Herzlichen Glückwunsch zum Männertag

Von heulenden Männern – wo die verheulten Kerle wohnen“. Das ist der Beitrag der SZ zum Weltmännertag. Ich finde: Das kann man so nicht stehenlassen. Also:

Liebe Jungs!

So. Was genau gibt es eigentlich zu feiern, heute? Es heißt, der moderne Mann wüsste nicht mehr, wo er stünde, in der Gesellschaft, in seinem Verhältnis zu Frauen, noch weniger, wenns um eine bestimmte ginge,  und überhaupt sei er die personifizierte Desorientierung. Das sagen die einen, und bringen Magazine wie Nido heraus. Die anderen schreiben tränenreiche Klickstrecken mit Bildern von weinenden Fußballern.

Vielleicht liegt die Wahrheit … ganz woanders?

Eines ist klar:

Es gibt Dinge, die sich seit 300 Milliarden Jahren nicht geändert haben, und vermutlich auch die 30.000ste Generation nach uns, die sich nach Alternativen für Gorleben umsehen muss, plagen werden. Die großen Fragen aller Fragen, die uns in diesen Zeiten, wo Michael Jackson tot ist und Lady GaGa lebt, wo die AKW-Laufzeiten verlängert werden, Alice Schwarzer für die Bildzeitung schreibt, wo die ganze Welt sich nach Oberstaufen googelt, Schwarz-Gelb schon ein Jahr lang vor sich hin wurstelt regiert, wo “Yes, we can!” nur noch mit “… also lose” hintendran funktioniert und wo man der Deutschen Post nicht, und nicht einmal mehr UPS trauen kann, wirklich bewegen:

Warum ruft er nicht an? Wann meldet er sich endlich? Soll ich mich melden? Oder mich lieber rar machen?

Gefolgt von: Will er, oder will er nicht? Sollen wir, oder sollen wir nicht? Liebt er mich? Ist er mir treu?

Das sind die Fragen, die unsere Gesellschaft im Innersten zusammenhalten – gerade an einem Tag wie diesem. Oder, mal anders formuliert:

So heißt das dann bei Twitter. Und der beste Freund spricht vonSchnitzel-Blowjob-Day – das Gegenmodell zum Valentinstag. Jungs, – Vorsicht! Die Antwort hierauf kann wie die Frage an sich von essentieller Bedeutung für jede existierende, sich anbahnende oder soeben beendete Beziehung sein, kann gar als Missachtung des Gleichberechtigungsgedankens, der Rolle der Frau und überhaupt der Frau an sich verstanden werden. …

Jetzt mal im Ernst: Ein paar Dinge sollten wir schon noch klären. Was gar nicht geht, zum Beispiel: Nicht zurückschreiben und -rufen. Lonesome cowboy spielen, und sich nicht entscheiden können, wären da ein paar. Und so. Aber da das alles ja an sich einfach nur unhöflich ist, wisst ihr das alles ja eh schon selbst. Und, keine Angst, ich werde dieses Liste in unser aller Interesse nicht verlängern. Schließlich ist am 08.03. Weltfrauentag. …

Und eigentlich lieben wir euch ja. Als Kollegen, Freunde, Bettvorleger, irgendwasdaskeinennamenhat, Partner, und einfach: Überhaupt. Selbst wenn ihr unsere Herzen brecht, uns zappeln lasst, uns in tiefste Abgründe stürzt und uns um den Verstand bringt. Manchmal. Und manchmal öfter, als uns lieb ist. Aber, ja, wir lieben euch. Trotzdem. Weil ihr eigentlich ja gar nicht mal so übel seid.

In diesem Sinne: Manchmal seid ihr schon wirklich Idioten.

Falls es euch ein wenig tröstet: Wir aber auch. In diesem Sinne:

Glückwunsch zum Männertag. Lasst euch feiern, bekochen, knutschen.

Und vor lauter Rührung dürft ihr jetzt auch ein kleines Freudentränchen weinen. … Cheers!

By Lena

Fast walker, avid reader, poetry fan, public speaker, violinist, pianist in the making, intersectional feminist. Works in tech, writes about anything here (and less frequently than in the past).

3 comments

  1. Apropos Unhöflichkeit: Gleiches gilt auch für die Damenwelt. Es soll tatsächlich auch Damen geben, die es nicht für nötig halten zurückzuschreiben… 😉

    Am Ende hält sich hoffentlich alles die Waage. Jegliche Pro- und Contra Listen warum eine Gurke besser als ein Mann und ein Bier besser als eine Frau ist können dann vielleicht auch verschwinden. Auch wenn wir viel zu sehr an diesen Klischees hängen und diese Klischees leider nicht immer nur mit Humor nehmen, sondern manchmal auch viel zu ernst… 😉

    Kümmern wir uns als Männer und Frauen doch jeden Tag ein klein bisschen darum, weniger mit Macht- und/oder Dominanz zu spielen und den anderen so zu nehmen wie er oder sie ist, nicht unnötig zu testen und zu provozieren und den Raum zu geben, den sie oder er für sich braucht um sich zu entwickeln oder zumindest sich nicht gegenseitig auf den Geist zu gehen. 😉

    In der stillen Hoffnung, dass beide Geschlechter sich von Ihrer besten Seite geben können um das beste in sich und dem Gegenüber zu entdecken — nicht nur an Männertagen, auch an Frauentagen. 🙂

  2. “Nicht nur an Männertagen, auch an Frauentagen.”
    Nein.
    An jedem Tag der Woche.
    Aber Männer sind so. Frauen auch.
    Sonst wäre es langweilig.

    Männer, die den Männertag feiern, lesen deinen Blog nicht. Da hat die Natur vorsorglich vorgesorgt. Milliarden Jahre der Evolution und heraus kommt Social Media. Toll gemacht Mutter Natur. Daher: “Wenn morgen die Welt untergeht, fälle ich heute noch einen Apfelbaum.”

  3. … also schreiben kannst du 🙂 mag deinen blog eh. will nur eben auf die frage antworten warum es männertage geben muss: weil die frauen die männer (achtung wortkreation aus meinem kopf) demannzipiert haben – deshalb. echte kerle gibt´s kaum noch – nur noch so verweichlichte die wissen wo man schicke herren handtaschen herbekommt aber zu dumm sind einen nagel gerade in die wand zu hämmern oder sich von teenagern verprügeln lassen… deshalb braucht´s mal den manntag…

    so long // kavang

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