Womöglich ist dies die schizophrenste Rezension, die die Christliche Rapmusik je erlebt hat, sei’s drum, es lässt sich nicht ändern.

Da wäre also dieses Duo, laut Selbstbeschreibung “Hack und Mett”, oder auch TTZ, namentlich André Herrmann und Julius Fischer. Team Totale Zerstörung also, man sagt, sie hätten alles gewonnen, was es im deutschen Poetry Slam zu gewinnen gibt (als ob es da etwas zu gewinnen gäbe, wahrscheinlich nicht einmal einen Blumentopf, sondern höchstens Geranien). Der deutsche Poetry Slam ist womöglich noch nicht, was jedes Hinterhofkantinenspülbecken in Hollywood ist, aber wenigstens haben die beiden es zwar immer noch nicht aus Leipzig hinaus, aber wenigstens zu einem Album gebracht, das man hier und hier käuflich erwerben kann.

Das einzige Problem, das nun solch ein Album zweier Bühnen-Vollprofis haben könnte, ist, dass eine CD keine Bühne ist. Das ist ein bisschen wie bei den eingespielten Lachern bei Sitcoms (wussten Sie, dass seit den 1950er Jahren immer die selben Lacher verwendet werden? Merke: in amerikanischen Sitcoms lachen Tote.), in jedem Fall: es könnte etwas fehlen. Wäre da nicht … aber hören Sie selbst.

Sie merken, wir springen in den Konjunktiv und wären damit auch am Ende des offiziellen Teils der Rezension. Danke für Ihre Aufmerksamkeit, wir schalten nun in den Fan-Modus. Bittedanke.

10 Gründe, warum Sie dieses Album hören (und zuvor käuflich erwerben!) sollten:

  • – Es ist ein sehr gutes Produkt.
  • – Das ist kein Poetry Slam, das ist Gangsta Rap. Und höchst krass übelst geil. Alta.
  • – André Herrmann singt Musicals.
  • – Wohl niemand sagt so schön “Görls”, und mit diesem grandiosen Zungenschlag “Lllladies”, niemand hat so eine miese Street-Credibility und niemand ist so gut in Mathe wie die beiden Herrn mit dem Milchbubi-Gen.
  • – Das ist die Leipziger Rap-Szene. Die müssen jeden Dreck, der vom Westen kommt, kopieren.
  • – “Punker, die zu Musik tanzen, zu der andere nichtmal sterben würden.”
  • – Ihre seit Jahren durch dieses Internet geisternde Hymne an die Frauen (“Girls Girls Girls”) gibt es nun endlich in optimaler Soundqualität. Hören Sie, wie man “die Frau macht aus dem herkömmlichen Mann einen einzigartigen” und “FICK DICH DU SCHWEIN!!!” in einem Satz unterbringen kann.
  • – Dann wären da noch die Dramen auf Parties, bei denen alles geht, aber niemand aufs Klo, Dramen im nicht vorhandenen Kontakt mit Frauen zwischen Pausenhof, außerdem Malte und in jeder Schicht der Maya-Pyramide 98% Arschlöcher.
  • – Das sind die Männer, die im Kongo Löwenbabies rauben und Marc-Uwe Kling dissen, die Frage, was von beiden gefährlicher ist, können Sie sich selbst beantworten, ich sage nur so viel: Afrika ist weit weg, aber Marc-Uwe Kling wohnt in Deutschland.
  • – Das waren alles Anspielungen. Die werden Sie verstehen, wenn Sie das Album kaufen und hören. Also: tun Sie es.
  • – Und denken Sie daran: “am 21.12. wird auch Tim Bendzko nichts mehr gegen den Weltuntergang ausrichten können.”
  • – BAMMM!
  • – Wer sonst nennt sich Kunstrapper, baut einen Beat auf “Gogh, Gogh, Gogh, van Gogh” und reimt klassische Musik auf übertriebene Gewaltdarstellung drastisch überwiegt? Es gibt dazu auch eine Choreographie, im Kunstrap heißt das Performance, und die sollten Sie sehen. Das geht gerade noch, 7-Tage-Schonfrist sei Dank, in der ZDF-Mediathek. Hier. Steigen Sie bei Minute 33:20 ein. Unter anderem wegen dieser Moves, die wir zuletzt in der Waldorfschule sahen:


Und wegen Julius Fischer in der Rolle Antike Statue ohne Gliedmaßen (Preis VHS).

Und damit wären wir nun auch am Ende. Was fehlt? Das Outro. Ja, natürlich kommt jetzt auch der “wer von Ihnen mitgezählt hat, weiß, dass das bis jetzt schon 13 Punkte waren”-Witz, der vermutlich schon out war, als Jesus noch übers Wasser ging und vor dem am Ufer wartenden Volk slammte. Aber das hier ist mein Blog, da kann ich Ihnen auch eine 14 für eine 10 vormachen. Bammm.

  • Grund Nummer zehn:  “Man muss ein Verlangen bis ins Unendliche steigern, bevor man der verlangten Sache habhaft werden kann.”

Ich wünsche beste Unterhaltung. Oder auch Hack. Die Botschaft haben Sie verstanden. Nicht?

Track 11.

Gut, das ist ein schlechter Schluss für einen Text.

Egal.

(Die beiden haben übrigens nur ein Moped, und das müssen sie sich teilen. Also kaufen Sie das Album. Dann verstehen Sie auch den Abschlusswitz. Danke. Tschüss.)