Marco ist nach 8 Monaten Untersuchungshaft in der Türkei frei.
Und ich bin gespannt, wann “DIE ERSTE, EXCLUSIVE HOME-STORY” bei Bild, Exclusiv, taff und Co. erscheint…
Read MoreMarco ist nach 8 Monaten Untersuchungshaft in der Türkei frei.
Und ich bin gespannt, wann “DIE ERSTE, EXCLUSIVE HOME-STORY” bei Bild, Exclusiv, taff und Co. erscheint…
Read MoreAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAA
AAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAA
AAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAHHH!!!!
Kinder, ich krieg die Krise!
Ich möchte doch nichts weiter als meinen Monitor anständig kalibrieren, die Helligkeit, den Kontrast und die Farben ein bisschen einstellen – MEHR NICHT!
Und WARUM funktioniert das nicht so, wie ich will??
Und WARUM gibt es dazu NIRGENDWO IRGENDJEMANDEN, der sowas schonmal in einem Forum gefragt hat?
AAAAAAAAAAAAAAAAH!!!!
Read More…hat die Bundesregierung heute eine Kampagne gegen Essstörungen unter dem Motto “Leben hat Gewicht” gestartet, um die Gesellschaft darauf aufmerksam zu machen, wie gefährlich Magersucht und Bulimie sind.
Angesichts der Tatsachen, dass…
- 1979 in der feministischen Zeitschrift Emma ein Artikel zum Diätwahn erschien,
- das Frankfurter Zentrum für Essstörungen, eine der renommiertesten Kliniken Deutschlands, schon seit langem Kampagnen, Angebote für Betroffene,… durchführt,
- selbst der Kosmetikkonzern Dove (Teil der Unilever-Gruppe) in Zusammenarbeit mit dem FZE (s.o.) “Body Talk”, Kampagnen in Schulen, gestartet hat,
- ca. 18% aller Patienten mit Essstörungen daran sterben,
- jedes dritte Mädchen Anzeichen von Essstörungen (u.a. gestörtes Körperbild und Essverhalten) zeigt,
- in diesem Jahr schon Models von Modeschauen in Mailand ausgeschlossen wurden, da sie zu dünn waren und damals ein großer öffentlicher Aufschrei zu hören war, der aber schnell verhallte,
- es wenig Hilfsangebote von öffentlicher Hand, hauptsächlich durch diverse Vereine, gibt,
- und von all diesen (jedenfalls von denen, die das noch können) schon seit Jahrzehnten ein Ruf an die Regierung geht,
r e i c h l i c h s p ä t.
Naja, aber besser spät als nie, nicht wahr?!
Read More…sieht so aus:
Um Missverständnisse zu vermeiden: Mein Problem ist nicht “die Frau, die ich liebe”.
Sondern, dass meine Gedanken auch immer bei Blende 8 und 1/250 hängenbleiben.
Trotzdem – danke, dass ihr mich so gut versteht, liebe Marketingleute.
Die beworbene Kamera werde ich mir trotzdem nicht kaufen.
Hab schon eine bessere :-)
Paul Maar, neben Astrid Lindgren mein allzeit-Lieblingskindheitsbuchautor, wird heute 70.
Sein Geheimnis? Er meint selbst: “Ich schreibe heute die Geschichten, die ich selbst als Kind gerne gelesen hätte.”
Lieber Herr Maar!
Danke für Sams, Herrn Taschenbier und Frau Rotkohl, Wunschpunkte und dafür, dass Sie dafür gesorgt haben, dass meine Oma mir immer Bücher geschenkt hat und ich mein Geld in tolle Geschichten investieren konnte! Ach ja – und danke, dass plötzlich alle Orte, die ich kannte, zum Beispiel eine alte, verrauchte Gastwirtschaft, mit Ihren Geschichten erfüllt waren.
Wenn am Sonntag die Sonne scheint,
montags Herr Mohn zu Besuch kommt (, der eh alle seine Fragen immer selbst beantwortet),
man dienstags zum Dienst muss (ins furchtbare Büro),
mittwochs die Mitte der Woche ist (möglich!),
ist es schon sehr wahrscheinlich, dass samstags das Sams vorbeikommt.
Tja, und wenn es dann noch donnerstags donnert
und man freitags frei hat, dann…. ist es soweit.
P.S.: Nein, das Bild lässt nicht unbedingt Rückschlüsse auf meine künstlerischen Fähigkeiten zu ;-)
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“Ich machte es allen recht – alle sollten mich lieben
Sah nicht die Dämonen, die mich dazu trieben
War gefangen und nicht mehr frei und ich ging kaputt dabei
Man kann die Welt nicht ewig blenden
Ich muss den Quatsch sofort beenden, denn …
Ich bin immer dann am besten, wenns mir eigentlich egal ist.”
