Januar, oh Januar. Was tust Du nur.
Die Dinge sind sehr groß geworden, bald zu groß, als dass ich sie noch fassen könnte (und ich habe sehr große Hände). Und so groß, dass mir die Worte fehlen. (Und wo die Worte zu Ende sind, fängt die Geschichte erst an.)

Gelacht
Über einen Wurststand
und einen Hamster.
Darüber, wie sich Menschen jahrelang online “kennen”, überall miteinander virtuell verbunden sein kann – und wie auf einmal alles anders ist, wenn sie sich ein einziges Mal begegnen.

Gehabt
Kater.
Zombie-Auge.
Katzenhaare auf dem Pullover.
Sehsucht.
Frühstücksverabredungen und Wiedersehensfreude.

Gesagt
Wenn das alles so weitergeht, sollte ich vorsichtshalber jetzt schon Baldrian nehmen.
Zukunft hat, was die Liebe angeht, auch etwas Homöopathisches.
Manche Menschen sind wie Planeten: sie kennen einfach ihre Umlaufbahn.
“Hat er Brusthaare?” – “Frag ihn doch selbst. … Moment, ich kläre das. … Hast Du Haare auf der Brust?”
Ich bin ein Meteorit.
Du, ich glaube, Du hast ein Haar auf der Zunge.
Ich würde jetzt gerne nichts sagen und Dich einfach anschauen.
Für jetzt unendlich.

Gemacht
In einen Burger verliebt.
Shampoo zuhause vergessen und Haare vor dem Kundentermin mit Seife gewaschen.
3 Cent-Briefmarken gekauft.
Sehr gefreut, über den Taxifahrer, der meinen Geldbeutel gefunden und mir wiedergegeben hat.
Versetzt worden.
Versunken.
Verborgene Welten wiederentdeckt.
Einen Mantel geteilt.
So sehr gelacht.
Das absurdeste Treffen des Jahres überlebt.
Durch Schnee gestapft.
Bulgarisches Frühstück gegesssen. Heuschrecken. Känguru. Und den besten Käsekuchen der Stadt.
Kunst gekauft. Und Bücher.
Große Entdeckungen.
Sehr große Pläne.

Gehört
“Je tiefer man in die Realität vordringt, umso substanzloser wird sie.”
“no sea. no view. but you.”
“Du solltest womöglich einen Schal tragen.”
“Diese Augenklappe — willst Du die nicht zu Deinem Markenzeichen machen?”

Gelesen
“Seid vorsichtig. Weibchen sind immer gefährlich.” (Der Weltumsegler Mike Horn in der Zeit)
“Mann zu sein verspricht noch immer privilegierten Zugang zu den Chancen und zur Macht in der Gesellschaft. Wer aber die Macht hat, bestimmt die Regeln oder meint, sie bestimmen zu können.”
“If you want to see her more than three times, I have to meet her. No falling in love (this one cracks me up in its sheer absurdity).” (ein Text über Polynormativity und stupide Regeln, die Paare in “offenen” Beziehungen so füreinander erfinden)
“Ich mache alles aus Liebe. Manchmal verzweifele ich, wenn ich mir die Welt anschaue. Ich habe den Eindruck, darauf nur mit Zynismus und Sarkasmus reagieren zu können. Aber eigentlich hasse ich, weil ich so viel Liebe im Herzen trage.” (hier)

Geredet
Die ganze Nacht.
Von Liebe.
Über Sexismus und Seelenfrieden.
Über Zukunft.
Gar nicht.
Über uns.

Geschrieben
Nichts.
“<3”
“im nächsten Leben werde ich Mandelcroissant”
“Vielen Dank für Ihre Interviewanfrage. Zu Gunsten meines Seelenfriedens kann ich Ihnen leider nicht zur Verfügung stehen. Mit freundlichen Grüßen.”
“milk is my sugar, sweet grovelling”
Anywhere you go, anywhere you go I will.”

Unterschrieben
Alles.

Getroffen
Entscheidungen.
Ins Schwarze.
Jemanden. (Mehrfach.)

Gewesen Immer noch
Pirat.
Princess by day, witch by night.
Urknall.
Voller Liebe.
Und Dankbarkeit.
Glücklich.