herbst.

wolldeckenverhüllter lärm in der nacht ein glockenläuten
öffnet türen doch diese eine öffne ich dir komm näher du
herbstkind hast die luft geschwängert mit eisregen
euer kind heißt winter du trägst deine verwehten
locken mit apfeldufthänden und novembereisherz
da weht der herbstwind dich vor meine füße
meine finger lesen dich

auf wie eine kastanie weich und warm stecke
ich dich mit links in die tasche du schaust hervor
ein lächeln zwischen allen wolken
ein wetterleuchten unauffällig wie eine kürbiskerze
an einem unbekannten weg hast du die fußmatte an
die wand verbannt dabei an mich gedacht
getan so ziehe ich dich an deinem kragen

heraus und herein in die gute stube
ach der hemdknopf der winter wird ihn mitnehmen
er soll sich eine höhle darin bauen
in deinen schlüsselbeinkuhlen wohnen
meine lippen weiches moos auf deiner haut ein schaudern
dein seufzen an meinem ohr finger
weg von meinem brusthaartoupet

gegen die kälte sind deine küsse wie laub das zur erde fällt
auf meine wangen legt sich nebel um meinen hals deine hände
der wind in meinem haar riechst du die
spuren von schweiß auf unserer haut
wie tropfen auf fensterscheiben zerfließen
wir ineinander verschlingen
uns als gäbe es nie wieder frühling

[hörbar.]

By Lena

Fast walker, avid reader, poetry fan, public speaker, violinist, pianist in the making, intersectional feminist. Works in tech, writes about anything here (and less frequently than in the past).