Ich kann einfach nicht anders, als die Ärzte noch einmal zu zitieren. Und sie haben ja so Recht – es gab im letzten halben Jahr nichts, das mir in irgendeiner Hinsicht egaler gewesen wäre als Lernerei, dicke Bücher, Gesetzestexte und Paragraphen.
Und ich glaube, besser als mit dieser Einstellung hätte das Ergebnis gar nicht werden können :-)
Ich klebe jedenfalls vor lauter Schwebezustand quasi an der Decke…
Hip, hip, HURRA!!!
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Now playing: Blues Brothers – Blues Brothers – Stand By Your Man
Nachtrag (16 Stunden später):
Nachdem mir gestern ein anderer PC die Formatierung zerhauen hat, jetzt also optisch konform mit dem Rest der Einträge.
Wo diese immer noch mit Füßen getreten werden, ist sehr ausführlich auf der Homepage von amnesty international (Link) nachzulesen.
Nur zwei Start-Anmerkungen: Unter diesem Link ist ein Artikel zu finden, in dem ausführlich
auf den Umgang führender Wirtschaftsmächte (China, Japan, USA, EU-Staaten) mit den Menschenrechten eingegangen wird. Sofern man überhaupt von “Umgang” und nicht “mit-Füßen-treten” sprechen kann.
Und in der unten stehenden Grafik, erstellt von amnesty international, kann man ja mal die rot gefärbten Staaten zählen. 1, 2, 3, …. 29, 30,…. 3/4 aller Menschen auf unserem Planeten leben in Staaten, die die Todesstrafe immer noch praktizieren. Einziger westlicher Staat, der als Schwerverbrecher Verurteilte hinrichtet, sind die ach so fortschrittlichen USA. Dort starben “daran” 2006 53 Personen.
Read MoreNein, das wird kein “Weihnachten besteht doch eh nur noch aus den 3 Ks (Krust, Krempel, Kommerz)”-Gezeter-Post.
Sondern ein Post, der sich fragt: Was bitte ist davon zu halten, wenn Kinder Singen nur noch von Rolf Zuckowski lernen?
In Trier (bekannt: Porta Nigra. Unbekannt: Horst Köhler stammt aus Trier*) gibt es eine Weihnachtsakademie. Hier gibt es beispielsweise einen speziellen Weihnachtsliederkurs für Kinder. Super Sache (Achtung, Ironie)! Denn: Irgendjemand muss ja dafür sorgen, dass die armen Kinder von heute auch mal zum Singen kommen. Oder wie sagt eines der teilnehmenden Kinder so schön:”Wir singen zuhause keine Weihnachtslieder. Aber singen macht mir Spaß!” Die leitende Pädagogin erzählt, dass die Kinder Lieder von oben genanntem Rolf Zuckowski (Lieblingskinderliederautor!) prima auswendig können, von “In der Weihnachtsbäckerei” bis zu “Es schneit”, womöglich haben sie die auch nicht vom Singen mit Mama, sondern von der DVD, aber das sei mal dahingestellt. Traditionelle (Weihnachts)Lieder kennt dagegen kaum jemand. Und das soll in der Weihnachtsakademie geändert werden, ebenso wie die Kommerzialisierung des Weihnachtsfestes.
Aus diesem Grund lernen nicht nur die Kleinen was – auch ihre Eltern werden in die erzieherische Mangel genommen. Damit die Kinder nicht nach drei Stunden vorlesen immer noch wach sind, gibt es für die Mamas Vorlesekurse - in denen sie Artikulation mit einem Korken im Mund lernen oder ihnen beigebracht wird, dass man ein Satzende verdeutlichen sollte, indem man die Stimme senkt.
Neben Krippenbastelkursen werden auch Fotokurse für die Papis angeboten, Männer sind eben doch wieder am besten über die (Tücken der) Technik zu kriegen. In ihrem Kurs hören manche von ihnen möglicherweise zum ersten Mal, dass allein der Besitz einer Digitalkamera noch keine perfekten Fotos bedeutet (meine Rede!).
Und was meinen die Kleinen über ihren Kurs?
