50 Nuancen von Brechreiz: E L James – Shades of Grey

Was man für 12,99 Euro kaufen kann:
Knapp 13 Kugeln Eis
Ghostbusters auf Blu-ray
1 Flasche Chardonnay
20 Paar Socken oder
Shades of Grey von E L James.

Ich habe Letzteres getan. Zwischen zwei Zügen, in einer Bahnhofsbuchhandlung in einer großen norddeutschen Stadt. Warum ich es gekauft habe? Nennen Sie es Neugier, nennen Sie es Langeweile, oder nennen Sie es Geldverschwendung. Warum jedoch Sie es

auf gar keinen Fall kaufen

sollten? – lesen Sie hier.

Dies ist der Versuch einer objektiven, ja, ich betone, objektiven Rezension in 7 Gründen, die gegen einen Kauf sprechen.

Grund 1: die Unberührbaren
Der Umschlag

Düsteres Orchideenfoto in schlechter Ausleuchtung, das ist vermutlich Absicht, denn die Konturen der Orchidee sind ja auch ins Cover geprägt. Der Einband ist auf der Vorderseite beschichtet, beim Anfassen stellt sich eine Assoziation mit abgewetztem Samt, Gummi und Tupperschüsseln ein. Ich schließe die Augen und wage eine Blinduntersuchung. Die Prägung erinnert in der Grundform an eine Zunge, ich versuche krampfhaft, mir noch ein paar versaute Assoziationen einfallen zu lassen, es gelingt mir nicht, in meinem Kopf kreist eine endlose Kette von Tupperschüsseln um eine riesige Zunge, ich mache schnell die Augen wieder auf.

Grund 2: Was möchtest du? Sag es mir!”
Der Inhalt

SIE, 21, Jungfrau, ungeküsst, mit einem Gewissen so rein wie Meister Propers T-Shirt, trifft IHN, 27, erfolgreich, gutaussehend, reich, unberührbar, dominant. Er will Sex mt ihr, oh ja, richtig, Sex, aber keinen “Blümchensex”, hier geht es um Bondage & Discipline, Dominance & Submission, Sadism & Masochism – kurz: BDSM. Oha, oha, Sie ahnen es: es wird gefährlich, böse, verrucht. Denn, Sie ahnten es nicht: Sie, unsicher, unerfahren, lässt sich auf ihn ein, sie findet in ihm ihren Meister und Lehrer, es folgen 200 Seiten Werbung für diverse Apple-Produkte, sie vögeln auf verschiedenste Weise, sie will natürlich eine Beziehung (sie ist ja auch eine Frau) und verliebt sich.

Dann ist es nach 600 Seiten endlich vorbei.

Dritter Grund: Ich bin kein Mann für Herzchen und Blümchen.”
– Die Figuren

Da ist zunächst ER, der erfolgreiche Unternehmer Christian Grey – atemberaubend attraktiv, der starke, große Mann, der nicht über seine Familie reden will, natürlich ist er auch kultiviert (obwohl er so schlimme Dinge tut wie fesseln und so!), er hört Klassik und besitzt einen Pilotenschein. Lebenseinstellung:

Ich kann dich nicht glücklich machen.

Die mittlerweile 3 Bände umfassende Reihe trägt den Titel “Shades of Grey”, ein Wortwitz noch unter Twitter-Niveau, wurde auch in der deutschen Übersetzung beibehalten. — Allerdings ist bei der Flachheit des Charakters Christian nicht anzunehmen, dass es diese Person in mehreren Formen, Nuancen und Schattierungen gibt, geschweige denn 50 davon. Dafür ist er ein bisschen zu flach geraten.

Der Gegenpart dazu ist, nicht weniger flach, aaaaber weiblich und mit Brüsten ausgestattet (oh ja, ich habe Brüste gesagt!) – sie, Anastasia, genannt Ana, hres Zeichens naives Dummchen, die ihre s.g. “dunkle” Seite entdeckt, hin- und hergerissen ist zwischen Abscheu und Faszination, sich selbst als “zu dünn” beschreibt und über ihre “zu großen Augen” jammert, die nicht nachvollziehen kann, dass er TROTZDEM auf sie steht und sie sogar schön findet. Ja, das ist sehr seltsam.

