht nun echt zu weit:

O HAI Froschhonigkuchenpferd!

So begrüßt man jemanden auf Lolspeak!

… waren flickrs erste Worte, als es mich gerade begrüßt hat.
Duden für alle!

*ursprünglich ein Song der britischen Band Placebo vom gleichnamigen Album

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Tage wie der heutige gehören verboten.
Ich bin völlig erledigt.

  1. Meine Fahrt zur Arbeit dauert in der Regel (einfach) 35-45 Minuten. Das ist ok.
  2. Mit üblen Kunden (ja, das haben wir auch ab und zu) und blöden Fällen, unnötiger Bürokratie ohne Ende und x Mails mit der Bitte um Genehmigung/Rückruf/Erledigung (DRINGEND!!), die mir morgens um 8 schon die Laune verderben wollen, kann ich meist umgehen.
  3. Genauso damit, dass ich um 19:15 Uhr noch einen 5 cm-Stapel mit Unterlagen bekomme, die ich schon gestern an Kunden hätte verschicken sollen. Was mir nicht gesagt wurde. Ok, schon – aber zu spät.
  4. Ich habe auch absolut kein Problem damit, regelmäßig 11 Stunden am Tag ohne Pause zu arbeiten und mir halt zwischendrin ein Käsebrötchen und einen Apfel einzuverleiben.
  5. Und mit 10 Terminen in 8 Stunden komme ich auch klar. Auch wenn es da schon kritischer wird, vor allem, wenn 3 davon über eine Stunde dauern.

Aber irgendwann reichts.
Gegen 17 Uhr einen Anruf von einer Autowerkstatt bekommen [vor einer Woche nach der Arbeit einer rechts hinten draufgefahren, da sie sich im letzten Moment überlegt hat, doch zu am Vorfahrt-gewähren-Schild zu bremsen. In ihrem Auto waren 3 Kratzer auf der Stoßstange. Bei meinem ist die Stoßstange kaputt und Paul (=Auto) hat ein Auge verloren.].
Der Spaß (=die Reparatur an ihrem Auto)
kostet.

1800.

Euro.

*Schluck*.
Ich habe mir kurz überlegt, ob ich heulen soll. Ich bin eine Frau, ich darf das. (<- deswegen ist der Satz hier auch rosa. Obwohl ich rosa nicht mag. Aber ich bin eine Frau, ich darf das.) Und konnte mich, als ich mit meiner Versicherung telefoniert habe, gerade noch zurückhalten. Das war einfach zu viel. Und 1800 Euro sind auch nicht unbedingt die Summe Geld, die ich so spontan aus dem Ärmel schütteln würde.

Dafür steigt jetzt meine Versicherung um 45%.

Der Lautsprecher meines Laptops gibt nach langem Hin und Her nun gerade auch endgültig den Geist auf.
Mein Auto ist noch nicht repariert.
Ich muss am Samstag arbeiten. Bis 18 Uhr. Mindestens.
Und meinem Chef habe ich versprochen, zu unserer Teambesprechung morgen abend etwas zu essen mitzubringen (Einstand). Ich war schon heute morgen um 7 vor der Arbeit einkaufen – gebacken sind die Käseschnecken und Minipizzen aber immer noch nicht.

Mit entspannen ist auch nicht so – meine Wohnung ist ein Chaos, denn ich bin ja nie zuhause.
Und wenn ich zuhause bin, checke ich meine Mails, übe Klavier und schlafe. Äpfel verfaulen, es findet sich Leben im Kühlschrank, Zeitungen und dreckiges Geschirr stapeln sich, das Bett ist nie gemacht, Klamotten liegen in der Gegend herum,…

Falls jemand einen reichen Erbonkel hat, der mich (semivernünftiger Banker mit leidenschaftlicher Künstlerseele, Sinn für alles Schöne, guter Allgemein- und Spezialbildung im Finanzbereich, spielt Klavier, Geige, kann singen, ist belesen, kann kochen und sehr gut backen, ist wenigstens nicht ganz hässlich, brauchbares Gehirn inklusive) adoptieren würde, kann sich dieser gern unter “Kontakt” mit mir in Verbindung setzen.
Bis dahin werde ich weiter “Blackmore’s Night” zum Nichtaufregen hören und Schnecken backen.