“Vielleicht können wir ja daheim immer ein bisschen mehr singen.” Natürlich, nicht jede Mutter ist eine Maria Callas, und auch nicht jeder Vater ein Villazón, aber darum geht es doch gar nicht beim gemeinsamen Singen, ob an Weihnachten oder an den restlichen über 360 Tagen im Jahr. Es geht um das Gemeinsame, ja, auch um eine Emotionalität, denn Singen verbindet. Das Problem ist nicht, dass die Kinder eben die Texte der alten Lieder nicht kennen. Das Problem ist, dass sie dieses Gefühl der Einigkeit, Innigkeit, die beim Singen oder Musizieren entstehen kann, nicht kennen. Das ist es, was fehlt.
Offizielles Ziel der Akademie ist, “traditionelle und emotionale Werte in der Familie wieder aufleben zu lassen”, so Rudolf Hahn, Leiter der Akademie, die mit einem Stand auf dem Trierer Weihnachtsmarkt vertreten ist. Der Radiosender, der ein Interview mit ihm ausstrahlt, drückt das so aus:”Holen Sie aus Weihnachten noch mehr raus!” Wohin kommen wir eigentlich noch, wenn wir jetzt nicht nur aus uns, unserer Arbeit, unserem Leben und überhaupt “noch mehr rausholen” sollen? Aber wie gibt auch Hahn am Ende seines Radiointerviews so schön zu – “wir können uns dem Kommerz eben auch nicht ganz entziehen”.
*Horst Köhler ist besser bekannt unter seinem Künstlernamen Guildo Horn, Schlagersänger und singt zum Beispiel “Guildo hat euch lieb”. Der Wahrheitsgehalt dieser Aussage wurde bis heute nicht nachgewiesen.
Read More… Briefe sind wichtig.
Damit meine ich keine “Hehe, danke für die 16 Tonnen Schinken, die wir aus deinem Lagerraum mitgehen gelassen haben!”-Briefe. Und auch keine “wir möchten Sie freundlichst daran erinnern”-Mahnungen oder “vielen Dank für Ihre Bestellung bitte überweisen Sie”-Briefe.
Sondern 
Liebes-
Abschieds-
Beileids-
Alles-Gute-
Glückwunsch-
Entschuldigungs- und
Freundschafts-Briefe.
Zweifellos kann man einen schönen Text auch in eine E-Mail verpacken und auch über eine SMS mit guten Wünschen oder einem Gedicht freut sich jeder. Ich mich übrigens auch :-)
Der Unterschied liegt in der Wert(haltig)keit.
Diese kommt schon allein durch die Geschwindigkeit, in der sie entstehen – für einen Brief braucht man (Ergebnis Selbstversuch) mindestens das drei- wenn nicht sogar vierfache der Zeit, in der man eine elektronische Nachricht abgetippt hätte.
Eine E-Mail öffnet man. Liest sie. Freut sich (u.U.). Druckt sie bestenfalls aus. Klickt auf “nächste Nachricht lesen”. Und beim nächsten Ausmisten fliegen Ausdruck und Nachricht in den (elektronischen) Papierkorb. Spätestens beim Wechsel des Handymodells oder des Anbieters sind die meisten SMS für immer weg. Das war’s.
Einen Brief hingegen kann man als Lesezeichen benutzen, damit man sich immer an ihn erinnert. Einen Brief hängt man sich an eine Pinnwand, um ihn immer wieder zu lesen. Einen Brief legt man sich unters Kopfkissen, damit man besser schläft. Ein Liebesbrief kriegt vielleicht sogar noch einen Lippenstiftkussmund ab. Ein Brief bekommt einen besonderen Platz in einer Schublade oder einem Kästchen. Einen Brief holt man auch nach Jahren hervor, liest ihn und freut sich darüber. Einen Brief kann man vielleicht sogar einmal seinen Enkelkindern zeigen und sagen “guck mal, das war, als Opa und ich uns kennen gelernt haben”.
Das klingt vielleicht alles etwas melancholisch-verklärt. Ich hatte in meinem jungen Leben
bisher… B., S., E., R., K., D., F., T. … 8 Brieffreundschaften, die meisten davon über Jahre hinweg. Die Briefe daraus und alle anderen, die ich bisher bekommen habe (zum Beispiel meinen ersten Liebesbrief – war mir das peinlich!), bewahre ich in einer großen Kiste auf. Und bei jeder Ausmistaktion nehme ich sie in die Hand, lese ein paar davon und freue mich darüber. Die Frage, auch nur einen davon wegzuwerfen, stellt sich erst gar nicht.
Briefe sind etwas Zeitloses, an deren 20g-Papier viele Erinnerungen hängen bleiben – die bei jedem elektronischen Medium schnell weggeklickt sind.