Doch sie kommt nicht allein, da wäre schließlich noch ihre “innere Göttin”, von der sie andauernd palavert und die wohl irgendwie einen selbstbewussten Teil von ihr darstellen soll, und die mir darüber hinaus tierisch auf den Sack geht (vermutlich auch, weil ich dabei ständig an Erwecke die Göttin in dir und Rasierklingen denken muss, zum Thema Rasierklingen später mehr). Und dann wäre da noch ihr Geschwafel von ihrem Unterbewusstsein, das ständig kreischt oder hinter einem Sofa hervorschaut.

Diese unsere beiden Protagonisten liegen also nach dem Sex im Bett und nein, sie berühren einander nicht, viel besser:

“Wir sehen einander bewundernd an.”

Mehr ist zur Komplexität der Charaktere im Prinzip auch nicht zu sagen.

Vierter Grund: Ich heiße den Schmerz willkommen, weil er mich von dem Schmerz meines gebrochenen Herzens ablenkt.
– Stereotype

Darauf, dass das alles heteronormative Kackscheiße ist, gehen wir an dieser Stelle gar nicht erst ein, sonst muss ich Sie bitten, diesen Raum Text zum Schutz Ihrer körperlichen Unversehrtheit unverzüglich zu verlassen, bevor ich ausraste.

Natürlich, selbstverständlich, man sollte immer differenzieren zwischen den Figuren in einem Buch und dessen Autor. ABER, und glauben Sie mir, ich weiß, wovon ich spreche: jede Figur sagt dennoch auch immer etwas über ihren Schöpfer aus.

Was also geht in einer Autorin vor, die ihre Hauptfigur aussprechen lässt, ein Mann, der in der Öffentlichkeit ohne eine Frau auftrete, könne nur schwul sein oder habe einfach kein Sexualleben oder beides? Die ihre Hauptfigur klingen lässt wie eine Kreuzung aus Bunte, Die neue Post und Sailor Moon auf Speed? In welchem Jahrhundert lebt das Denken einer solchen Autorin, und ist es womöglich gar bei einer Rückführung im Mittelalter hängengeblieben?

Besonders klischeehaft ist, natürlich, vor allem das Verhältnis von Anastasia und Christian, zwischen ihr und IHM. Ja,

IHM,

und ein im Orgasmus herausgeschrienes IIIIIHM ist gar nicht laut genug, um das permanent ohnmachtnahe Anhimmelungsverhalten auszudrücken, das sie diesem emotionslosen Mann mit den kühlen grauen Augen gegenüber an den Tag legt. Der Begriff GOTT wurde nur für diesen Mann erfunden:

Er ist kein schwarzer Ritter, sondern ein weißer in glänzender Rüstung – ein klassischer romantischer Held.

Natürlich darf auch der Standard Ganzkörperrasur, mit freundlicher Unterstützung Ihrer Frauenzeitschriften und der Rasiererindustrie, nicht fehlen, frau muss dem Mann ja auch gefallen! Vor einem der ersten Treffen mit Grey rasiert und peelt sich Anastasia also am ganzen Körper. Weil:

“Kate versicherte mir dabei, dass Männer das heutzutage erwarten. Was wird er sonst noch erwarten?”

Sie, die “Heldin”, ist das Werkzeug, das Spielzeug dieses Mannes, sie gefällt sich in dieser Rolle, und welches Jahrzehnt war es nochmal, in dem Frauen ihr Gehirn entdeckten? Ach, sei’s drum. Viel wichtiger ist doch die Frage:

Er hat mich nicht angemacht. Ich verstehe das nicht. Begehrt er mich nicht? Bin ich ihm zuwider? Bringt ihn meine Gegenwart denn gar nicht aus der Fassung? … Ich will, dass er verdammt nochmal entzückt von mir ist!

Fünfter Grund: Ich spüre dieses seltsame Knistern zwischen uns
– Die Ich-Erzählerin

Anastasia, ihres Zeichens Literaturstudentin und die nervigste Person, die es jemals in die Hauptrolle eines Buchs geschafft hat. Herzlichen Glückwunsch, auch im Namen der Literaturgeschichte. Ein Best Of ihrer schönsten Gedanken:

Mein Haar ist postkoital zerzaust.

Zum Glück hat Kate mir ihren spritzigen Mercedes CLK geliehen. Ob ich es mit Wanda, meinem alten VW-Käfer, pünktlich zu unserer Verbredung schaffen würde, ist fraglich. Doch mit dem Mercedes macht die Sache Spaß und ich trete das Gaspedal durch.

