Noch mehr Bücher: “Ruhm” von Daniel Kehlmann und “Aprilwetter” von Thommie Bayer

Gern gelesen: “Ruhm” von Daniel Kehlmann, “ein Roman in 9 Geschichten” (Untertitel). Der Autor präsentiert verschiedene Charaktere, deren Verflechtungen sich im Laufe des Buchs offenbaren, was häufige Aha-Erlebnisse hervorruft und die Vielschichtigkeit einiger Figuren erst peu à peu freilegt. Gut geschrieben, kurzweilig, ein wenig traurig im Abgang. Dieses Bittersüße mochte ich sehr – die Figuren, die zerbrechen, die, die langsam und unmerklich zugrunde gehen, und die, die sich ihm entziehen – dem Ruhm.

Immer zu loben ist irgendwann unglaubwürdig. Deshalb, kurz und knapp: “Aprilwetter” von Thommie Bayer hat mir nicht gefallen. Der Ich-Erzähler ging mir mit seiner Lebenseinstellung und seiner permanent präsenten Musiker-Attitüde schnell auf die Nerven, und die Geschichte kam mir trotz (oder wegen) vieler zeitlicher Sprünge ziemlich zäh vor.

Da ich mich jedoch, was Männer angeht, ab und an zu irren pflege (und ich nicht weiß, ob das vielleicht auch für Protagonisten in Büchern gilt), kann es natürlich auch sein, ich habe die Geschichte einfach in den falschen Hals bekommen. Oder war nicht in der richtigen Stimmung dafür. Wer denkt über das Buch anders? 🙂

By Lena

Fast walker, avid reader, poetry fan, public speaker, violinist, pianist in the making, intersectional feminist. Works in tech, writes about anything here (and less frequently than in the past).

One comment

  1. “Aprilwetter” hat mir einfach gut gefallen. Die Lebenseinstellung hatte für mich auch lange einen Haken, aber die Musikergeschichte gefiel mir gut und auch die leise wieder aufgekommene Liebesgeschichte, dieses Undrängende. Gut zu lesender Roman, mehr Anspruch habe ich bei Thommie Bayer grundsätzlich nicht, aber für einen Regentag nach einer mehrtägigen Reise kam er für mich gerade passend. Habe ein Zitat aus dem Buch verbloggt, das berührte mich sehr:
    http://wortgarage.myblog.de/wortgarage/art/7642337/Wir-haben-Gluck.

    Schöne Grüsse … und das Zitat heute ist auch aus einem einfach gut zu lesenden Roman. Und der Erstling von Nolte ist noch besser, Roula Rouge ist ein schnelles Buch, das in Berlin handelt. Einfach gute Unterhaltung, nicht mehr, aber auch nicht weniger.

    Ansonsten empfehle ich auch gerne den Wortgarage-Blog 😉

    Liebe Grüsse schickt und schöne Tage wünscht Ihnen

    Hermann Josef Schmitz

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