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Ich schiebe mich ins Halbdunkel der Buchhandlung.
Alle, die hier am Eingang warten, sehen gleich aus. Die selben schwarzen Sonnenbrillen, die selben Shirts, die selben kurzen Hosen. Die selben Stoppeln auf den Beinen. Ich sehe gar nicht erst in ihre Gesichter. Ich betrachte die Haut in ihren Armkehlen.
Ein Regal sieht mich hilflos an und kotzt einen Stapel Bücher auf den Boden. Ja, denke ich, so geht es mir auch. …
Vor, zurück, vor, zurück.
Ich lass die Beine baumeln und guck auf die Straße. Da fährt ein Junge auf einem super Fahrrad vorbei. Es ist schwarz und ein bisschen rot, und macht die ganze Zeit “sssssssst”. Ganz drüben, auf der anderen Straßenseite, ist eine … eine … A – po – t – heke. Ah, Apotheke. Seit ich meine Brille hab, kann ich richtig weit gucken. …
Ein letztes Poltern, dann fällt die Haustür ins Schloss. Draußen startet der Wagen.
Niemand sagt ein Wort.
Ben verschwindet im Arbeitszimmer. Einige Minuten später taucht er wieder auf. Streicht sich mit der Linken über die Stirn. In der Rechten hält er sein Notebook, setzt sich ans andere Ende der Eckcouch, klappt es auf. Der Raum ist voll vom Klackern seiner langen, dünnen Finger auf der Tastatur.
Durch die Fenster dringt leises Vogelzwitschern.
Lukas kauert zwischen uns, die Knie bis unters Kinn angezogen. Die schwarzen Haare fallen ihm ins Gesicht, sein müder Blick verliert sich hinterm Couchtisch.
Die letzten Nächte haben wir uns abgewechselt. …
Ich war noch ganz benommen, setzte mich auf, sah noch einmal hin und konnte es nicht fassen. Es war Mai, da stellen manche Leute ganze Bäume vor fremde Haustüren, warum nicht auch einen Mann vor ein Bett.
Beim dritten Hinsehen lag er immer noch da. Auf dem Rücken, eine Hand unter meiner Matratze. Er [...]
Ich hatte nichts, was ich ihr hätte geben können.
Laufen, liegen, von hohen Felsen ins Meer springen. Begehren. In all dem war ich Meister, trotz Anflügen von Höhenangst.
Doch mein Körper liebte das Wasser.
Wenn er langsam auf den Grund eines Sees sank, war die Wasseroberfläche mein Himmel. Und nur wenn ich im Regen stand und die Augen zumachte, konnte ich atmen.
Ich war ein Wassermann. …

Es war heiß.
Wir gingen zusammen durch den Fluss, die glatten, kalten Kiesel unter den Füßen. …
Es hat gerade wieder geschneit. …
Prolog.
Mir ist übel und eiskalt, hastig drehe ich das Gebläse hoch. Stufe 4. Der Motor ist noch zu kalt, es bläst nur kalte Luft in mein Gesicht. Ich fasse an meinen Hals, die Bluse ist falsch zugeknöpft. Ich will sie auf- und wieder richtig zumachen, meine Hände zittern, ich kann die Knöpfe nicht fassen.
___- Verdammt!
Was ein Schrei werden soll, endet unausgesprochen in einer hilflosen Lippenbewegung. Meine Gedanken kreisen, ich verstehe es nicht. Hätte ich es nicht bemerken sollen? Mein Puls rast, kalter Schweiß auf meiner Stirn, die Haare regenfeucht und zerwühlt, ich öffne das Fenster auf der Beifahrerseite einen Spalt breit. Ich rauche nie im Auto. Hätte ich es nicht bemerken dürfen? Sekunden später ein tiefer Atemzug. Der Raudch steigt mir in die Augen, der Geschmack von Erbrochenem in meinem Mund. Mitten im Wald, stockfinster, es schüttet, ich fahre rechts ran, reiße die Türe auf, vergesse, mich abzuschnallen, hänge fest, hat er geglaubt, es würde mir nicht auffallen?, finde das Gurtende nicht, ziehe den Gurt von mir weg, laufe gerade noch rechtzeitig ums Auto herum bis zum Grünstreifen. …
ich schleiche durch die stadt, die ihren körper in geschwätziges getrappel und eine regenwolke hüllt und ihr fahles gesicht mit greller weihnachtsbeleuchtung überschminkt hat. laufe mit meinem roten wintermantel durch die weihnachtsgansartig gestopfte fußgängerzone, und meine schuhe klackern gegen den takt.
denn in gedanken streiche ich noch einmal über deine eisluftspröden lippen, _______________________________ . und weil du [...]
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