(Diese Stelle findet sich auf Seite 8, und bereits an dieser Stelle möchte ich sie lustvoll erwürgen anschreien und das Buch an die Wand werfen – oder beides.)

Mein Gehirn ist lustvoll vernebelt.

Ich bemühe mich zu ignorieren, wie angenehm das Handtuch sich auf meiner überempfindsamen Haut anfühlt.

Ich kann mich glücklich schätzen. | Ich sehe ihn überrascht an. | Ich denke an mein Lernpensum.

Hastig ziehe ich mich in die Küche zurück. Ich hole die Zutaten für ein Sandwich aus dem Kühlschrank, so dass sie mein Gesicht nicht sehen kann. Verzweifelt ringe ich darum, nicht von meinen Gefühlen übermannt zu werden.

Diese Ich-Erzählerin klingt wie eine Mischung aus deiner Mutter, ihrer eigenen Psychotherapeutin und einer enervierenden Sechsjährigen, altklug und naiv, ahnungslos und unerwachsen, deren Gedankenwelt sich anfühlt wie eine Celine Dion-CD und deren Lebenshaltung auf einem rosa Pony mit einem rosa Lutscher im Mund stattfindet, das auf einem Karussell in Disneyland seit 50 Jahren im Kreis fährt. Und ich möchte ihr dringend zurufen: Mädchen, komm runter von deiner Polly Pocket-Insel!

Ich habe mir noch nie so sehr wie bei diesem Buch gewünscht, die Hauptfigur auspeitschen zu können. Vermutlich böten mir die Gedankengänge eines zufällig ebenfalls anwesenden Kronleuchters mehr Identifikationspotential als das Geschwurbel dieser Pseudoheldin.

Das Blut pocht in meinen Adern. Leider endet seine Liebkosung viel zu schnell.

Dann beugt er sich vor und drückt mir einen kurzen, keuschen Kuss auf den Mund, der mir die Sinne raubt.

Ich habe noch nie einen keuschen, sinnraubenden Kuss bekommen. Und muss einsehen:

In meinem Liebesleben läuft seit vielen Jahren einiges falsch.

Sechster Grund: Ich zerberste in tausend Teile!
– Reden wir über Sex

Sie wollen erfolgreich die Bücherregale in deutschen Haushalten erobern? Schreiben Sie “erotische Texte” und schaffen Sie es in nur einem Schritt zum Bestseller! – Wir zeigen Ihnen, wie:

  1. Alles ist “köstlich” und “süß”, egal ob Langsamkeit, Körperflüssigkeiten, Gerüche, Folter mit Eiswürfeln, Schmerzen oder Orgasmen. Ständig stößt irgendjemand “Lustschreie” aus, “Hormone schlagen Purzelbäume”, Leute “winden sich vor Verlangen”, Blicke “glühen”, “wohlgeformte” Münder und Körper machen Dinge, der männliche Hauptcharakter hat quasi 600 Seiten lang eine “beachtliche Erektion”, Zungen “erforschen”, Körperteile “tanzen”, irgendwelches Blut “wallt” in der Gegend herum, in Unterleiben “brennt” es und “braut sich Begierde zusammen”, “lustvolle Schauer” und “Flammen durchzucken” Körper, Leute haben nichts Besseres zu tun, als beim Sex über “chaotische Empfindungen” nachzudenken, rufen “O Gott”, und dann wird “geglitten” und “ausgefüllt”, bis nichts mehr geht, und dann kommt die “Erlösung”, wobei unsere “Heldin” jedes Mal in kleine bis tausend Teile “zerbirst” und er “O Ana!” schreit.

Und schon haben Sie 600 Seiten geschafft.

Oder geben Sie einfach Hera Lind die Aufgabe, einen brachial erotischen Roman zu schreiben, und lassen Sie sie vorher 9 1/2 Wochen und Eyes Wide Shut sehen. Oder stellen Sie sich vor, Rosamunde Pilcher würde zusammen mit Brigitte und Bravo das Drehbuch für einen Porno schreiben unter dem Arbeitstitel Fantasie-Exzesse von Frauen für Frauen.

