Vermisst in Berlin

Und ganz schnell hat mich die Stadt. Zieht mich in ihren Bann, stülpt mir ihren Alltag über, noch schneller als der Beamte im Bürgeramt willkommen in Berlin sagen kann.

Aufstehen, zum Bus rennen, denken, schreiben, lernen. Klassensprecherwahlen, Kaffeepausen, Kreidehände. Gespräche unter Regenschirmen und Vordächern, im Park liegen, durch Straßen streifen, vor Kälte zitternd in der Bahn sitzen. Und auf der Fensterbank. Schreiben, seitenweise, Blätter zerreißen und dem Wind zum Fraß vorwerfen.

Ein Geburtstag reiht sich an den nächsten, und alle sind so irre weit weg. Ich finde wunderbare Menschen hier, und das genieße ich sehr, aber sagt, was ihr wollt: Keiner von euch ist ersetzbar.

Und manchmal sind es dann einfach die kleinen Dinge, die fehlen. Ein paar Kissen. Ein paar Decken. Die weiße Bettwäsche mit dem Kaffeefleck am Fußende. Ein warmer Pullover gegen den ersten Herbstwind. Die alte Espressodose mit ein paar Streichhölzern drin. Das Lieblingsbuch. Und ein dicker Schal.

Der Mokkakocher für den ersten Kaffee morgens. Eine Handvoll Teelichter. Ein Drucker, ein Stift, ein Stapel Papier. Eine Lampe mit warmem Licht. Oder ein Mäppchen für Buntstifte.
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Und ________________________. Was ich aber nie zugeben würde.

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