Begegnung. Der alte Mann aus dem Nachbarhaus.

er alte Mann aus dem Nachbarhaus

Schaute abends immer fern.

Aus dem Fenster in meinem Zimmer schaute ich von oben

Den Farbspielen des Lichts im gelben Fensterglas zu

Der alte Mann sieht nicht mehr gut.


Der alte Mann aus dem Nachbarhaus

Wurde immer wütend. Wir waren Kinder! –

Und unser Fußball war aus Leder. Und seine Pflänzchen waren zart.

Jedes abgerissene Blättchen eine Katastrophe, schlimmer als der Krieg.

Ich habe ihn nie danach gefragt.

Der alte Mann hört nicht mehr viel.


Der alte Mann aus dem Nachbarhaus

Ist mir auf der Straße begegnet.

Er läuft oft nur hin und her, abgenommen hat er auch.

Er ist kleiner geworden. Oder bin ich gewachsen?

Guten Tag.

Einmal nicht weitergehen und wegsehen.

Wie geht es Ihnen?

Gut. Ein Lächeln.


Der alte Mann aus dem Nachbarhaus

Wusste nicht, dass er seit Jahren nicht mehr mein Nachbar war.

Häufiger als jetzt habe ich ihn damals auch nicht gesehen.

Und noch nie mit ihm gesprochen. Ich war ein Kind!

Danke, mir geht es auch gut. Der Stress, wissen Sie…


Der alte Mann aus dem Nachbarhaus

Nickt: Ich habe immer gesagt –

Wenn man gebraucht wird, soll man da sein.

Alles Gute Ihnen.

Seit wann siezt er mich? Ich bin ein Kind!

Grüßen Sie Ihre Frau.

Ich schlucke schwer an seiner Weisheit in antibiotischen Dosen.

Auf halber Strecke bleibt der Kloß in meinem Hals hängen.


Der alte Mann aus dem Nachbarhaus

Wird unser kurzes Wir schon sehr bald wieder vergessen haben.

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