Und heraus kommt eine Form von “huch, er hat Penis gesagt! Hihihihi!”-Kicher-“Erotik”, die mir große Schmerzen bereitet (und da wir schon beim Thema Schmerz sind: es ist kein schöner Schmerz). Dass hier exzessiv von “Brustwarzen” gesprochen wird, (ein so schlimmes Wort für etwas so Schönes!,) sollte Ihnen übrigens zusätzlich zu denken geben. Dann wissen Sie im Prinzip schon alles, was Sie wissen müssen.

“Das macht mich total an.”

Mich nicht.

Siebter Grund: Du.Bist.Der.Wahnsinn.
Lieblingskonversationen

Er: “Ich ficke hart. … Komm, ich zeige Dir mein Spielzimmer.”
Sie: “Hast Du eine Xbox?

Sie: “Du hast für Sex bezahlt? Ich bin schockiert!”

Sie: Gibt es einen Laden, wo ihr alle hingeht? Subs’R’Us?

(Dass hier womöglich eine Anspielung auf Subway und den oder die “Sub des Tages” passender gewesen wäre: geschenkt.)

Er: Okay … Sperma schlucken. Darin kriegst du eine glatte eins.
Ich werde rot, während meine innere Göttin vor Stolz strahlt und ein genüssliches Schmatzen von sich gibt.
“Also.” Er lächelt mich an. “Sperma schlucken ist also okay für dich?”

Er lehnt sich zurück und sieht mich mit verschleiertem Blick an. Seine Augen flattern vor Lust.

Ich beuge mich vor, bis ich meine Knöchel berühre. Mein T-Shirt rutscht hoch, so dass mein Hinterteil zum Vorschein kommt. Gott sei Dank habe ich mein Höschen anbehalten. … Auch wenn das wohl nicht mehr lange so bleiben wird.

Fazit

Dieses Buch hat die Erotik eines Marktschreiers auf dem Fischmarkt, den Sexappel eines Elefanten im Sexshop, das intellektuelle Niveau eines abgebrannten Streichholzes und das Weltbild einer steinzeitlichen Schnecke.

Ich habe mich beim Lesen wirklich fremdgeschämt für das Ausmaß an Intelligenzfreiheit, die unfassbare Menge obsoleten Gedankenguts, die klischeehafte Rollenverteilung und das absurd mäuschenhafte Denken der Hauptfigur. Darüber hinaus ist es wirklich enervierend, dass die Hauptprotagonisten ständig teure Markenprodukte benutzen, von real existierenden Marken natürlich, die auch jedes Mal beim Markennamen genannt werden. Natürlich.

Und: Ich habe noch nie ein Buch gelesen, das so sehr frei von wirklicher, oder gar subtiler Erotik war (vielleicht abgesehen von einem Bildband über Eisenbahnen), anscheinend soll es ja irgendwie erotisch sein, wie man zumindest vorher hörte. Gut, oder die Autorin hat einfach ein völlig anderes Verständnis von Erotik als ich, nur leider ist diese Holzhammer-Brachialmethode à la Youporn meines Erachtens

nichts, was man unschuldigem, unbedrucktem Papier antun sollte.

Ich wünschte, E L James würde zukünftig nur noch Bücher über Architektur, Betonmischer, Teilchenphysik oder lange Unterhosen schreiben, Hauptsache, nichts mehr von dem, was sie “Erotik” nennt.

Und noch etwas: es gibt tatsächlich Literatur, die nicht nur intellektuell interessant, sondern darüber hinaus auch erotisch ist. Oh ja, die gibt es. Wirklich. Sie sollten nur nicht in Bestsellerlisten danach suchen. Aber dass die Spiegel-Bestsellerliste nicht gerade die Quelle für wundervolle Literatur ist, wissen Sie ja selbst, gell? Und wenn Sie ein wirklich wundervolles Buch suchen, lesen Sie doch einfach Siri Hustvedts “Sommer ohne Männer”, das ich parallel zu diesem Alptraum hier las und das mich vor dem verzweifelten Sprung von einer Klippe gerettet hat.

Also, tun Sie sich diesen Gefallen und kaufen Sie dieses Buch nicht.

Tun Sie das Ihrem Bücherregal nicht an.

Ich rate Ihnen vielmehr: nehmen Sie die 12,99 Euro, runden Sie auf 13 Euro auf, und kaufen Sie sich Eis. Viel Eis. Denn, glauben Sie mir: eine Kugel Eis ist weitaus intelligenter, niveauvoller, spannender und erotischer – als dieses Buch.