P.S.: This text was neither sponsored by Deutsche Post AG nor www.liebesbrief.de ;-)
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Now playing: Slade – My Oh My
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Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,
kaufen Sie Liebesbriefe!
Jetzt ganz neu: Unser Weihnachtsangebot zum Selberlesen und Weiterverschenken – Sie werden es lieben!
Den Liebhabern von Raritäten bieten wir momentan zum S u p e r – S o n d e r p r e i s “Dear Jacques – what I’ve never been allowed to say to Jacques Chirac”, das Erstlings-Ruhestandswerk von Tony Blair (Großbritannien), in freudigen Luftpostbriefen an seinen Erzfeind Jacques Chirac (Frankreich).
Unsere Antiquitätenabteilung hat in den Regalen gegraben… sichern Sie sich jetzt “Lieber Dr.Evil in der Tiefkühltruhe neben mir”, verfasst von dem einmaligen Weltretter Austin Powers – eine Sammlung von Briefen, die ob ihres ungeheuren Mangels an Plastizität besonders Männern ans Herz rühren wird.
Für alle Shopaholics: “Sienna, irgendwann ess ich dir die Haare vom Kopf!”, der neue Titel von Kate Moss. So nah waren Sie noch nie dran am Zickenkrieg von Sienna Miller und Kate Moss – mit allen schmutzigen Details!
Dazu noch ein besonderes Schmankerl für die Jüngsten: “Ey Alta, mach kein Scheiß – ich zähl die Stunden bis wir uns wiedersehen”, Briefe von Bushido an seinen ehemaligen Kumpel Sido. Und jetzt aktuell: “Ey Alta” in der Hörbuch-Edition, unterlegt mit der passenden Hintergrundmusik – ein einmaliger Augen- und Ohrenschmaus!
Übrigens: Auch ein tolles Weihnachtsgeschenk für die lieben Enkel!
Im Sonderangebot ist augenblicklich noch “Böse Briefe von meiner Nachbarin – Briefe, die Sie nie auf Ihrer Treppe vorfinden wollten”, verfasst in einem kleinen Dorf irgendwo im Süden Deutschlands. Der einseitige Briefwechsel dokumentiert den verzweifelten Versuch einer jungen Frau, mit ihren Nachbarn zurechtzukommen, und wie sie schließlich an deren aus der Luft gegriffenen Vorwürfen scheitert. Der moderne Nachbarschafts-Thriller – es könnte auch Sie treffen, deshalb greifen Sie zu, bevor es zu spät ist!
Unsere Agenten waren wieder für Sie nicht unterwegs. Hier unsere Neuigkeiten aus der ganzen Welt:
Wollten Sie schon immer einmal Bagger fahren und dabei anderen etwas Gutes tun? Dann haben wir hier genau das Richtige für Sie: Machen Sie’s wie unser anonymer Autor aus Stuttgart! Schleichen Sie sich nachts auf eine Baustelle, klauen einen Bagger und fahren mit ihm 3 Straßen weit, bis Sie 40 Liter Diesel verfahren haben. Natürlich sollen Sie dabei unser Thema “Liebesbriefe” nicht vergessen – hinterlassen Sie doch einfach einen netten Gruß in Form eines Fresszettels. Und wie wäre es mit einem Kasten Bier für die lieben Bauarbeiter dazu?
Die Beliebtheit von Liebesbriefen zeigt sich momentan im Land der Amore – warum nicht einfach ein Loch in eine Wand hauen, aus dem Raum dahinter 16 Tonnen Schinken stehlen und einen netten Weihnachtsgruß an der Wand hinterlassen? Auch deutsche Metzger werden sich über eine solche Weihnachtsbotschaft freuen!
Und jetzt wünschen wir, die Geschäftsleitung dieses schnuckeligen kleinen Antiquariats, der Weihnachtsmann und der Knecht Ruprecht, Ihnen noch viel Spaß beim Liebesbrief-Schreiben!
Sponsered by Deutsche Briefträger AG und Verein gegen die neue Rechtschreibung e.V.
P.S.: Alle Bücher und CDs sind natürlich auch erhältlich in unserem Online-Shop!
Read MoreHier auf dem Land, in einem 5.100-Einwohner-Dorf, wohnen quasi nur Deutsche. In den nächsten größeren Städten gehören Frauen mit Kopftuch oder Sari oder Männer mit Turban zum Straßenbild, bei meiner Arbeit sind mindestens 50% aller Kunden Ausländer. Doch je weiter man von dort weg Richtung Norden fährt und je kleiner die Ortschaften sind, desto weniger werden es.