“Lache, wenn es nicht zum Weinen reicht.” (Herbert Grönemeyer)

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Heute morgen, gegen 4 Uhr, bin ich von meinem Nebenjob hundemüde, mit schmerzenden Füßen und ziemlich kaputt nach Hause gefahren. Ich wohne in einem Flusstal, es war stockfinster und so neblig, dass man kaum etwas sehen konnte. Deshalb konnte ich am Ortseingang von H. nicht mehr rechtzeitig bremsen und bin mit 60 über zwei quer über die Straße gelegte Holzständer mit Konzertplakaten gefahren.

Autsch.
50 Meter weiter begegneten mir drei torkelnde Teenies, alles Jungs um die 17, und ich habe spontan einen Zusammenhang zwischen beidem vermutet. Darauf hatte ich eine so dermaßen große Wut im Hals, dass ich mein Auto mitten auf der Straße gewendet habe und zurückgefahren bin, mein Auto bei den Schildern kurz abgestellt und die beiden Schilder, je so ca. 20 kg schwer, in hohem Bogen auf den Grünstreifen geworfen habe. Zugegebenermaßen war mir etwas mulmig, nachdem man nur 5 Meter weit sehen konnte, aber andererseits… Ich bin nun wirklich kein jeden-Tag-eine-gute-Tat- oder Gutmenschen-Typ, aber was zu viel ist, ist zu viel.
Und andere durch solche Dummheiten zu gefährden, geht gar nicht.

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Bilder von gestern, 07.03.2008, entstanden nur wenige Kilometer von hier an einer Landstraße
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Yvan S.
aus Kernen in der Nähe von Stuttgart wurde am 21.August 2007 brutal ermordet. Eine inzwischen 17-Jährige hatte ihrem damaligen Freund erzählt, Yvan hätte sie gegen ihren Willen entjungfert. Dieser steigerte sich darauf in einen derart großen, absolut krankhaften Wahn aus Eifersucht und Wut hinein, der tödlich endete. Gemeinsam mit einem Komplizen ermordete er Yvan mit einem Baseballschläger – ohne diesen jemals gesehen zu haben. Danach zerstückelten sie die Leiche mit Hilfe eines Bekannten, betonierten sie in Blumenkübel ein und versenkten diese im Neckar.

Bis heute ist nicht klar, wie die 17-Jährige überhaupt zu ihrer Behauptung (“erzwungene Entjungferung“) kam – genauso wenig wie nachvollziehbar ist, wie der Haupttäter seine Bekannten dazu bringen konnte, mit ihm gemeinsam einen Menschen umzubringen, den sie nicht kannten – noch dazu wo der “Grund, ihn zu ermorden” – auf nichts als einer Lüge beruhte, wie sich im Nachhinein herausstellte.
Eine ausführliche Schilderung des Urteils, das hohe Jugendstrafen und eine Einweisung in eine psychiatrische Klinik erwirkte, ist hier sowie unter diesem Link zu finden.

Das Krasse an dem Fall ist nicht nur, wie kaltblütig die Tat ausgeführt wurde und wie gefühllos die Beteiligten sich nun dazu äußern. Für besonders grausam halte ich auch, eine Leiche eines Menschen zu zerstückeln, in Blumentöpfe zu verteilen, einzubetonieren und danach penibelst alle Spuren zu entfernen. Woher die Idee stammt? Die allererste Assoziation trifft den Nagel auf den Kopf: Aus einem Mafia-Film.

Man muss sich das einmal vorstellen.

Dann wird einem allein von den Bildern im Kopf schlecht.

Ich sehe sehr gerne gute Filme, egal ob Thriller, Actionfilm, Tragikomödien oder anderes. Stellt sich die Frage, wie viele Friedhöfe die im Laufe der Filmgeschichte “produzierten” Leichen füllen würden. Zu Tode kommen sie häufig durch Fremdeinwirkung, literweise Blut fließt und spritzt auf Wände, Böden und Kleidung, Leichen werden verscharrt, verbrannt, (eher selten) beerdigt, zur Seite getreten, überfahren, liegen gelassen, versteckt – oder zerstückelt und einbetoniert.

Hollywood an Erde – that’s entertainment! Leute, das ist ein Film!
Das im Fernsehen zu sehen und dann 1:1 zu übernehmen ist unvorstellbar krank. Vor allem lässt es eines aus den Augen: Den glorreichen Held, der seinen Feind im letzten Moment “erledigt” hat, erwartet keine Jugendstrafe, sondern der Applaus des Publikums und eine Millionengage. Und sobald der Regisseur “Cut” gerufen hat, steht die “Leiche” auf, klopft sich den Staub von der Kleidung, streicht sich das Theaterblut vom Gesicht und geht zum Mittagessen. Spätestens nach 90 Minuten Spielfilm ist der Zauber vorbei. Denn

Das Leben ist kein Film, und das Leben ist kein Spiel.
Hier stehen Menschen nicht wieder auf,
so oft man auch “Schnitt” ruft.