Edit 27.05.13: Ich habe den Text inzwischen ein paarmal bei Lesungen verwendet und um ein paar Zitate erweitert (und die Inkonsistenz beim Namen der Hauptfigur korrigiert, danke an die Kommentatorin).

27 thoughts on “50 Nuancen von Brechreiz: E L James – Shades of Grey

  1. Danke für diesen Artikel. Hundert, ein tausendmal besser und unterhaltender geschrieben, als das besprochene Buch.

  2. Also das war die Beste Kritik die ich je gelesen habe… , meine Freundin hat mir dieses Buch empfohlen und ich war mir nicht sich er ob ich es Lesen soll ,da ich so viele verschiedene Meinungen darüber gehört habe ….Also ich glaube ich lese es nicht

  3. Ich quäle mich derzeit durch dieses Buch (erster Band) und kann Andrea nur zustimmen: diese Rezension ist tausendmal besser geschrieben als das Buch (selbst auf englisch absoluter Schwachsinn – die Ausdrücke auch nicht besser als im Deutschen, wobei “nipple” noch wenigstens etwas ansprechender ist als “Brustwarze”).
    Da ich es aber aus “beruflichen” Gründen (ich verkaufe Sexspielzeug) lesen soll (z.B. um bei Kunden mitreden zu können), werde ich wohl alle drei Bände durchwürgen müssen – und mir graut wirklich davor. Dank dieser Rezension werde ich aber sicher ein paar Lacher mehr beim Lesen haben, da ich wohl mehr auf die Unstimmigkeiten und schlechten, dummen Ausdrücke achten werde und mir so das Lesen der Bücher durchaus erleichtern kann. DANKE!!!

  4. Abgesehen vom spritzigen Schreibstil ist dies die inhaltlich schlechteste Rezession, die ich je gelesen habe. Peinlich schon mal die Tatsache, dass der Protagonist falsch benennt wird (irgendwann wurde der Lapsus dann doch noch bemerkt). Auch wenn das Buch zugegebenermassen nicht die hochstehendste Literatur ist, ist es zügig geschrieben und dies auf eine recht amüsante Art und Weise. Für Brustwarze gibt es auch nicht sonderlich viele anmachende Begriffe – im Deutschen das Wort Nippel zu benutzen finde ich noch schrecklicher. Vielleicht erfinden sie ja ein neues Wort und revolutionieren die Erotik-Buch-Szene?
    Ich kann auch versichern, dass der Lesefluss bei Band 2 und 3 eher abnimmt, aber die Komplexität des Protagonisten Christian Grey von psychologischer Sicht aus sehr interessant konstruiert wurde.
    Alles in Allem frage ich mich ob das Buch nur quer gelesen worden ist und die prüde Ader dem Inhalt des Buches schon feindlich vorbelastet war… oder ob die eigene sexuelle Frustration vielleicht überwiegt und etwas Eifersucht über die belustigenden Erfahrungen der Ana Steele zwischen den Zeilen mitschwingt…
    Auf jeden Fall kann mit Kritik nicht umgegangen werden, sonst wären mehr der Replys zurück-kommentiert worden.
    Was mich zum Fazit bringt: immer erst vor der eigenen Haustüre kehren und den eigenen Rasen mähen. Muh. Over. Out.

  5. Schlimm finde ich vor allem (wenn man mal von dem katastrophalen Schreibstil absieht), dass BDSM in diesem Buch mit vergangenen traumatischen Erlebnissen/Missbrauch in Verbindung gebracht bzw. erklärt wird. Das ist vollkommender Schwachsinn und vermittelt Laien oder Teenagern ein zutiefst falsches Bild von dieser sexuellen Szene.

  6. Klischee- und vorurteilsbehaftet. Leider, und schade drum, denn ich glaube, man hätte aus dem Thema an sich (explizit BDSM, den Schnulzenteil braucht ja keiner) eine wirklich gute Geschichte machen können. Die wäre aber, mit Verlaub, wohl nicht so gut zu verkaufen.

