Der beschissene Fahrradunfall ist jetzt 5 Wochen her. Ein paar Tage nachdem ich wieder aus dem Krankenhaus draußen war, raffte ich mich auf, mich um mein geliebtes Rennrad zu kümmern. Eine Stunde, nachdem ich es zur Reparatur gebracht hatte, klingelte das Telefon: es ist irreparabel beschädigt, so sehr, dass es ebenso unmöglich wie lebensgefährlich wäre, damit weiter zu fahren. Daraufhin habe ich einen Nachmittag lang geheult.

Ich habe mal geschrieben “Es sind immer die Menschen. Und die Fahrräder.”, und das war wohl meine erste schriftliche Liebeserklärung an ein Fahrrad. Es ist vermutlich selten bescheuert, besonders, weil ich sonst nichts Materielles besitze, woran ich sonderlich hänge, aber, ja, ich habe diese neun Kilo Stahl und Blech wirklich geliebt, ebenso wie alles, was ich damit erlebt habe, und jede Strecke, die ich damit gefahren bin. Und es hat mir das Herz gebrochen, dass es nun kaputt ist. Aber es wird ein bisschen weiterleben, und ich weiß auch schon ziemlich genau, wie. 

fahrrad

Doch ein Leben ohne fahrbares Fahrrad ist nur halb so schön und ein Sommer ohne Fahrrad nicht einmal halb so frei. Nachdem der erste Schock verdaut war, suchte ich also ein neues. Mir wurde zwar schon beim Gedanken ans Radfahren angst und bange, aber wie sagten die Polizisten so nett, als ich meinen Schrotthaufen vom Revier abholte: “Sie müssen wieder ruff, ohne Fahrrad is och nich schön”. Ich war also in 20 Radläden, kannte alle An- und Verkaufsläden beim Vornamen, wurde ebay-Kleinanzeigen-süchtig und war kurz vor einer Verzweiflungstat. Bis …

Hallo.

Fahrradliebe

Gehörte einem Fahrradkurier, der es für sich gekauft, auf Vordermann gebracht und dann beschlossen hatte, es doch nicht bei der Arbeit herunterzurocken. Jetzt kann der Sommer noch ganz lange bleiben.