Und hier bleiben Angehörige zurück,
in deren Leben nichts mehr so ist wie zuvor.

Das ist Leben.
Willkommen in der Realität.

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(Text von Farin Urlaub aus dem Lied “Glücklich”)
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An alle, die schon einmal darüber nachgedacht haben…
Es lohnt sich definitiv nicht,

- die Sparkassenfiliale um die Ecke zu überfallen oder
- einfach einen ganzen Geldautomaten mit einem Traktor aus der Verankerung zu reißen (Link)
oder danach mit einer Sackkarre abzutransportieren (Link).

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Für (leidenschaftliche) Surfer und all diejenigen, die (sich selbst gern den Anstrich geben) Gutmenschen (zu) sein wollen, gibt es einige Möglichkeiten im Internet, mit ein paar Klicks etwas Gutes zu tun – und dabei selbst auch einen Sofort-”Profit” zu haben:

www.care-and-click.org
Hier gibt es Bäume für Wallpapers – und zwar ganz einfach. Jeden Tag gibt es hier ein neues hochauflösendes Wallpaper zu bestaunen, eines schöner als das andere. Diese kann man nach kurzer Registration herunterladen.
Der Clou:
Für jeden zehnten Download wird ein Baum gepflanzt. Initiiert wird das Projekt vom Knesebeck Verlag, der zusammen mit Sponsoren auf diese Weise Geld für die Wiederaufforstung Deutschlands sammelt.

Toll, weil… es gar nicht genug Bäume als Schatten- und Sauerstoffspender, Fotomotiv und Anlehngelegenheit geben kann. Und weil die meisten Menschen doch inzwischen andere Lebensziele als “Baum pflanzen, Haus bauen und Kind zeugen” haben.


http://www.thecareclub.org/

Shoppen, shoppen, shoppen - den Alptraum der Männer wenigstens mit etwas Nützlichem verbinden. Funktioniert so: Namhafte Hersteller bieten ihre Artikel zu im Einzelhandel üblichen Konditionen an, verzichten jedoch auf einen Teil ihres Gewinns.

Und der Kunde kann bestimmen, in welche konkreten Projekte dieses Geld fließen soll. Momentan unterstützt der CareClub unter anderem:
Den Bau eines Wasserspielplatzes in einer Berliner KiTa; ein Freizeitcamp für Kinder mit Muskelschwund; einen Mittagstisch für sozial benachteiligte Kinder;…

Toll, weil… die Kinder dieser Erde unsere Zukunft sind.

www.freerice.org
Englischkenntnisse verbessern und Reis spenden – das kombiniert freerice.org.
Zu einem englischen Wort werden vier (davon drei vermeintliche) Synonyme genannt, das richtige muss ausgewählt werden – und für jede richtige Antwort gehen 20 Reiskörner an das World Food Program (WFP) der Vereinten Nationen. Finanziert wird das Ganze durch Sponsoren, deren Werbung während des Vokabellernens unten am Bildschirmrand angezeigt wird.

Toll, weil… man einen tollen Reisen Hauf… Haufen Reis anhäufen kann – und die Englischkenntnisse sich spürbar und schnell verbessern

www.hungrig-online.de
Ein gemeinnütziger Verein, dessen Arbeit mir sehr am Herzen liegt. Er unterstützt präventive Projekte gegen Essstörungen und hilft Betroffenen und Menschen in deren Umfeld wie Eltern, Lehrern und Ehepartnern, durch betreute Mailinglisten, Foren und Online-Therapien – das alles ist kostenlos.

Auf der rechten Seite der Homepage findet sich das Feld “Partnerprogramme”.

Wer in dieses Feld einen Suchbegriff bei Amazon (www.amazon.de) eingibt und darüber einkauft, sorgt dafür, dass hungrig-online 5% des Kaufpreises als Provision erhält.
(Achtung: Funktioniert nur mit ausgeschaltetem Werbeblocker!! Diese Möglichkeit gibt es auch bei anderen Vereinigungen – diese hier ist mir aber die sympathischste.)

Toll, weil… das gekaufte Produkt für einen selbst nicht teurer wird und man so einfach und wirkungsvoll (das ist die Haupteinnahmequelle des Vereins) Projekte unterstützt, die Jugendliche schützen.


www.hungersite.com

Einer der Vorreiter beim Thema Online-Spenden, hier geht es aber nicht um Reis, sondern um Getreide. Einmal täglich kann ein Button geklickt werden, was eine Spende im Gegenwert von einer Tasse Getreide auslöst. Das funktioniert, weil diese Seite inzwischen eine große Popularität und damit auch kein Problem beim Locken von Spendern hat.

