Wien-Berlin: Ein Höllentrip, Superheldenkräfte und Improvisationskunst

Oh, welch ein Spaß. Ein großer Spaß.

2 Stunden Schlaf, 42 Kilo Gepäck, 1,5 Kilometer und 50 Stufen, kein Geld für ein Taxi, und ja, es ist sehr lustig, wenn der Kram, den du trägst, deutlich mehr als die Hälfte deines eigenen Gewichts hat. Erst recht, wenn du seit 5 Uhr auf bist und schon um 7 [...]

Wien-Tagebuch: Wochenendfotos und Abschiedsgeschichten

Ich hatte mir in Wien geschworen, vor Verlassen der Stadt niemals zu denken “das ist das letzte Mal, dass …”. Aber dann habe ich doch ein Foto gemacht, von der letzten Mohnschnecke zum Frühstück.

Das Wochenende ist sehr schlaflos, aber wen stört das schon, die paar Augenringe mehr, und irgendwann ganz früh am Morgen sehen die Füße [...]

Österreichisch für Ausländer (4): Unschönes Schimpfen, wirkungsvolles Drohen und Aufforderungen zum Nahkampf

Die Verwendung menschlicher Exkremente im Österreichischen:

[we:n zammscheisn] = mit jemandem schimpfen

[dô hods mi: ani: gschissn] = da ist mir etwas passiert, das ich so nicht wollte

oder auch: Hässliches, charmant ausgesprochen:

[gfra:st], [glumpert] = etwas funktioniert nicht

[deifl ani!] = zum Teufel!

[scha:ß] = Mist

[schiach] = hässlich

deppert [debbad] = unintelligent

saudeppert [saudebbad] = gehirnarm

Und jetzt: Do [...]

Wien-Tagebuch: Vorletzter Eintrag.

Das Ticket ist gebucht, der Wecker gestellt, die Koffer (ächz!) sind gepackt. Heute war mein letzter Tag in Wien, noch eine Nacht, und ich verabschiede mich. Für mich geht es woanders weiter.

Die letzten Tage war ich, mit Verlaub, kreuzunglücklich. Denn eigentlich – will ich nicht weg. Ich könnte jetzt etwas von Geld erzählen, und noch zweimal [...]

Sommer in Wien.

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[...]

Live in Concert: The National. 18. August, Wien, Arena

Support: U.a. The Low Anthem. Indie-Folk. Zum Reinhören: Die machen sowas wie das hier, und sowas und das.

Kurzfazit: Leider etwas zu folkig, zu ruhig. Instrumente gut, Lieder schön, Musiker eh super. Aber, ein sehr großes Aber: Das ist Musik für Buch und Teetasse. Und Musik für wir-sind-bei-einem-von-uns-beiden-zuhause-haben-gegessen-und-rutschen-seit-einer-Stunde-zentimeterweise-näher-an-den-anderen-heran. Musik für solche Abende. Nächte. Musik für kleine [...]

Österreichisch für Ausländer (3): Mobilien und Immobilien

Sprachliche Besonderheiten bei Mobilien und Immobilien:

Stuhl mit Beinen, ohne Polsterung = Stuhl, Sessel

Stuhl mit Beinen und Polsterung, würde im Hochdeutschen als Sessel bezeichnet = fauteuil [fo:dö:]

(Kommt man also mit einem Umzugswagen von Ö. nach D., kann aus einem Fauteuil ein Sessel werden, aber auch aus einem Sessel ein Stuhl. Anm. d. Aut.: Es war verdammt spät [...]

Österreichisch für Ausländer (2): Heute noch in brav – harmlose Begriffe für Alltagsgegenstände

Wir kaufen ein:

des kost an Nasenrammel = das ist sehr preiswert

harmlose Begriffe und Alltagsgegenstände:

Grusch = Kram, Krust

Badewaschl = Bademeister

Haferl = Tasse

Agrasel [â:grosl] = Stachelbeeren

Strudel [schdrrrrudl] = dünner Teig mit Füllung, typischerweise aus Quark oder Äpfeln und Rosinen

mehr Mehlspeisen: Schmarrn, Buchteln, Guglhupf, Kratzate, Krapferl

Golatsche [go:la:dschn] = Plundergebäck mit Quarkfüllung

Germ = Hefe

[gâ:da] = Gouda

Nudeln = mit niederer Drehzahl [...]

Wien-Tagebuch. Österreichisch für Ausländer. Grundkurs, Stufe 1.

6 Wochen Österreich haben irreparable tiefe Spuren hinterlassen. Spread the Word! Hier und ab jetzt: Der

Intensivkurs Österreichisch für Ausländer.

Heute: Grundkurs, Stufe 1.

Wir beginnen mit Lektion 1: Noch sind wir höflich und sagen erstmal hallo:

grüß Gott! [grrü:ß gott] = guten Tag!
Servus! [see:awss], auch Seas [sääs] = hallo!
habe die Ehre! [hawidere] = sehr erfreut

Lektion 2: Wir hören unserem Gegenüber zu. Und kommentieren:

eh! [e:] = sowieso! Klar! Ja! Sicher! Bestimmt!

Wien. Es könnt vielleicht ein Liebesbrief sein.

I love Vienna.

Ich bin jetzt genau 47 Tage hier und habe mir das T-Shirt immer noch nicht gekauft. Trotz Sommerschlussverkauf.

Aber ich verlieb mich ja eh nie. Und ich kann ja nicht jede Liebe (wenn ein zwischenmenschliches Ding diesen Aggregatzustand überhaupt erreicht) gleich auf dem Shirt tragen. Oder gar auf dem Oberarm! Wo kämen wir denn da hin. Und schon Hornby wusste, dass jeder einen Tätowierer haben sollte, der ihm sagt, ob ein Mensch eine Tätowierung wert ist. Vielleicht … ist das bei Städten genauso.

Wenn es also schon kein Tattoo gibt, und noch nicht einmal ein Shirt, dann wenigstens dies hier.

Schluss mit Endlossätzen. Luft holen. Anschnallen, festhalten, los geht’s.

Denn jetzt kommt’s. Entgegen aller Gewohnheiten:

Dies ist ein Liebesbrief.

Liebes Wien!