Hinzu kommt, dass durch die häufig über Jahrzehnte gewachsenen Gemeinschaften, viele der Einwohner hier ziemlich misstrauisch gegenüber Fremden sind, egal ob Ausländer oder nicht.
Es stellt sich nur die Frage: Wie weit geht dieses Misstrauen?
Ein Haus weiter befindet sich ein kleiner Blumenladen, ziemlich goldig eigentlich. Der Laden wird betrieben von zwei jungen Männern um die 23, 24. Sie sind Skinheads. Und tragen Lonsdale-Pullis.
Und deshalb wüsste ich doch zu gerne – wissen die, was sie da tun? Und tun sie es absichtlich?
Die Marke Lonsdale stammt aus Großbritannien, dort wurde das erste Geschäft 1960 in Soho, London, gegründet. In Deutschland erfreuen sich Produkte dieser Marke großer Beliebtheit bei Neonazis. Dafür gibt es mehrere Gründe:
Trägt man ein Sweatshirt mit dem Lonsdale-Schriftzug unter einer offenen Bomberjacke, sind meist nur noch die Buchstaben “NSDA” zu erkennen – setzt man noch ein “P” hinzu,… Eine Anspielung auf die NSDAP. Diese Zeichenfolge tatsächlich zu tragen ist verboten – so jedoch kann niemand belangt werden, da es ja nicht offensichtlich geschieht (es kann kein Vorwurf der Verletzung von §86a StGB (Verwendung von Symbolen verfassungsfeindlicher Organisationen) erhoben werden). Man könnte also von einer Art inoffiziellem Erkennungszeichen sprechen.
Eine tatsächlich von Neonazis betriebene Kleidungsmarke trägt den Namen Consdaple - hier ist “NSDAP” vollständig enthalten. Mit den Einnahmen werden neonazistische Gruppierungen unterstützt.
Zudem hat das Ganze einen kulturellen Hintergrund.
Die Skinheads in den Arbeitervierteln englischer Großstädte begannen schon Ende der 1960er Jahre die typischen Arbeiterschuhe zu tragen – und dazu Lonsdale-Kleidung.
Nach Bekanntwerden dieser Gründe hat Karstadt/Quelle 2006 die Marke komplett aus dem Programm genommen – allerdings nur für einige Tage.
Lonsdale und die in Deutschland für den Vertrieb zuständige Firma Punch haben inzwischen ein wahres Marketing-Feuerwerk gezündet, um den Ruf des Lieferanten für Neonazi-Kleidung loszuwerden: Der Christopher-Street-Day 2005 und Projekte gegen Rassismus wurden ebenso gesponsert wie eigenen Kampagnen, beispielsweise unter dem Motto “Lonsdale loves all colours”. Desweiteren schaltet Lonsdale in letzter Zeit öfter Werbekampagnen mit dunkelhäutigen Models, um sich von den Vorwürfen zu distanzieren. Seitdem hat sich das Lager im neonazistischen Milieu geteilt – in die, die Lonsdale seitdem boykottieren – und die, die die Marke weiterhin tragen.
Es zeigt Wirkung: Laut einem Lonsdale-Mitarbeiter ist „im Brennpunktgebiet Sachsen unser Umsatz seit September 2003 um 75 Prozent eingebrochen“.
Generell geht der Trend bei Nazis ohnehin zu weniger auffälliger, “gesellschaftsfähiger” Kleidung (Zitat Musik- und Bekleidungsversand “Endzeit”). Dafür war dann vor kurzem erst auf einer Tasche des spanischen Modeunternehmens ZARA ein Hakenkreuz aufgestickt.
Und selbst wenn – wenn ich will, dass niemand nach der lauten öffentlichen Diskussion auch nur im entferntesten von mir denkt, ich könne rechtes Gedankengut vertreten, trage ich solche Pullis doch einfach nicht!
Ein stumpfer Nachgeschmack bleibt.
Ja, in letzter Zeit habe ich, was meinen Musikgeschmack angeht, eine etwas extremere Phase, meine derzeitigen unter-anderem-Lieblingsalben sind “Jazz ist anders” von den Ärzten, und die Toten Hosen unplugged “Nur zu Besuch – Live im Wiener Burgtheater”.
Das wäre an sich ja nicht weiters schlimm.
Was mich daran allerdings befremdet:
Campino, Tote-Hosen-Sänger – geboren 1962.
Farin Urlaub, Mitglied der Ärzte – geboren 1962.
Kinder, die könnten meine Eltern sein!
Komisch, zu sehen, wie unterschiedlich Menschen, die doch alle im selben Zeitraum geboren sind, sich entwickeln können.
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