Toll, weil… ein Klick, eine Tasse, und das täglich. Einfach, hilft aber – nur nicht vergessen…

Natürlich ist immer zu beachten, ob Gelder auch da ankommen, wo es das offiziell tun. Doch spätestens seit Unicef und dem Spendenskandal wissen wir, dass man das fast nie so definitiv wissen kann.

Wir können die Welt zwar nicht in ihrer Umlaufbahn um die Sonne verändern, aber etwas auf ihr bewegen.

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Wer sich köstlich über Trash (im wahrsten Sinne des Wortes) amüsieren will, ist hier (Link) gut aufgehoben:

Tom Dickson, Amerikaner, ist der Gründer von Blendtech, einem amerikanischen Unternehmen, das Superhäcksler in Mixergröße herstellt. Er jagt alles durch die rotierenden Messer, das bei 3 nicht auf einem Baum ist.
Besonders spannend ist die Kategorie “Don’t try this @ home”, denn hier geht es richtig ans Eingemachte. Man kann unter anderem beobachten, wie der Supermixer sich beinahe die Zähne ausbeißt an:
- Elephant und Esel, den Symbolen der großen Parteien.
- dem iPhone
- Spam
- EasyCheese (Plastikkäse aus der Sprühdose)
- ein hässliches Valentinstagsgeschenk, initiiert von der Friends Don’t Let Friends Buy Ugly Stuffed Animals That Sing When You Press Their Foot To Give To Their Significant Other For Valentine’s Day Campaign, kurz DLFBUSATSWYPTFTGTTSOFVDC

und, tödlich:
- Chuck Norris

Jaaa, die spinnen, die Amis, und der Typ in dem Video ist ein 1A-Beispiel dafür.
Und falls man auch gerne ein verschrottetes iPhone haben möchte: Die staubigen Überreste gibt es in einem Plastiktütchen bei Ebay…

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Mein normaler Arbeitstag ist laut Arbeits- und Tarifvertrag* 8 Stunden lang. Das ergibt eine 40-Stunden-Woche, jedenfalls theoretisch – meine tatsächliche Arbeitszeit liegt deutlich darüber.

In dieser Zeit erhalte ich im Normalfall täglich:
- online 2 neue fachliche Informationen
- 17 Mails in meinem Postfach, davon 4 quasi-private
- 12 Mails im Postfach eines Kollegen, dessen Mails ich bearbeite
- einen 2,5 cm dicken Stapel Post, darunter zu bearbeitende Unterlagen, Rückpost und weitere
- 2 Mailings,
- 1 Flyer und
- 0,5 neue Produkte, Änderungen und Produktinformationen.

Hinzu kommen
- 2 Tageszeitungen
- 40 Kollegen mit diversen Informationen und die alle etwas zu erzählen haben
- 1 Mittagspause

Mindestens.
Denn dazu sollte man noch addieren:
- 1 Handy
- viele Telefonanrufe
- 1 Anrufbeantworter zuhause
- der Laptop zuhause
- abends das Radioprogramm

Nach einem Bericht der Tageszeitung San Jose Mercury News ermittelte die University of Berkeley 2003: Im Jahr 2003 wurden weltweit fünf Exabyte (fünf Millionen Terabyte) an Informationen gespeichert. Das sind 5.000 000 000 000 000 000 Byte und 800.000 000 Byte (800 MB, also etwas mehr als die Menge eines durchschnittlichen 512er-Arbeitsspeichers) pro Nase bei damals 6,3 Milliarden Menschen.

Im Augenblick frage ich mich nur: Bei dieser hohen Informationsdichte – wie viel bleibt tatsächlich effektiv am Ende hängen? Das meiste merken wir uns doch erst nach mehrmaliger Verwendung oder Betrachtung, so dass kaum eine Garantie besteht, dass wir nicht die Hälfte aller Infos schon nach 20 Minuten wieder vergessen haben.

Die “Erinnerbarkeit” hängt natürlich entscheidend davon ab, ob wir die neue Information beispielsweise mit etwas Bekanntem assoziieren können. Doch selbst das hilft uns nicht unbedingt weiter – bei einer E-Mail von jemand Unbekanntem oder einem neuen Thema ohne Verknüpfungen zu etwas Altem.
Mir passieren da teilweise recht kuriose Dinge. Nichts Böses ahnend, liege ich abends auf meinem Sofa, als mir siedendheiß einfällt: Du hattest dem Kunden versprochen, morgen früh…
Solche Informationen kommen komischerweise nie zu spät, sondern immer genau rechtzeitig – quasi als hätte man einen Alarm im Gehirn aktiviert.