  7. …und ich kann Leute nicht ernst nehmen, die große Reden schwingen und dabei “Rezession” und “Rezension” verwechseln. Peinlich peinlich. *zwinkerzwinker*

  8. also leute …. ich nehme mal direkt vorweg das ich diese rezension einfach knaller finde …. ich hab mir schon vieles durchgelesen aber ich hab noch bei keiner so herzhaft gelacht …
    ich persönlich mag die bücher und wir wollen mal die kirche im dorf behalten , geschmäcker sind sehr verschieden …. sicherlich gibts da einiges was unrealistisch ist oder nervig oder lahm …. aber mal ehrlich sowas hat JEDES buch ich kenne keines in dem es seitenweise nicht unrealistisch lahm oder nerviges gibt …. ich habe schon tonnenweise bücher gelesen auch buchserien und perfekt geschrieben is keines …. und wer will schon superrealistische sachen lesen ??? ist das leben nicht realistisch genug ? und mal als kleinen tip … einfach mal im world wide web nachschauen da gibt es für soziemlich jedes buch leseproben … damit vermeidet man fehlkäufe , aufreger und zeitraubende rezensionsverfassungen !!!

  9. Nun, ich stimme durchaus mit der Meinung überein das es wohl kein literarisches Meisterwerk ist allerdings fällt es für mich absolut in die “der Erfolg gibt rech” Sparte. Denn immerhin scheint die Autorin ja einen Nerv getroffen zu haben denn der Hype um das Buch bzw. jetzt dem Film, die Baumärkte werden es ihr danken, ist ja doch recht beachtlich!

    Es ist ja, leider, oft so, dass es nicht “gut” sein muss um irgendwie geil zu sein! Denn auch wenn ich mich nicht durch das Jubglecamp quäle oder mir x Seiten langweiliges ich bringe einen Ring nach Mordor oder wohin auch immer antue, so haben diese Dinge alle ihre berechtigung, denn gut ist was gefällt!

  10. Danke für den Text!
    Gekonnt geschrieben, gern gelesen.
    Nur eine kleine Anmerkung zu dem “Subs´r´Us: ich glaube das bezieht sich auf die Spielzeugkette Toys´R´us und spannt hier einen besonders kreativen, innovativen, einfallsreichen und äh kreativen Bogen zwischen Spielzeug, Frauen und naja Frauen, die als Spielzeug gesehen werden.

  11. Danke für den Text!
    Gekonnt geschrieben, gern gelesen.
    Nur eine kleine Anmerkung zu dem “Subs´r´Us: ich glaube das bezieht sich auf die Spielzeugkette Toys´R´us und spannt hier einen besonders kreativen, innovativen, einfallsreichen und äh kreativen Bogen zwischen Spielzeug, Frauen und naja Frauen, die als Spielzeug gesehen werden.

  12. Genial! Super geschrieben, danke für die Lacher! Und alles auf den Punkt getroffen… habe die Bücher gelesen, undzwar alle, und, der Vollständigkeit halber auch den Film gesehen. Mein Fazit lautet, dass immerhin das beste draus gemacht wurde 😉 Meine Filmkritik fällt etwas kleiner und positiver aus, aber ich habs auch nicht so mit dem Sarkasmus 😀 Liebe Grüße!

  13. Ich habe mir das Buch NICHt gekauft. Es reichte mir schon eine Kurzfassung zu lesen. Das Ganze erinnert mich zu sehr an den furchtbaren Twilight- Hype…die Protagonistin klingt ähnlich + das kitschige Liebesdrama.
    Dazu noch schlecht geschrieben.
    Woher kommt die Faszination für farblose, charakterschwache, naive, brave & leicht zu beeinflussende “Frauen” in der Literatur???
    Nee danke!
    Heute hab ich den Film als Stream gesehen. Habe mehr als die Hälfte vor gespult. Hoffte, es würde was passieren. Also, wer den Film wegen dem Sex sehen will…langweiliger geht’s nicht!
    Unerträglich!
    Deswegen, Ihre Rezension passt sogar sehr gut auf die Verfilmung!
    Brechreiz hoch 10

  14. Gut rezensiert. Spiegelt auch meinen Eindruck dieses ‘kostbaren’ Stücks Literaturgeschichte sehr gut wieder. Tzzz… Ich kann den großen Erfolg dieses sinnbefreiten Romans absolut nicht nachvollziehen…. Aber was soll’s…. Du hast den ach so komplexen Inhalt jedenfalls mit Humor und Ironie gut zusammengefasst und auf den Punkt gebracht!

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