Man könnte manchmal fast glauben, wir seien schlauer als wir denken…


Manchmal.

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Im Radio läuft gerade “Hate that I love you” von Rihanna.

Es ist nun wirklich nicht so, dass ich dieses 19-jährige Mädel oder gar ihre Musik besonders gut leiden könnte (sie kenne ich nicht persönlich, und ihre Stimme klingt wie wenn jemand Durchschnittsbegabtes in eine Erbsendose singt).
Trotzdem hat sie mich gerade zum Grübeln gebracht. Immerhin ist sie jünger als ich, verdient aber (trotzdem!) weitaus mehr und hat es, jedenfalls in ihrem Business, zu etwas gebracht. Und ich sage: UNFAIR!

Denn: Ich bin der Meinung, ganz so viel fehlt mir nicht, um ebenfalls ein (Pop)Star zu werden.

Ich kann

  • singen – laut, leise, zart und klassisch ausgebildet
  • schauspielern
  • vor einer Kamera nett gucken
  • Stöckelschuhe, High Heels und Stilettos nicht nur unterscheiden, sondern auch in ihnen stehen und gehen und, auch wenns unbequem ist,
  • dabei die Hüften schwingen.

Ich fürchte nur, das reicht nicht. Sonst wäre ich schon lang berühmt!
Was mir noch fehlt, um erfolgreich zu sein:

To Do-Liste:

  1. tanzen lernen. Beim Jazz Dance bin ich immer über meine Füße (Gr. 43) gestolpert.
  2. Extensions in die Haare kleben, lange Haare sind (noch) in!
  3. wenn wir grade beim Verlängern sind: Über Beinverlängerung nachdenken. Gibt’s in Sibirien günstig. 15cm wären drin.
  4. teure Klamotten kaufen und täglich was anderes anhaben. Und Beinverlängerung sein lassen, in der Länge gibt’s keine Jeans.
  5. mir die Nägel bei meinem personal Nail Designer machen lassen. Nägel in Wände hauen und Badezimmer putzen lässt sich nicht mit dem Leben als Star vereinbaren.
  6. Personal Trainer anheuern, der mir dann täglich sagt, dass ich so gut aussehe, dass wir die Sportstunde ausfallen lassen können.
  7. 30 Kilo abnehmen, damit auch wirklich alle Wangen- und sonstigen Knochen herausstehen
  8. Erbsen aus der Dose essen. Essen lassen! (siehe letzter Punkt)
  9. in Erbsendosen singen
  10. mir einen Produzenten suchen, auch wenn ich keine Ahnung habe, wozu man den braucht
  11. Gehirn abschaffen.
  12. Schritt 2: Keine Zeitung mehr lesen. Nur noch MTV gucken.
  13. mir einen schöneren Namen zulegen, der international gut und trotzdem exotisch klingt. Hmmh… Michelle? Gibt’s schon zu oft. Laura? Langweilig. Öhm.
  14. einen Paparazzo anheuern, in der Hoffnung, dass er seine Freunde mitbringt.
  15. Dialekt reden. Sächsisch vielleicht? Unsächsi. Schwäbisch? Verstehen nur noch Leute über 40, und die gehören nicht zu meiner Hauptzielgruppe. Deutsch. Mitö einö Dialektö Fransösiiischö.
  16. ins Dschungelcamp gehen. Ach nee, das mach ich erst, wenn ich kein Star mehr bin, das aber erst alle wissen – außer mir.
  17. teuren Schmuck von exklusiven Juwelieren leihen und nicht mehr zurückbringen
  18. mein Auto abschaffen. Ab sofort parkt auf dem Spar-Parkplatz unterhalb meiner Wohnung eine 10-türige Limo. Hehe…

Boah. Und wenn ich erst berühmt bin, dann will jeder meinen Blog lesen. Und meine Fotos sehen. Und mich hören, wenn ich singe.
Bloß blöd: Den Blog schreibt dann ein Hiwi / Praktikant / unterbezahlter Student.
Und Kameras kann ich keine mehr sehen, weil die mich ständig verfolgen.

Aber wartet’s nur ab, irgendwann…
Rihanna, zieh dich warm an – mit Beinverlängerung bin ich auch noch größer als du!

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